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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

15.06.2015

Das Bestellerprinzip und wie Immobilienmakler es umgehen

Justizminister Heiko Mass (SPD) hat mit Rückenwind der Bundesregierung das Bestellerprinzip zum 01. Juni 2015 eingeführt. Somit ist gesetzlich verankert, dass die vertraglich fällige Maklerprovision von dem bezahlt werden muss, der den Makler für seine Tätigkeit auch bestellt hat. Das ist in der Regel meistens der Vermieter einer Immobilie.

Das Bestellerprinzip regelt, wer die Maklerprovision zahlt | (c) Trueffelpix/ Fotolia.com

Doch gibt es, wie bei jedem Gesetz, auch Lücken. Vermieter, Makler, wie auch Wohnungssuchende sollten genau aufpassen, wie sie ohne große Auseinandersetzungen an ihr jeweiliges Ziel kommen.

In Zeiten, in den Land auf, Land ab die Mietpreise in den Ballungszentren immer höher werden drücken mögliche Maklerprovisionen von durchschnittlich zwei Monatskaltmieten stark auf das Portemonnaie der Wohnungssuchenden. Eigentümer von Immobilien haben die Aufgabe der Suche nach einem solventen und geeigneten Mieter in den letzten Jahrzehnten gern auf Immobilienmakler übertragen, gerade wenn es um etwas höherwertige Wohnungen ging. Nun hat der Gesetzgeber aber Klarheit geschaffen und aufgrund der Belastungen für die Mieter gehandelt. Ab 01. Juni 2015 trägt der Beauftragende eines Maklers auch dessen Kosten.

Diese, von den Mieterverbänden begrüßte Änderung entlastet zwar den Mieter, jedoch nicht den Vermieter, da dieser die Leistung der Mietersuche selbst bereitstellen, oder als Leistungsmerkmal bei der Hausverwaltung erfragen muss.

Die Lücken des Bestellerprinzips

Bereits vor der rechtswirksamen Einführung gibt es eine Reihe von veritablen Möglichkeiten, wie der Vermieter einen Immobilienmakler beauftragen kann, ohne auch die Kosten der Wohnungsvermittlung tragen zu müssen.

Eine Erhöhte Abschlagszahlung für Möbel oder Küche ist eine der Möglichkeiten. Dabei trägt der Vermieter regulär als Beauftragender die Provision des Maklers. Jedoch besteht die Möglichkeit so genannte Abschlagszahlungen auf Möbel und Einbauten wie zum Beispiel Küchen zu verlangen. Diese sind in der Höhe frei wählbar und durch eine überteuerte Abgabe an den Mieter können die Provisionen des Maklers so kompensiert werden.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Umgehungsgeschäft. Dabei tritt der Immobilienmakler gegenüber dem möglichen Mieter so auf, als würde er nur für ihn, individuell und speziell handeln und nach einem passenden Angebot suchen. Im Hintergrund jedoch wurde der Makler mit der Empfehlung einer speziellen Immobilie, ohne Sichtbarkeit nach außen, durch den Eigentümer beauftragt. Somit ist der Mieter nach dem Bestellerprinzip der Beauftragende und muss die Provision für den Makler bezahlen.

Umgehung des Bestellerprinzips durch Mieterhöhung

Am 01. Juni 2015 tritt die Mietpreisbremse, wenngleich tatsächlich erst im Bundesland Berlin, in Kraft. Demzufolge ist es dem Vermieter nur im gesetzlich dann festgelegten Rahmen möglich die Miete bei Bestandsimmobilien um maximal zehn Prozent des ortsüblichen Mietzinsniveaus zu erhöhen. Ist dort ausreichend Spielraum vorhanden kann der Vermieter die Provisionen in der Mieterhöhung verstecken, den Immobilienmakler, beziehungsweise die Provisionen in der Miete verstecken. Somit trägt der Vermieter zwar als Beauftragender ordnungsgemäß die Provision, lässt sie jedoch vom Mieter refinanzieren. Ob diese Taktik jedoch marktkonform auch funktionieren wird, ist zumindest fraglich.

Experten raten dem Gesetzgeber diese Lücken zu schließen, um das Prinzip wirksam zu gestalten. Jedoch ist jeder Eigentümer, oder Vermieter gut beraten sich mit der Hausverwaltung zu einigen, da diese auch die Tätigkeit von Wohnungsbesichtigungen übernehmen können, sowohl fachlich, als auch im Interesse des Eigentümers. Ein Makler muss es ja nicht immer sein.

Foto: (c) Trueffelpix/ Fotolia.com

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