Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Wenn die Wärmedämmung bei einer Fassadensanierung verpflichtend wird


Der Zahn der Zeit nagt an vielen Altbauten. Aber auch bei Immobilien, die nicht einmal älter sind als 20 Jahre, ist eine Fassadensanierung oft unumgänglich. Doch wann muss der Außenputz erneuert werden und welche Kosten kommen auf einen Vermieter zu? Und was schreibt der Gesetzgeber in Sachen Wärmedämmung vor, wenn eine Komplettsanierung der Außenmauern unumgänglich ist?

Meisten im Frühjahr lassen sich Schäden an einer Immobilie während des zwingend anzuratenden Frühjahrschecks entdecken. Kleine Risse an der Fassade wurden zu großen und ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es weit über 20 Jahre er ist, als das Haus im äußeren, neuen Glanz erstrahlte. Nun ist es aber wieder soweit und eine komplette Sanierung der Fassade wird fällig. Doch wie genau erkenne ich als Eigentümer einer Immobilie, ob und wie weitreichend eine Fassadenerneuerung fällig ist?

Wenn der Putz bröckelt und Unsichtbares zu Tage kommt

Die so genannte "Gummihammerprobe" ist so ziemlich das erste, was ein professioneller Handwerksbetrieb durchführt, um zu prüfen, wie weitreichend die Fassadensanierung geht oft mit Wärmedämmung einher |  Foto: (c) smuki/ fotolia.comSchäden an der Fassade überhaupt sind. Dabei "klopft" man den schadhaften Außenputzbereich mit einem Gummihammer ab, um Hohlräume zu erkennen, die durch Wassereinschlüsse und Frost entstanden sind.

Bei kleineren Putzschäden werden diese aufgebrochen, gereinigt und fachgerecht verputzt. Jedoch schleichen sich nach einer Zeit von gut 20 Jahren weiterführende Schäden an der Fassade ein und eine Komplettsanierung ist unumgänglich. Doch was ist in einem solchen Falle genau zu beachten, auch anzuraten?

Wenn die Wärmedämmung unumgänglich ist

Vermieter in Deutschland sind im Falle einer Komplettsanierung der Fassade gesetzlich verpflichtet die so genannte "Energiesparverordnung" zu beachten. Mit anderen Worten: fällt der Putz großflächig runter, kommen hohe Kosten auf den Vermieter zu, da eine Wärmedämmung anzubringen ist, auch wenn es vorher keine gab. Diese Verpflichtung regelt die Energiesparverordnung, EnEV. Kurzum besagt sie, dass Neubauten seit dem 01.02.2002 einen Energieausweis gemäß § 16 EnEV benötigen, ergo eine entsprechende Wärmedämmung. Und für Altbauten gilt seit dem 01.10.2008 dasselbe, nur darüber hinaus: Wärmedämmung ist ein Muss, auch wenn es sich um "wesentliche bauliche Veränderungen" handelt, so der Gesetzestext. Und eine Komplettsanierung der Fassade ist als eine solche zu betrachten. Doch dies muss nicht gänzlich ein Nachteil sein, im Gegenteil.

Der Staat fördert energetische Sanierungen und auch die öffentliche Hand bietet durch subventionierte Kredite diese Form der Wärmedämmung. Doch die Kosten sind relativ hoch. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus sind schon mal circa 60.000 Euro zu berappen und ein Wohnhaus mit 16 Wohneinheiten ist mit circa 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu kalkulieren.

Welches Einsparpotential bietet eine Wärmedämmung der Fassade?

Der Winter war kühl und nass und in den Innenräumen war es warm. Dies fordert nicht nur das physikalische Verhalten des Außenputzes, sondern fördert auch Algenwachstum, dass die Bausubstanz nachhaltig schädigen kann. Es ist also ratsam, einen Fachbetrieb im Vorfeld zu befragen, gegebenenfalls auch mehrere Meinungen einzuholen.

Bei einem Mehrfamilienhaus als Beispiel, das 1912 erbaut wurde, über ein ausgebautes Dachgeschoss verfügt und als so genanntes "Reihenmittelhaus" daher kommt, sind gut 12 bis 15 Prozent Einsparpotential durch eine Fassadensanierung möglich, je nach Dämmungsart und Verwendung spezieller Bau- und Dämmstoffe. Dämmt man darüber hinaus zusätzlich noch das Dach ergeben sich gut 20 Prozent insgesamt und die zusätzliche Dämmung der Kellerdecke ergibt eine kumulierte Einsparung von 25 Prozent der bisherigen Heizkosten.

Welche Fassadensanierung ist ideal für meine Immobilie?

Diese Frage richtet sich generell nach der bisherigen Baustruktur. Häuser mit einer Holzfassade sollten, je nach Holzart, alle fünf Jahre neu angestrichen werden. Dabei kann man zwischen Lasuren auf Wasser- oder Lackbasis wählen. Als Vermieter oder Eigentümer sollte man jedoch den ökologischen und gesundheitlichen Aspekt nicht aus den Augen verlieren.

Bei Immobilien mit einer Außenputzfassade, bei der eine energetische Sanierung obendrein fällig ist, stehen zurzeit nur so genannte "Wärmedämmverbundsysteme" zur Verfügung und spezielle Putzarten. Diese stehen jedoch seit langer Zeit in der Kritik, da sie sehr anfällig für ein Algenwachstum sind, es zum Teil sogar begünstigen, was die Bausubstanz auch nachhaltig schädigen kann. Eine wirkliche Lösung ist noch nicht in Sicht, jedoch kann das Risiko durch eine Erweiterung des Dachüberstandes minimiert werden, damit die Fassade besser vor Regen oder Spritzwasser geschützt ist.

Als Ergebnis sollte man festhalten, dass jede Fassade, je nach Bauart, nach mindestens 20 Jahren einer Komplettsanierung bedarf. Durch fachgerechtes und regelmäßiges Überprüfen der Bausubstanz kann zwar Schlimmeres verhindert werden, aber jede Außenhaut einer Immobilie hält kein Leben lang. Die Kosten können sehr hoch sein, das Einsparpotential einer gesetzlich dann vorgeschriebenen Wärmedämmung über die Jahre aber ebenfalls. Und wenn man seine Immobilie werthaltig und nachhaltig betrachtet und stets begutachtet, sollte man jedem Häuschen ab und an ein neues Kleid gönnen. Es sieht nicht nur gut aus -es rechnet sich auch.

Foto: (c) smuki/ fotolia.com

Für Hausverwalter
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von HausverwalterScout.

Kostenlos und unverbindlichFinden Sie eine passende Hausverwaltung in Ihrer Nähe

  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!