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Kommt die Solardachpflicht in Deutschland?



Im Zuge der Energiewende ist Sonnenenergie ein wichtiges Element. Die Politik plant Photovoltaik und Solarthermie zur Pflicht bei Neubauten zu machen. Einige Bundeslnder haben bereits eine Solardachpflicht fr Gewerbeimmobilien. Um den wachsenden Energiebedarf in Deutschland zu decken mssen Architekten und Bauherren wohl knftig innovativer planen.

Als 2006 die kleine Baden-Wrttembergische Stadt Waiblingen die Solardachpflicht einfhrte haderte die Politik noch mit erneuerbaren Energien und von der Energiewende, wie wir sie heute kennen, war man weit entfernt.
Das seit November 2020 geltende Gebudeenergiegesetz, kurz GEG, hat auch die Regeln des energieeffizienten Bauens nochmals klarer gefasst und bisherige Verordnungen und Pflichten unterschiedlichster Gesetze vereinheitlicht.

Nun hat die Hansestadt Hamburg Anfang 2020 in ihrer Verfassung der Bedeutung der Energiewende Raum gegeben. Was mit dem Satz nimmt die Freie und Hansestadt Hamburg ihre Verantwortung fr die Begrenzung der Erderwrmung wahr sehr pathetisch daherkommt, verfolgt einen klaren Plan. Dieser wird nicht nur die Dcher in Hamburg verndern. Im ganzen Bundesgebiet wird es zu neuen Anforderungen an den Neubau aber auch an Bestandsimmobilien geben.

Ohnehin gilt die Metropole an Elbe und Alster als Vorreiter vieler zukunftsorientierter Gesetzesinitiativen, wie unlngst die neuen Bauverordnungen, die das Aussterben des klassischen Einfamilienhauses einleiten, verdeutlichen.

Vorreiter Hamburg: Kommt die Solardachpflicht in Deutschland?

Die Brgerschaft in Hamburg hat bereits klare Vorgaben geschaffen. Seit Jahresbeginn ist ein Stufenplan in Kraft getreten. Nach diesem soll es mittel- bis langfristig gelingen die Versorgung von Wohnraum durch erneuerbare Energien zu erweitern. Die ersten drei Stufen schaffen Klarheit fr Immobilienbesitzer in Hamburg:
1. Stufe: Eigentmer von Wohnhusern der Baujahre vor 2009, die ab dem 01. August 2021 die Heizanlage austauchen wollen mssen fortan 15 Prozent des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien decken. Als Energielieferanten knnen gasfrmige, feste oder flssige Biomasse, Geothermie, Umweltwrme oder Strahlungsenergie (Solar) dienen.

2. Stufe: Ab Beginn 2023 mssen bei Neubauten mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden.

3. Stufe: Ab 2025 werden Immobilieneigentmer verpflichtet auch bei Bestandgebuden eine Photovoltaikanlage zu installieren, wenn das Dach erneuert wird.

Zwar kann diese Verpflichtung der Eigentmer entfallen. So etwa, wenn bereits Solarpanels installiert sind, die Installation selbst technisch nicht umsetzbar oder sich die Solaranlage nicht innerhalb von 20 Jahren amortisiert. Aber die Richtig ist klar: Erneuerbare Energien werden fr Immobilieneigentmer wie fr Bauherren Stck fr Stck zur Pflicht.

Doch auch in anderen Bundeslndern regt sich die Politik, um den verwaisten Dchern von Gewerbe- und Wohngebuden wirkungsvolles Leben einzuhauchen.

Viele Bundeslnder erkennen die Chancen der Solardachpflicht als Bestandteil der Energiewende

Neben Windkraft, Biomasse und Erdwrme als Energietrger ist Sonnenenergie ein unerschpflicher Rohstoff. Er kann, sofern bautechnisch machbar, auf fast jeder Dachform den Energiewrmebedarf von Immobilien positiv beeinflussen.
Das Solarthermie und Photovoltaikanlagen relativ schnell auf Bestandsbauten installiert werden knnen aber auch bei Neubauten von vornherein die Energieeffizienz steigern, ist unbestritten. Viele Bundelnder haben auch aufgrund der einfachen Umsetzbarkeit die Initiative aus Hamburg aufgegriffen und handeln entsprechend.

Baden- Wrttemberg hat bereits beschlossen, dass fr Gebude, die nicht fr Wohnzwecke genutzt werden, eine Solardachpflicht ab 2022 besteht.
In Bayern gibt es seit 2021 bereits eine Solardachpflicht fr Gewerbeimmobilien. Wird man sich im Landtag einig so wird diese Pflicht ab 2022 auf Wohngebude erweitert. Ob mit Stufenplan und nur fr Neubauten bleibt abzuwarten.
Bereits Ende 2020 erklrte die fr Wirtschaft, Energie und Betriebe zustndige Senatorin von Berlin, dass die Dachflchen der Hauptstadt verschenkte Flchen seinen die man fr die Energiewnde nutzen wolle. Sollte die derzeitige Landesregierung das Gesetz noch vor der Wahl verabschieden, gibt es ab 2023 auch die Solardachpflicht in Berlin.

Die Freie und Hansestadt Bremen will sich das Hamburger Modell zur Energiewende als Vorbild nehmen. Bereits Mitte dieses Jahres soll ein entsprechender Gesetzesentwurf in die Brgerschaft eingebracht werden.
Eine in sterreich beim Symposium Energiewende vorgetragene Abschtzung des Photovoltaik-Potentials auf Dachflchen in Deutschland knnte als Initiator herhalten, um eine Energiewende voranzutreiben und die regionale Politik kann dieses Potential korrelativ nutzen, um die Nebenkosten des Wohnens und gleichzeitig den CO2-Aussto zu verringern.

Zuknftige Bauherren, aber auch Architekten und Stadtplaner werden wohl zuknftig auch dachaufbauten dorthin gehend planen. Bereits bestehende Frdermglichkeiten aber auch angepasste Finanzierungsmechanismen knnten so zu einem Solardachhype fhren. Gute Idee, oder?!

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