Login
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

18.11.2016

Wolkenkratzer und das Wohnen in den Wolken

Wer an Wolkenkratzer denkt, sieht die Skyline von New York oder Dubai vor dem geistigen Auge, vielleicht noch Frankfurt am Main. Doch sprechen zukünftige Bauplanungen deutschlandweit für eine Renaissance der hohen Wohntürme. In Zeiten, in denen Metropolen immer enger werden überschlagen sich Architekten mit Szenarien des Wohnens in den Wolken. Von der mega-teuren Luxusvariante bis zu preisgünstigen kleinen Wohneinheiten, Wolkenkratzer können Wohnungsprobleme lösen, aber die Finanzierung solcher Bauvorhaben bietet auch finanzielle Risiken. Ein Blick nach oben und nach vorn.

In München darf, so eine Bürgerbefragung aus 2004, kein Haus die Frauenkirche mit 99 Metern überragen und in Köln darf der Blick auf den berühmten Dom nicht versperrt sein, stünde doch der Status als Weltkulturerbe auf dem Spiel. Aber in Berlin, Hamburg, Frankfurt a.M. und Düsseldorf will man hoch hinaus.

Die Gründe des Hochhausbooms

Hochhausbau und das Wohnen

Zum einen haben die Investoren solch riesiger Bauvorhaben das gut verdienende, auch ausländische Publikum im Blick. Am Beispiel Hamburgs ist ein Appartementhaus entstanden, dass einen perfekten Blick über die Hansestadt erlaubt und mit Quadratmeterpreisen von durchschnittlich 20.000 Euro luxuriöses Wohnen verspricht. Und diese Wohnungen werden gekauft, sogar gut verkauft und für die Investoren sind solche Luxusbehausungen ein Renditebringer. Denn wer über 100 Meter über dem Wasser der Elbe täglich den Horizont erblicken will, zahlt gerne und gut dafür.

Auf der anderen Seite sind die Gründe für den Hochhausbau recht pragmatisch und politisch gewollt, ja unterstützt. Dort, wo Bauland knapp wird, kann es in die Höhe gehen und je höher gebaut wird, umso besser rechnet sich die Investition und selbst normale Mietpreise sind bei normalen Ausstattungsmerkmalen kalkulierbar. Doch es gibt auch Risiken, gerade wenn die Zielgruppe der künftigen Mieter Normal- oder Geringverdiener sind.

Die Risiken des Hochhausbaus

So hoch wie der Wolkenkratzer ist, so hoch sind auch die Aufwendungen, die der Bauträger betreiben muss. Je nach Erdbeschaffenheit müssen Betonpfähle 50 oder 60 Meter in den Boden gerammt werden und es müssen Gutachten erstellt werden, damit der Flugverkehr nicht beeinträchtigt wird. Hinzu kommen hohe Kosten für den Brandschutz, wenn die Immobilie höher als 23 Meter ist und neben dem kostspieligen Fahrstuhlbau ein Treppenhaus als Fluchtweg erbaut werden muss.

Eine Alternative sind Umbauten von bereits bestehenden Bürohäusern, so wie in Berlin-Kreuzberg das alte Postgiroamt. Hier verwandelt der Bauunternehmer Chistoph Gröner bereits existierende Bausubstanz in Wohnraum. Für wen? Für Menschen, die sich teure Luxusobjekte nicht leisten können, also Studenten, Jungunternehmer und Rentner.

Und doch sind solche Bauvorhaben stets mit einem Risiko behaften. Wenn normale und marktübliche Quadratmeterpreise kalkuliert sind, kann das ganze Bauprojekt scheitern, wenn allein von 100 geplanten Wohnungen sechs keinen Käufer finden, denn dafür sind die oben genannten Extrakosten zu hoch.

Die Realität des Hochhausbaus und das Wohnen von morgen

Zwei derzeit entstehende Hochhäuser zeigen den Trend des zukünftigen Wohnungsbaus. Was in den sechziger und siebziger Jahren eher an sozialen Abstieg erinnerte ist heute fast schon trendy. In Frankfurt entstehen 400 Wohnungen am Eingang zum Europaviertel. Und mit 172 Metern kann man hier von einem echten Wolkenkratzer sprechen. Aber auch in der Hauptstadt wollen viele Investoren und Bauträger hoch hinaus. Mit 150 Metern wird der in 2019 fertig gestellte "Alexander" der russischen Projektentwickler ?Monarch? 350 Wohneinheiten bieten und damit das höchste Wohngebäude Berlins sein. Allein bei diesem, neben dem Funkturm stehenden Riesen, beträgt das Investitionsvolumen 250 Millionen Euro und Wohnungen zwischen 30 und 300 Quadratmetern Größe auf 39 Etagen werden Lebensraum inmitten der quirligen City an der Spree bieten.

Deutsche Städte wachen in die Breite ?

? aber auch in die Höhe. Allein zwischen 2010 und 2018 wurden und werden 79 Hochhäuser für Wohnzwecke gebaut, so das Analysehaus Bulwiengesa. Diese Hochhäuser bieten mit fast 9.800 Wohneinheiten einen "gewissen Beitrag" zur Wohnungsnot, betrachtet man, dass allein in 2015 Deutschlandweit 248.000 Wohnungen erbaut wurden.

Aber Immobilienexperten sind sich sicher, dass Hochhäuser und Wolkenkratzer zunehmend das Bild der deutschen Städte verändern werden. Neue Konzeptionen entstehen, die bei kalkulierbaren Baukosten auch dem Otto-Normal-Verbraucher ein Wohnen in den Wolken ermöglicht. Und auch ist unter den Experten unstrittig, dass Wohnkomplexe, die in die Höhe gehen, der Gentrifizierung entgegen wirken können, gerade wenn von der kleinen zwei-Zimmer-Wohnung bis zur familientauglichen Wohnung von 100 Quadratmetern eine gute Mischung geplant werden kann.

Wolkenkratzer können also nicht die Wohnungsnot in den Städten lösen, aber sie sind eine Alternative, gerade für junge Menschen und ältere Mieter. Und Projektentwickler, wie auch Architekten planen bereits das Wohnen der Zukunft auf dem Reißbrett. Warten wir ab, wie unsere Städte in 50 Jahren aussehen und wie es sich so ?wohnt?, da oben in den Wolken.

Für Hausverwalter
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von HausverwalterScout.

Kostenlos und unverbindlich - die passende Hausverwaltung finden Sie hier:
  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!