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Wenn Immobilienbesitz durch Preisexplosion zum Luxusgut wird


Die Deutschen gewöhnen sich immer mehr an die zum Teil explodierenden Immobilienpreise in den Städten. Wer mit einer guten Rendite rechnen will, muss sich dort umschauen, wo die meisten Faktoren noch stimmig sind. Eine Studie des Projektentwicklers BDP bestätigt, das Immobilienbesitz zum Luxusgut wird und die Preise bereits höher liegen, als in Frankreich und den Niederlanden. Doch die Studie verrät weitaus mehr.

4000 Verbraucher wurden von der BPD Immobilienentwicklung befragt und ergo zeigt Immobilienbesitz  | Foto: (c)  KB3 7 fotolia.comdas Ergebnis die wirklichen Zahlungsverpflichtungen der Befragten und nicht, wie üblicherweise, die ermittelten Angebotspreise. Die Ergebnisse zeigen, entgegen der landläufigen Meinung, dass die reale Situation in Deutschland den Immobilienbesitz europaweit zum Luxusgut kürt.

Rasanter Preisanstieg in deutschen Städten nachgewiesen

Der Studie zufolge liegen die Preise für Immobilieneigentum nunmehr höher, als in den Niederlanden oder in Frankreich. München ist hier auch noch der Spitzenreiter bei 7.500 Euro pro Quadratmeter für eine Neubauwohnung. Aber auch die Hauptstadt und Hamburg kratzen an der 5.000-Euro-Marke und das Rhein-Main-Gebiet ziehe mit gut 4.000 Euro sukzessive nach.

Deutschland und seine Nachbarn im Fünf-Jahres-Rückblick

Im Durchschnitt liegt der Verkaufspreis über alle Metropolen hinweg bei 3.500 bis zu 4.000 Euro für den Quadratmeter, wohingegen die Durchschnittpreise in den Niederlanden mit 2.900 bis 3.600 Euro eher moderat ausfallen. Die Analysten gehen davon aus, dass die Preisexplosion auch in dem Hinnehmen des jeweiligen Kaufpreises liegt, letztlich (fast) jeder Preis akzeptiert wird. Auch im Segment der Eigentumswohnungen konnte der Standort Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn aufholen. In den letzten fünf Jahren stieg der Quadratmeterpreis in Frankreich von durchschnittlich 3.102 auf 3.188 Euro, in den Niederlanden von 2.435 auf nur noch 2.355 Euro und in der Bundesrepublik von 1.816 auf 3.032 Euro. Hier ist man dann geneigt, von einer Preisexplosion zu sprechen.

Aber nicht nur die Quadratmeterpreise für Neubauten und Eigentumswohnungen wurden verglichen, auch im Segment der Reihenhäuser wurden Verbraucher befragt. Und nicht nur Kaufpreise, auch die Mieten waren Teil der Befragungen, die selbst in kleineren Städten aller drei Länder durchgeführt wurden. Gut 20 bis 25 Prozent liegen die Mieten und Kaufpreise über denen in Frankreich und den Niederlanden.

Die Gründe für die Preisexplosion

Laut dem Projektentwickler liegen die Gründe für die teils horrenden Preissteigerungen in den höheren Baulandpreisen und dem Fehlen neu ausgewiesenen Baulands. Die Bevölkerung in den Großstädten zwischen Rhein und Oder nimmt stetig zu und Städte wie München, Hamburg und Berlin ächzen nicht nur unter dem Mangel an Neubauten, insgesamt wurde in Deutschland zu wenig neu gebaut. In den letzten fünfzehn Jahren entstanden in Frankreich gut 400.000 pro Jahr, mithin sechs Millionen Neubauwohnungen. Deutschland kommt im gleichen Zeitraum auf nur drei Millionen. Dies erhöht die Nachfrage bei stetig stagnierendem Angebot und treibt die Preise in die Höhe.

Die Verlierer der Preisexplosion bei Immobilien

Junge Menschen zwischen 25 und 40 Jahren gehören klar zu den Verlierern dieser Entwicklung. Das Verbändebündnis "Wohnperspektive Eigentum" kommt zu dem Schluss, dass immer mehr Menschen durch die hohen Preise von der Schaffung von Wohneigentum ausgeschlossen sind.

Die Wohneigentumsquote ist ein Datum, an dem sich dies gut erlesen lässt: In wirtschaftlich wachsenden Regionen und Gegenden mit einer demografischen Dynamik wie Hessen, Baden-Württemberg oder auch Bayern, aber auch in Großstädten wie Hamburg, sei diese Wohneigentumsquote gesunken. In dem beauftragten Gutachten, das das Pestel-Institut erstellte wird klar, dass jüngere Menschen sich keine eigene Immobilie mehr leisten wollen, bzw. können. Im Zeitraum 2002 bis 2014 sei der Anteil der Wohnungseigentümer bei den 30 bis 40-Jährigen um 10 Prozentpunkte gesunken, so das Institut.

Laut BPD wird die Luft am Immobilienmarkt für den Durchschnittsverdiener immer dünner und Haushalte mit unterdurchschnittlichen Einkommensverhältnissen sind fast ganz vom gewünschten Immobilienbesitz ausgeschlossen. Der sozialpolitische Aspekt könnte zukünftig zu kurz kommen, wenn trotz niedriger Zinsen und fehlenden Anlagealternativen die Altersvorsorge kaum mehr über das selbst genutzte Eigenheim gedeckelt werden kann.

Die Forderung des Verbandsbündnisses ist demzufolge klar und deutlich: Wohneigentum sollte stärker gefördert werden. Dies kann durch zusätzliches Bauland ebenso geschehen, wie finanzielle und direkte Finanzhilfen an zukünftige Bauherren, oder auch steuerliche Entlastungen. Die Politik müsse sich Pro-Immobilieneigentum entwickeln und eine 50-prozentige Wohneigentumsquote ist das Ziel, so das Verbandsbündnis.

Und am Ende braucht es Wohnraum, Wohnraum, Wohnraum, um die Nachfrage zu befriedigen und damit die Preisexplosion zu stoppen.

Foto: (c) KB3 7 fotolia.com

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