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Steuereinnahmen in Berlin sinken durch Landflucht ins Umland



Viele große Städte haben aktuell mit Landflucht zu kämpfen. Die Möglichkeit zum Homeoffice verstärkt diese Entwicklung. Allerdings stammen die Auswanderer nicht aus allen Bevölkerungsschichten, sondern vor allem den Mittelstand zieht es aufs Land. Hierunter leidet insbesondere Berlin. Durch den Verlust gut ausgebildeter Fachkräfte geht der Stadt ein gutes Stück Diversität verloren. Außerdem sprudeln die Steuereinnahmen durch die Landflucht deutlich schwächer.

Umland Berlin Immobilie
Steuerverluste in Berlin durch Landflucht | Foto:(c)guvo59/pixabay.com

Die Corona-Krise hat der Digitalisierung in Deutschland einen erheblichen Schub gegeben. Einige Branchenspezialisten gehen davon aus, dass die Bundesrepublik bei ihrer digitalen Transformation einen Sprung von 5-15 Jahren in die Zukunft vollzogen hat. Das zeigt sich unter anderem an einem wachsenden Interesse am Homeoffice.

Diese Entwicklung trägt teils kuriose Früchte. So verlassen immer mehr Menschen die großen Metropolen und ziehen aufs Land. Speziell Berlin ist von dieser Landflucht betroffen. Erstmals seit 17 Jahren sanken die Einwohnerzahlen der Hauptstadt. Hiermit gehen eine sich verändernde Bevölkerung und sinkende Steuereinnahmen einher. Akut besteht kein Grund zur Besorgnis, doch langfristig könnte sich das Gesicht der Hauptstadt massiv wandeln.

Homeoffice führt zur Landflucht

Das Problem der Landflucht ist international. So haben zum Beispiel französische Telekommunikationsunternehmen festgestellt, dass sich bestimmte Handynummern seit längerem nicht mehr wie zuvor in Paris anmelden, sondern im Umland. Was normalerweise das Anzeichen eines Urlaubs ist, erwies sich als dauerhafte Veränderung. Hieraus schlossen die Betriebe, dass viele Menschen nicht mehr Paris als ihren Lebensmittelpunkt sehen, sondern ins Umland gezogen sind.

Achtung: Die Regierung plant das Thema Homeoffice neu zu regeln. Welche Rechte und Pflichten in Zeiten des Coronavirus für diese besondere Art der Arbeit gelten, ist vom Inhalt des Arbeitsvertrags abhängig. Ein Recht auf mobile Arbeit besteht für Arbeitnehmer* aktuell nicht.

Erste Untersuchungen legen nahe, dass diese Entwicklungen auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind. Immer mehr Menschen haben die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Das bietet ihnen die Möglichkeit, ins Umland zu ziehen, ohne große Anfahrtswege ins Büro in Kauf nehmen zu müssen. Solange eine stabile Internetverbindung besteht, können sie von überall ausarbeiten. Das führt dazu, dass immer mehr Menschen die Großstädte verlassen und sich einen Wohnort suchen, wo die Wege kurz, die Schulen gut erreichbar und die Internetverbindung verlässlich ist.

In Berlin sinken die Einwohnerzahlen erstmals seit 17 Jahren

In Deutschland zeigt sich diese Entwicklung besonders stark in Berlin. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat festgestellt, dass zum ersten Mal seit 2003 die Einwohnerzahlen der Hauptstadt zurückgegangen sind. Bisher sind sie kontinuierlich angestiegen, da immer mehr Menschen ein Interesse daran hatten, in der Bundeshauptstadt mit ihren verschiedenen Universitäten und ihrem vielschichtigen Arbeitsmarkt zu leben, zu lernen und zu arbeiten. Hierbei kam Berlin seine Rolle als Dienstleistungsmetropole zugute, durch die es für nahezu alle Berufsgruppen Jobs gab.

Im ersten Halbjahr 2020 sank die Zahl der Menschen, die in Berlin wohnen, um 7039 Personen. 8114 Deutsche zogen aus der Hauptstadt weg und 1075 Ausländer zogen hinzu. Viele Menschen geben an, dass sie unter anderem wegen der steigenden Mieten und der begrenzten Zahl an Wohnungen sowieso an einen Umzug gedacht hatten. Durch die Pandemie und den Ausbau des Homeoffices wurde diese Entscheidung nun deutlich leichter.

Hinweis: Vor allem Familien mit Kindern zieht es verstärkt ins Berliner Umland. Die Eltern wollen ihren Kindern ein natürliches Lebensumfeld mit kurzen Wegen in die Kita oder die Schule bieten. Gleichzeitig möchten sie selbst von der Nähe und guten Erreichbarkeit der Bundeshauptstadt profitieren.

Landflucht erzeugt Steuereinbußen

Aktuell sieht die Berliner Politik keine besorgniserregenden Probleme. Vielmehr gehen die Verantwortlichen davon aus, dass Berlin schon in naher Zukunft mehr als 4 Millionen Einwohner haben wird. Allerdings erkennt der Finanzsenator bereits jetzt, dass sich aus der Landflucht ein finanzielles Problem für die Hauptstädte ergeben könnte.

Denn es sind vor allem gut ausgebildete Menschen mit einem vergleichsweisen hohen Einkommen, die es nach Brandenburg zieht. Zudem ist für die Entscheidung eines Umzugs wichtig, dass die Karriere unter dem Ortswechsel nicht leidet. Das ist insbesondere bei der Mittelschicht der Fall. Angesichts einer wachsenden Digitalisierung in Deutschland ist es für Menschen aus dieser Schicht häufig möglich, ohne Einschränkungen und Einbußen von überall aus zu arbeiten.

Berlin bricht die Mittelschicht weg

Berlin ist unter anderem deshalb für Menschen aus aller Welt so interessant, weil es sich um eine internationale Metropole handelt. Hier sind Menschen aus aller Welt tätig und finden eine neue Heimat. Dennoch ist es für die Hauptstadt unverzichtbar, eine starke und funktionierende Mittelschicht zu besitzen. Gerade gut ausgebildete Berufstätige sind für die wirtschaftliche Stabilität Berlins unverzichtbar. Es sind aber genau diese Menschen, die sich für einen Umzug ins Umland entscheiden und ihre hohen Qualifikationen, Kompetenzen und Einnahmen mitnehmen.

Nach Berlin kommen neben Studierenden insbesondere Zuflucht suchende und Menschen auf der Suche nach einem neuen Job. Häufig sind es jedoch Personen ohne eine umfassende Berufsausbildung, die nach einfachen Jobs mit durchschnittlicher Bezahlung suchen. Das bedeutet einerseits, dass Berlin weniger Geld einnimmt, und andererseits, dass sich die Bevölkerung der Hauptstadt verändert. Die Mittelschicht ist unter anderem dafür verantwortlich, verschiedene soziale Milieus zu stabilisieren und dafür zu sorgen, dass eine Städtegemeinschaft funktioniert. Wenn Berlin diese Ressource verlorengeht, wird es langfristig zu massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen kommen.

Foto:(c)guvo59/pixabay.com

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