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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

07.07.2017

Wohnkosten für Studenten: Wenn das BaföG nicht für die Miete reicht

Wer studieren will und keine finanziellen Möglichkeiten hat, bekommt BaföG und einen festen Mietzuschuss, wenn man nicht mehr bei den Eltern wohnt. Doch selbst die kürzliche Erhöhung dieser Grundsicherung reicht bei steigenden Mieten nicht mehr aus und selbst die typische Wohngemeinschaft ist in vielen deutschen Städten aktuell zu teuer. Eine Erhebung der Moses Mendelsohn Institut GmbH bestätigt nun diesen negativen Trend der Wohnkosten für Studenten.

Wer heute noch glaubt, das Studentenleben sei einfach, gerade in finanzieller Hinsicht, sei eines Besseren belehrt. Nach einer aktuellen Erhebung der Moses Mendelsohn Institut GmbH in Zusammenarbeit mit dem Internetportal wg-gesucht.de sind die Wohnkosten für Studierende höher als je zuvor.

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Student wohnen |  Foto: (c) ungermedien/ fotolia.com



Je nach Studiengang müssen junge Menschen in andere Städte ziehen, da in den Heimatstädten oft kein Platz an der Hochschule frei ist und nicht jede Universität jedes Studienfach bietet. Und viele Studenten sind auf staatliche Unterstützung, sprich BaföG, angewiesen. Doch selbst der maximale BaföG-Anspruch und die aktuelle und angehobene Wohnpauschale von 250 Euro pro Monat reichen mancherorts nicht aus auch nur einen Raum einer Wohngemeinschaft zu bezahlen.


Erhebung bestätigt steigende Wohnkosten für Studenten

In der obig genannten Erhebung wurden alle bundesdeutschen Hochschulstädte mit mehr als 5.000 Studierenden betrachtet, mithin 94 Standorte. Demnach liegt der Preis eines WG-Platzes im Durchschnitt bei 353 Euro pro Monat. Betrachtet man die Wohnpauschale des BaföG-Amtes von 250 Euro ergibt sich ein Minusbetrag von fast 100 Euro, den bundesdeutsche Studenten ausgleichen müssen.

Dabei ist die bayrische Hauptstadt klar am teuersten. Mit 570 Euro ist ein WG-Platz an der Isar für neue Studenten fast unbezahlbar. Aber auch in Frankfurt mit 450 Euro und Ingolstadt mit 430 Euro ist ein kleines WG-Zimmer teurer, als eine allein nutzbare 2-Zimmer-Mietwohnung in Rostock. Fast genauso teuer sind die Wohnkosten für Studenten in den Unistädten Konstanz, Hamburg, Stuttgart und Ludwigsburg mit 425 bis 415 Euro pro Monat. Aber auch in Berlin, Köln und Freiburg ist ein WG-Platz kaum unter 400 Euro monatlich zu bekommen.

Bedenkt man, dass mittlerweile die Wohnkosten für die Wahl eines Studienganges in Deutschland entscheidend sind, muss sich Einiges ändern und die Politik ist klar gefragt, nicht nur auf Landesebene.

Kritik am Deutschen Studentenwerk

Das erhebende Moses Mendelsohn Institut kritisiert die Daten der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes scharf, die ja die Grundlage bietet, um die realen Wohnkosten für Studenten zu eruieren. Es werden nämlich auch die Angaben von Studenten einkalkuliert, die seit Jahren in ein und derselben Wohnung leben oder durch ihr gutes Netzwerk an preisgünstige Wohnungen oder WG´s herankommen. Studierende, die sich neu an einem Wohnungsmarkt orientieren müssen treffen auf real zu teure Unterkünfte und diese Schere wird immer größer. Denn je größer die Nachfrage nach Wohngemeinschaften ist, umso erheblicher sind die Aufschläge des WG-Preises. Wer also als Student gut vernetzt ist und bereits seit längerem am Studienort lebt ist klar im Vorteil, neu zugezogene leiden unter der Wohnungsknappheit.

Gibt es günstigere Wohn-Alternativen für Studenten?

Wer studiert braucht Ruhe und auch persönliche Präferenzen sind legitim, wenn man sich als junger Studierender fragt, mit wem man Küche und Bad teilen will. Wohnheime, die gerade in den siebziger und achtziger Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen, sind mittlerweile überlaufen oder so baufällig, dass ein geregeltes studieren schwerfällt. Und diese vom Staat subventionierten Heime sind ohnehin nicht für jeden Studenten offen. Wer in der Hauptstadt Berlin noch einen Platz in einem Zweibettzimmer in einem Wohnheim ergattert, ist zügig seine Wohnpauschale, vom Studentenwerk bezahlt, los. Und der sicher berechtigte Wunsch vieler junger Flüchtlinge auf ein Dach über dem Kopf beim Studium wird die Situation zukünftig ebenfalls noch verschärfen.

Ab und an gibt es auch noch alt eingesessene Wohngemeinschaften mit älteren Mietverträgen und ergo geringeren Wohnkosten für Studenten. Doch diese WG-Plätze sind rar und leider lassen sich nur wenige Vermieter auf die Gründung einer Wohngemeinschaft ein, wenngleich nicht unbedingt gerechtfertigt.

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Die Zukunft der Wohnkosten für Studenten

Es sieht relativ düster aus, soviel ist klar. Ob Heidelberg oder Freiburg, Berlin oder München, mittlere und große Universitätsstädten ächzen bereits aktuell schon unter dem normalen Mangel an Wohnraum und die derzeitige Neubautätigkeit liegt weit unter den Erwartungen der Politik und der Wohnraumsuchenden generell. Auf zwei Faktoren wird es ankommen, um die kalkulierten Wohnkosten für Studenten den realen Gegebenheiten anzupassen. Einerseits kann die Politik die staatliche Unterstützung in Form der Wohnpauschale (BaföG) den tatsächlichen Gegebenheiten in den jeweiligen Unistädten auf regionale Gegebenheiten hin anpassen und/oder in Wohnheime investieren. Und andererseits wäre auch eine staatliche Unterstützung für staatliche Wohnungsbaugesellschaften vorstellbar, die WG´s einrichten.

Letztlich kann es nicht Ziel sein das Studieren an sich an die Einkommensverhältnisse der Studenten anzupassen. Sich bilden zu können ist und bleibt ein gesamtgesellschaftliches Unterfangen und Deutschland täte gut daran Studierende besser zu unterstützen um den Wirtschaftsstandort nachhaltig positiv zu beeinflussen.

Foto: (c) ungermedien/ fotolia.com

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