Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverstndnis aus. Ok Datenschutzerklrung

Zu wenig Sozialwohnungen und immer mehr Arme



Wohl in keiner bundesdeutschen Stadt wird der Unterscheid zwischen arm und reich so deutlich, wie in Berlin, einer Metropole die jedes Jahr um 60.000 Menschen wchst und wo die Angst des Wohnungsverlustes sprbar ist. Und diese Angst ist berechtigt bei 36.000 Wohnungen, die aus der Belegbindung fielen und nur 1.000 Sozialwohnungen gebaut wurden. Dabei gibt ein neues Modell dem Immobilienmarkt Hoffnung.

Image title


Berlin, diese sich immer wieder neu erfindende Stadt, ist in Sachen Sozialwohnungsbau etwas ganz Besonderes. Tausende Wohnungen sind zwischen 2014 und heute aus der Belegungsbindung herausgefallen, mithin fast 36.000, wie die Berliner Morgenpost berichtete. Gleichzeitig aber, so das Ergebnis einer Anfrage der AfD-Fraktion des Berliner Senats, wren nur knapp 1.000 gefrderte Wohnungen entstanden, die ber das Modell der kooperativen Baulandentwicklung gesteuert wurden.

Die Bezirke Neuklln, Spandau und Reinickendorf sind von dieser Diskrepanz besonders betroffen, da gerade dort viele Sozialbauwohnungen im Bestand sind und nun die Frderung wegfiel. Dabei ist das neue Modell im Ansatz gut durchdacht.

Berliner Politik will mehr Sozialwohnungen durch neues Modell

Der Rot-Rot-Grne Senat wollte durchgreifen, das Problem bei den Wurzeln packen. Und so muss sich jeder Bauherr verpflichten einen bestimmten Anteil an preiswerten Mietwohnungen mit 6,50 Euro Nettokalt pro Quadratmeter zu erstellen. Erst dann gibt es eine Baugenehmigung. Wo zuerst 25 Prozent sozial vertrgliche Wohnungen ein Muss waren, bezogen auf die Gesamte Wohnflche, sind es seit 2017, so die Initiative der Bausenatorin der Linken, sogar 30 Prozent. Kurzum: Mit Zwang zum Sozialstaat. Und eigentlich ?ne jute Sache?, wrde der Berliner sagen.

Doch wenn ein Drittel kostengnstig fr sozial Schwache bereitgestellt werden muss, werden die brigen zwei Drittel umso teurer, so die Kritiker. Und ganz Unrecht haben sie nicht, denn jedes Bauvorhaben im Wohnungsbau muss als Gesamtkonzept betrachtet werden. Und wenn die zwei Drittel ohne Preisbindung erbaut werden, kommen da schon mal Mieten von 12 Euro daher die fr Geringverdiener, aber auch die Mittelschicht zu teuer sind.

Dies zeigt sich auch dadurch, dass alle 948 gefrderten Wohnungen nicht von privaten Bauherren oder Investoren erreichtet wurden, sondern nur von den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Die ?kooperative Baulandentwicklung? sei gescheitert, so das Bndnis junger Genossenschaften. Und wie heit es ganz offiziell: ?Die Zahl der Sozialmietwohnungen ist in den letzten Jahren stark zurckgegangen und wird auch in der Zukunft voraussichtlich stark zurckgehen ??, wie hier beschrieben.

Wie Bezirke, so auch Kommunen

Egal wo in Deutschland eine Landesregierung neue Modelle kreiert, wehren sich die Kommunen, oder wie in Berlin, die Bezirke gegen neuartige Modelle, die den Sozialbau strken sollen. So hatte sich unlngst der Baustadtrat von Spandau geweigert der stdtischen Wohnungsbaugesellschaft GeWoBag eine dem Modell entsprechende Auflage zu erteilen und diese 315 Wohnungen werden nun wohl kaum sozial vertrglich erstellt.

Und der Berliner Senat besttigt durch seine Zahlen die bescheidene Neubauaktivitt fr seine sechs Wohnungsbaugesellschaften. Von 33.000 Wohnungen, die zwischen 2014 und 2016 fertig gestellt wurden, kamen nur 1.321 aus der ffentlichen Hand.

Diese Tendenz zeigt sich auch in anderen Bundeslndern. Dort, wo Landesregierung und Kommune mehr Wohnraum schaffen sollten, hinken die Wnsche der Politik den realen Zahlen hinterher und das Berliner Modell zeigt zumindest, dass man mit Druck und, nennen wir es, Erpressung (?), kaum Mieten bereitstellen kann, die fr Geringverdiener erschwinglich wren. Auch wenn wir in einer Sozialen Marktwirtschaft leben ? und bauen ? ist und bleibt es eine Marktwirtschaft, die sich nach Angebot und Nachfrage richtet.

Die Probleme bei Sozialwohnungen sind gro

Nicht nur die Tatsache, dass zu wenige Wohnungen ber den gefrderten Wohnungsbau erstellt werden, ist Tatsache. Darber hinaus liegen selbst die Mieten, die das kooperative Modell erwartet mit 6,50 Euro Nettokalt weit ber dem, was die Jobcenter bereit sind zu zahlen. Fr eine 50 Quadratmeter groe Wohnung sind allein 325 Euro netto fllig, zuzglich 100 Euro Betriebskosten und 60 Euro Heizung. Summa summarum liegen die 485 Euro dann klar ber den blichen Berliner Bemessungsgrenzen der Jobcenter. ?Na dann beteiligen sie sich eben etwas an der Miete?, heit es dann vom Mitarbeiter gegenber den Sozialhilfeempfngern. Und ohnehin gibt es in Berlin, der Singlestadt Europas, keine kleinen Wohnungen mehr und in ganz Deutschland hinkt der soziale Wohnungsbau hinterher, so die aktuellen Zahlen.

Und die Mieter, deren Wohnung aus der sozialen Frderung herausfallen? Das Wohnraumgesetz Berlins aus dem Jahre 2011 muss grundlegend gendert werden. Denn bei einem Eigentmerwechsel von Sozialwohnungen, die keine Anschlussfrderung erhalten, gehen die teuer erkauften Belegungsrechte des Landes verloren. Und die Mieter dieser oben genannten 36.000 Wohnungen sahen sich exorbitanten Mieterhhungen entgegen, da die Mieten im gesetzlichen Rahmen erhht werden konnten. Ergo waren Auszge die Folge, aber wohin?

Letztlich und am Ende hat die Besetzung einiger leerstehender Huser in Berlin vor ein paar Wochen gezeigt, wie prekr die Situation ist. Denn auch wenn diese Besetzungen gegen Recht und Gesetz verstoen mgen, so waren es nicht die blich bekannten linksautonomen Gesellen, die mit Matratzen bewaffnet die Immobilien enterten, sondern Berliner aus allen sozialen Schichten.

Foto: (c) mastersenaiper/pixabay.com

Mieter fragen

Haben Sie eine Frage zu den Themen Mietrecht, Aufgaben einer Hausverwaltung, Pflichten von Vermietern o..? Senden Sie uns eine Nachricht.

Mietwohnung gesucht?

Hier Mietgesuch eintragen
Fr Hausverwalter
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kndbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma vor und erfahren Sie mehr ber die Mglichkeiten von HausverwalterScout.

Kostenlos und unverbindlichFinden Sie eine passende Hausverwaltung in Ihrer Nhe

  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.

    Kostenlose Anfrage stellen

  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!