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Binnenmigration - Landflucht der Jungen



Eine aktuelle Studie des RWI-Leibnitz-Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass in Deutschland eine starke Binnenmigration, eine Landflucht der Jungen vorherrscht. Die Menschen zieht es von Land in die Städte. Vor allem Jugendliche sehen hier bessere Chancen für sich. Gründe sind insbesondere die regional teils starke Arbeitslosigkeit und die jeweils gezahlten Löhne. Doch wie lässt sich diese Entwicklung aufhalten?

Landflucht der jungen Bevölkerung
Studie zur Landflucht der Jungen | Foto: (c) 12019 /pixabay.com

Die Studie des RWI-Leibnitz-Instituts

Für seine Studie hat sich das RWI-Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung die mehr als 400 deutschen Landkreise vorgenommen. Untersucht wurde die interne Migration im Zeitraum zwischen 2008 und 2014. Neben dem Umfang der Umzüge wurden den auch die Gründe untersucht, die zu der Migration geführt haben.

Bei der Studie wurden ausschließlich Umzüge deutscher Staatsbürger innerhalb Deutschlands betrachtet. Auf diese Weise sollen Einflüsse von außen, wie zum Beispiel die Eurokrise und die Flucht vor Bürgerkriegen, außen vorgelassen werden. Die Studie zeigt deutlich, dass sich eine Verschiebung der Altersstruktur in Deutschland abzeichnet.

Hinweis: Diese Entwicklung ist vergleichsweise neu. Waren bis in die Nullerjahre jüngere Menschen vor allem auf dem Land wohnhaft und die Stadtbevölkerung tendenziell älter, so ist es jetzt genau umgekehrt.

Die Menschen zieht es in die Stdte

Anhand der Studienergebnisse ist klar erkennbar, dass sich immer mehr Menschen vom Land in die Städte aufmachen. So hat im Beobachtungszeitraum die Binnenmigration dazu geführt, dass 250.000 deutsche mehr in die Städte zogen als von dort weg. Diese Menschen gehen dem ländlichen Raum verloren.

Diese Entwicklung wird besonders am Beispiel des Landkreises Bautzen deutlich. Hier verließ mit 10.924 Deutschen zwischen 18-29 Jahren etwa ein Viertel der Jugend alleine im Jahr 2008 die Region. Das ist bereits ein sehr hoher Wert, aber noch nicht die Spitze. Andere Landkreise haben noch mehr Jugendliche verloren. Hierzu gehört neben vielen ostdeutschen Regionen etwa Plön in Schleswig-Holstein.

Die Städte verzeichnen hingegen einen Zugewinn an jungen Menschen. Hierzu gehören beispielsweise München und Hamburg. Hier zogen zwischen 2008 bis 2014 deutlich mehr Menschen zu als weg. Beispielsweise beträgt der Wanderungssaldo in der Gruppe der bis 29-Jährigen 33,6% in München und 24,5% in Hamburg.

Im Kern bieten die Daten solcher Studien aufschlussreiche Hinweise, um zu eruieren, wie zukunftsfähig Deutschlands Regionen sind. Letztlich sind es wichtige Parameter, um den Wohnungsmarkt positiv zu beeinflussen und Szenarien zu entwickeln um diesen Trend aufzuhalten.

Jugendliche sehen auf dem Land keine Perspektive mehr

Bereits auf die Gesamtbevölkerung betrachtet stellt diese Binnenmigration in Deutschland ein echtes Problem dar. Wenn man sich lediglich die Gruppe der 18 bis 29-Jährigen vornimmt, ist die Entwicklung sogar noch dramatischer. Hier sind etwa 460.000 Deutsche mehr in die Großstädte gezogen als von dort weg. diese Entwicklung wird teilweise dadurch ausgeglichen, dass zahlreiche Menschen ab 30 aus den Städten auf das Land ziehen. Hierdurch wird der Verlust an Menschen in bestimmten Regionen abgefedert. Allerdings nimmt das Durchschnittsalter auf dem Land zu.

Von allen Menschen, die innerhalb Deutschlands migrieren, sind 43% unter 30 Jahre alt. Und das, obwohl diese Altersgruppe nur 14% der Gesamtbevölkerung ausmacht. Häufig ist ein erster Umzug in die Städte mit einem Studium verbunden. Die großen Universitäten Deutschlands befinden sich eben nicht auf dem Land, sondern in den Großstädten. Die meisten jungen Menschen bauen sich dann dort eine Existenz und ein soziales Umfeld auf. Dieses verlassen sie auch nach dem Studium nicht, sondern bleiben in den Großstädten.

Grnde fr die starke Binnenmigration

Es gibt viele verschiedene Faktoren, die diese offensichtliche Landflucht beeinflussen. Innerhalb der Studie wurden vor allem die Arbeitslosigkeit, die Lohnhöhe und die Wohnkosten in den Blick genommen. Hierbei hat sich gezeigt, dass die Lohnhöhe bei denen unter 50-Jährigen eine große Rolle spielt. Menschen ziehen vor allem in Regionen mit guter Bezahlung, wohingegen Menschen, die bereits dort wohnen, nicht von dort wegziehen. Auf der anderen Seite sind niedrige Löhne in einer bestimmten Region häufig ein Grund dafür, dass Menschen von dort wegziehen.

Die Arbeitslosigkeit spielt vor allem für junge Leute eine Rolle. Je höher die Arbeitslosigkeit einer Region, desto mehr Menschen ziehen von dort weg. Die umgekehrte Überlegung, dass Regionen mit niedriger Arbeitslosigkeit eine hohe Zuwanderung zu verzeichnen hätten, lässt sich jedoch nicht nachweisen. Wenn die Gruppe der über 50-jährigen betrachtet wird, ist die Arbeitslosigkeit zudem quasi nicht von Relevanz.

Die Wohnkosten nehmen hingegen kaum Einfluss auf die Entscheidung, eine bestimmte Region zu verlassen oder in eine andere zu ziehen. Lediglich in der Gruppe der 30-49-Jährigen wird dieses Kriterium gelegentlich herangezogen. Das liegt daran, dass in dieser Lebensphase häufig eine Familie gegründet wird, die entsprechend Wohnraum braucht.

Wie liee sich diese Entwicklung stoppen?

Es ist ein erstrebenswertes Ziel, die in der Studie aufgedeckte Entwicklung zu verlangsamen oder gar aufzuhalten. Weder ist eine überalterte Landbevölkerung oder eine Vereinsamung der ländlichen Regionen wünschenswert, noch ist eine Überbevölkerung der Städte ein erstrebenswertes Ziel.

Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass die entstandene demographische Ungleichheit nur durch ökonomische Perspektiven zu überwinden ist.

Die Menschen müssen in den ländlichen Regionen attraktive Arbeitsplätze vorfinden, die gut bezahlt sind. Sie wollen eine Chance haben, sich ein eigenes Leben aufzubauen und eigenverantwortlich zu arbeiten, zu wohnen und zu leben. Nur wenn das gegeben ist, wird die Abwanderung aus den ländlichen Regionen nachlassen, was nicht zuletzt eine Entlastung der teils schon überbevölkerten Städte bedeuten wird.

Foto: (c) 12019 /pixabay.com

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