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Aussterben des klassischen Einfamilienhauses beginnt in Hamburg



Des Deutschen liebstes Kind ist, neben dem Auto, das Einfamilienhaus. Doch knappes Bauland und teils schlechte Energiebilanzen, sowie ein nachhaltiger Wohnraummangel in den Metropolen knnte zum Aussterben des klassischen Einfamilienhauses fhren. Im Bezirk Hamburg-Nord setzt man auf ein Verbot dieser Bauweise. Ein zukunftsweisendes Beispiel fr immer enger werdende Stdte?

Einfamilienhaus Hamburg
In hAmburg Einfamilienhaus | Foto:(c) liggraphy/ Pixabay.com

Wer aktuell im Bezirk Hamburg-Nord einen Bauantrag fr ein Einfamilienhaus stellt, wird enttuscht. Die Politik argumentiert mit negativer Energiebilanz und knappem Bauland und startet das Aussterben des klassischen Einfamilienhauses.
Zuviel Platz wird verschwendet wo Mehrfamilienhuser den Wohnraummangel bekmpfen knnten. Damit setzen die Lokalpolitiker die strikten Vorgaben des rot-grnen Koalitionsvertrags um. Ein zukunftsweisendes Beispiel fr Stdte die unter Wohnraummangel leiden?

Wohnraummangel protegiert Aussterben des klassischen Einfamilienhauses

Ein Blick auf die Zahlen zu den Leerstandsquoten von Wohnraum in Hamburg verdeutlicht das Problem der Hansestadt. Seit 2006 sank diese Quote von 2,4 Prozent auf 0,7 Prozent innerhalb von vier Jahren und pendelte sich seit 2017 bis heute auf 0,5 Prozent ein. Mit anderen Worten: Es gibt deutlich zu wenig verfgbaren Wohnraum in Hamburg.

Wohl deshalb wurde im Jahr 2020 vereinbarten Koalitionsvertrag der rot-grnen Senatsregierung der Entschluss gefasst etwas daran zu ndern. Die Idee: Es sollen keine Einfamilienhuser mehr gebaut werden. Im Ergebnis verbleibt mehr Bauland fr Mehrfamilienhuser, die auf den knappen Bauflchen weitaus mehr Wohnraum abbilden.

Wie die Welt berichtete, zeichnet sich der Bezirksamtschef der Grnen, Werner-Boelz, fr die Durchsetzung verantwortlich. Hamburg-Nord vereint auf einem Gebiet von 58 Quadratkilometern immerhin 13 Bezirke, so auch Langenhorn, Fuhlsbttel, Winterhude und Eppendorf.

Schlechtere Energiebilanz und Baulandverschwendung durch Einfamilienhuser

Ein Blick auf den Vergleich zwischen einem klassischen Einfamilienhaus und einem Mehrfamilienhaus verdeutlich das Problem. Zum einen bentigt ein Einfamilienhaus im Durchschnitt 500 Quadratmeter Bauland und wird, in der Regel, zweigeschossig erbaut. Die Grundflche des Eigenheimtraums liegt bei circa 110 Quadratmetern, der Rest ist Garten. Ein Mehrfamilienhaus kann, je nach Bebauungsplan, durch weitaus grere Grundflchen und durch mehr Geschosse mehr Wohnraum bieten.

Aber nicht nur die Bauart von Wohnraum ist ein Argument fr die politischen Entscheider in Hamburg. Wohl auf die Herstellungskosten zeigen es deutlich. Ein Quadratmeter eines Einfamilienhauses verschlingt im Durchschnitt 1.800 Euro, der eines Mehrfamilienhauses nur 1.400 Euro.

Schaut man sich die Energiebilanz beider Bauarten an, hat auch hier das Mehrfamilienhaus die Nase vorn. Und das ohnehin knappe Bauland in Hamburg knnte dieser Idee eines Verbots von Einfamilienhusern im Stadtbereich auch anderen Metropolen Nahrung verleihen.

Kurzum: Der Geschossbau kann, im Gegensatz zu Einfamilienhaussiedlungen, weitaus mehr Menschen Wohnraum bieten. Und immer steigende Anforderungen an die energetische Bilanz von Gebudetypen untersttzen argumentativ diese Vorgehensweise.

Flchenverbrauch bei Einfamilienhusern zu hoch

Ein Blick in die Statistiken liefert hilfreiche Einblicke zum Flchenverbrauch von Einfamilienhaus und Mehrfamilienhaus. In einem Einfamilienhaus wohnen statistisch betrachtet 1,5 Personen je Wohneinheit, bei einem Zweifamilienhaus sind es 1,7 Personen. In einem Mehrfamilienhaus in Geschossbauweise errichtet sind es 2,5 Personen.

Betrachtet man den Flchenverbrauch beider Bautypen ergibt sich folgendes Bild: Satte 41 Prozent der Bauflchen sind mit Einfamilienhusern belegt, die 31 Prozent aller Wohneinheiten Platz bieten. Mehrfamilienhuser stehen auf 33 Prozent der Baulandflche, bilden aber 42 Prozent der Wohnflchen deutschlandweit ab.

Bauweise des Einfamilienhauses weitaus schlechter

Allein die Konstruktion des Einfamilienhauses spricht gegen diese Bauweise im Vergleich zum Mehrfamilienhaus. Erstgenanntes hat eine weitaus grere Auenflche bei geringerem umbauten Raum. Im Ergebnis verbraucht man mit circa 15 Kilowattstunden mehr Kosten frs Heizen.

Betrachtet man zukunftsweisende Stadtplanungskonzepte, die durch kompakte innerstdtische Bauweisen Energie einsparen und gleichzeitig das geringe Gut Bauland effizient ausnutzen, drften auch andere Stadtoberen ber ein Verbot von Einfamilienhusern nachdenken.

Der Trend zukunftsweisender Stdteplanung

Bei zu wenig Bauland und dem Ziel eines umweltbewussteren und energetisch nachhaltigen Wohnens gehrt dem Mehrfamilienhaus, zumindest in den Stdten, die Zukunft. Ein Blick auf Neubauprojekte in allen Stdten Deutschlands zeigt den Trend zukunftsweisender Stdteplanung.

In der Regel entstehen ganze Neubausiedlungen mit vier bis fnf Geschossen auf alten Gewerbebrachen in Kompaktbauweise. Dort, wo auf 10.000 Quadratmetern frher 20 Einfamilienhuser entstehen htten knnen, werden nunmehr 300 Wohneinheiten geplant und gebaut.

Die Novelle des Baugesetzbuches schlgt in die Kerbe. Gemeinden haben es einfach neues Bauland innerhalb des Stadtkerns auszuschrieben. Und Architekten und Stadtplaner entwickeln dichte Bebauungstypen die in den modernen, energieeffizienten Charakter einer urbanen Stadt passen.

Am Ende wird auch die kommende Deutschland-Wahl teils ber die Zukunft des zweitliebsten Kindes der Deutschen entscheiden. Fakt ist aber: Es braucht nachhaltige Konzepte, die den Neubau von Wohnraum in ausreichendem Mae vorantreiben. Und das klassische Einfamilienhaus in die Umlandregionen der Stdte zu verbannen, knnte ohnehin dem Wunsch vieler Familien entsprechen der engen Metropole den Rcken zu kehren.

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