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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

29.08.2017

Werden Nebenkosten bald zum All-Inclusive-Modell?

Dass die Nebenkosten als Pauschale in der Gesamtmiete einkalkuliert werden ist sicher die Ausnahme. Die Gewinnung von Strom durch Sonnen- und Windenergie wird in naher Zukunft jedoch die Mietkalkulationen verändern. Bei aktuellen Neubauten in Brandenburg werden die Nebenkosten zum All-Inclusive-Modell und andere Beispiele gibt es bereits.

Zum Nettomietzins kalkulieren Vermieter stets die Betriebskosten des Hauses und die verbrauchsabhängigen Energiekosten. Es geht ja auch nicht wirklich anders. Doch je mehr Ökostrom fließt und intelligente Energiegewinnungsverfahren bei Neubauten installiert werden, umso mehr switchen Wohnungsbaugesellschaften zur All-Inclusive-Miete um.

In Brandenburg werden Nebenkosten zum All-Inclusive-Modell

Nebenkosten all inclusive | Foto: (c) Gina Sanders/fotolia.comEin zukunftsweisendes Projekt entsteht gerade in der Stadt Brandenburg. Dort errichtet die Cottbuser Wohnungsbaugesellschaft gerade zwei Neubauten, bei denen eine Solaranlage verbaut wird, die den Mietern Strom und Wärme liefern soll. Geplant ist es, diese Energiekosten in die zukünftige Mietzahlung zu inkludieren.

In Form einer Flatrate soll die Miete als feste und fixe Miete inklusive Strom und Wärme kalkuliert sein, auf einige Jahre. Dabei soll die verbaute Solaranlage bis zu 70 Prozent des individuellen Bedarfes decken und für den Rest plant die Wohnungsbaugenossenschaft einen Pauschalvertrag mit der örtlichen Energiewirtschaft.

Solarstrom als fester und pauschaler Mietanteil?

Diese Heragehensweise ist bis dato sicher eine Ausnahme, aber bei Neubauprojekten und der sukzessiven Abkehr von fossilen Brennstoffen und Atomstrom kann dies die Zukunft sein. Entwickelt wurde das Konzept von einem Solartechnikunternehmen und die Anfragen von Wohnungsbaugesellschaften häufen sich.

Doch warum sind pauschale Nebenkosten eine Ausnahme? Das liegt in erster Linie an den bestehenden Regelungen zur Heizkostenverordnung. Diese schreibt eine verbrauchsabhängige, also individuelle Abrechnung, vor. Doch sind diese Regelungen aufgrund immer besser werdenden wärmedämmender Bauweisen vielleicht schon bald Geschichte. Diese, bisher nur aus Studentenwohnheimen bekannte Kalkulationsweise der Miete könne, so der Mieterbund, sinnvoll sein, wenn es sich für die Mieterschaft rechnen sollte.

Und auch wenn sich diese Idee in Teilen bei größeren Projekten durchsetzen wird, ist sie doch bei Bestandsbauten kaum realisierbar.

Realität und Zukunft von Nebenkosten als All-Inclusive-Modell

In Deutschland wird der eigene Stromzähler, der den individuellen Verbrauch misst, auch zukünftig das Maß aller Berechnungen bleiben. Und doch sehen viele Wohnungsbauunternehmen einen neuen Trend. Zwar ist die Miete inklusive pauschaler Energiekosten stark vom Standort abhängig, aber einige Ausnahmen gibt es schon, dort, wo die Neubauten mit wenig zusätzlicher Wärme auskommen und die Dämmeigenschaften ideal sind. So wurden in Schleswig und in Husum bereits Objekte erreichtet, in denen die Wärme von einer Solaranlage produziert wird.

Die Cottbuser Wohnungsbaugesellschaft hält bei dem Neubauprojekt in der Stadt Brandenburg den Wegfall des Stromzählers, sowie die nicht mehr notwendigen Abrechnungen für ein schlagendes Argument, auch wenn die Energiekosten am Markt zukünftig steigen sollten.

Die Nachfrage nach dem so genannten energieautarken Wohnen wird auch laut dem Institut Wohnen und Umwelt GmbH steigen. Die Thematik der Energieversorgung von Immobilien wird immer mehr ein Thema bei den Wohnungsbaugesellschaften und Projektentwicklern. Und das der Bauherr ohnehin, ob beim selbst genutzten oder vermieteten Objekt, auf die Nebenkosten achtet und Energie sowieso immer teurer wird, dürfte klar sein.

Hinzu kommt, dass Mietinteressenten stets nach der Bruttowarm, oder Gesamtmiete fragen. Letztlich geht es um die Gesamtbelastung die kalkulierbar sein soll. Und die Bundesregierung hat den Grünen Strom ebenfalls im Blickfeld. Erst vor kurzem wurden die Grundlagen geschaffen, dass Vermieter einen Zuschuss bekommen, wenn sie den Strom aus der Solaranlage an die Mieter weiterverkaufen.

Wie auch immer man über das Thema Nebenkosten als All-Inclusive-Modell denkt, wird die Allgemeinheit, die Mieter und Vermieter und letztlich auch die Politik auch weiterhin das Thema Wärme und Strom sensibel betrachten und Konzepte protegieren und entwickeln, die allen zu Gute kommen - vor allem der Umwelt.

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