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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

29.02.2016

Welche Versicherungen sind für Immobilienbesitzer sinnvoll?

Man kann sich gegen (fast) alles versichern, soweit schon mal klar. Aber welche Versicherungen sind tatsächlich sinnvoll? Und gibt es nennenswerte Policen, die Eigentümer von Mehrfamilienhäusern abschließen sollten? Wir schaffen Klarheit, konkret und detailliert und geben Auskunft zu Gebäude- und Haftpflichtversicherung, sowie Elementarschäden und Tipps zu privaten Risiken und deren Absicherung, denen jeder Mensch ausgesetzt ist.

Die Zeiten, in denen das Risiko des Feuerschadens noch Pflicht für Immobilienbesitzer war, zumindest in einigen Bundesländern, sind längst vorbei. Heutzutage ist man völlig frei in der Wahl der möglichen Absicherungen, die man Wie seine Immobilie versichern? | Foto: (c) Janina Dierks / fotolia.comsich sprichwörtlich ins Haus holt. Aber es ist dennoch nicht alles sinnvoll und auf den Einzelfall passend, was der Versicherungsmarkt so bietet. Um Klarheit zu schaffen beginnen wir mit den Verträgen, die wir aus redaktioneller Sicht für unerlässlich erachten, also die Pflicht, nicht die Kür:

Die Haftpflichtversicherung

Diese Form der Absicherung ist deshalb notwendig, da sie vor Schadenersatzansprüchen Dritter schützt, also wenn Unbeteiligte in irgendeiner Art und Weise durch das Haus an sich geschädigt werden. Denn: Gemäß § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches, Absatz 1 haftet jeder Bürger, der einem anderen vorsätzlich, oder auch fahrlässig gegenüber handelt mit seinem ganzen Vermögen und ist zum Schadenersatz verpflichtet.

Ergo bedeutet dies, dass man als Eigentümer einer Immobilie auch für Schäden haftet, die vom Haus an sich, dem Grundstück, oder zum Beispiel dem Öltank aus gehen. Dies kann ein herunter fallender Dachziegel ebenso sein, wie die Verletzung der Streupflicht im Winter.

Als unerlässlich sind also die Haus- und Grundbesitzer-Haftplicht- und die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung zu erachten. Erst genannte gilt für bebaute, wie für unbebaute Grundstücke. Die letztgenannte Absicherung gehört dann ins Versicherungsportfolio, wenn sich ein Öltank auf dem Grundstück befindet, um Ansprüchen nach einem Leckschaden entgegen zu wirken.

TIPP: Mit dem Abschluss einer solchen Versicherung verfügt man als Versicherungsnehmer im Schadenfall über eine Art Rechtsschutz, da der Versicherer den Schadenhergang prüft und gegebenenfalls die Ansprüche auch abwehrt, auf eigene Kosten.

Die Wohngebäudeversicherung

Vorab ist zu bemerken, dass bei Immobilien, die noch mit einer Kreditschuld belastet sind, seitens der Bank (Gläubiger) eine Wohngebäudeversicherung über den Kreditvertrag in den meisten Fällen vertraglich verlangt wird. Und an sich ist diese Absicherung neben der Haftpflicht ebenfalls als absolut sinnvoll zu betrachten. Generell sind die Gefahren Feuer, Leistungswasser, Sturm und Hagel versichert. Schäden, die aus diesen Gefahren resultieren, sind meist sehr umfangreich und ziehen meistens ein erhebliches finanzielles Risiko für den Immobilienbesitzer nach sich. Im Leistungsfall bezahlt der Versicherer die Kosten für die Sanierung und/oder Reparatur, sogar Nässeschäden oder Löschschaden. Auch Abbruchschäden gehören ebenso zum Leistungsumfang wie die Kosten für einen vergleichbaren Neubau.

Während sich Einzeleigentümer selbständig um den Abschluss bemühen müssen, obliegt dem Verwalter bei der Wohnungseigentümergemeinschaft der Abschluss dieser Versicherung und die Wohnungseigentümer zahlen gemäß Teilungserklärung ihren Anteil an der Versicherungsprämie.

Die Elementarschadenversicherung

Diese Form der Absicherung schützt den Immobilienbesitzer vor den finanziellen Folgen von Naturereignissen die auf die Immobilie einwirken. Hierbei können, je nach Vertrag, die Risiken Hochwasser, Schneedruck, Lawinen und Erdrutsche, Erdsenkungen und Erdbeben und Vulkanausbrüche berücksichtigt werden, sowie Gefahren durch Überschwemmungen, Starkregen und Rückstau.

Einige Versicherer bieten die Versicherung gegen Elementargefahren innerhalb der Wohngebäudeversicherung an.

Wichtig: In einigen Regionen Deutschlands ist der Abschluss dieser Versicherungsart nicht möglich, zumindest in Teilen. Dies gilt für Gebiete, in denen es häufig zu Überschwemmungen kommt, so zum Beispiel entlang der Oder oder des Rheins.

Im Leistungsfall übernimmt der Versicherer die Kosten für die Reparaturen im und am Haus und den dazu gehörigen Nebengebäuden, die Trocknung des Gebäudes und die Kosten der Sanierung, sofern notwendig. Im Zweifel und beim Totalschaden werden die Kosten für die Konstruktion und den Bau eines so genannt "gleichwertigen Hauses" übernommen. Hier ist jedoch darauf zu achten, dass die Versicherungssumme auf den tatsächlichen Wiederaufbauwert angepasst ist.

Als Kür, also nicht als unerlässlich zu betrachten sind Absicherungen wie zum Beispiel die Rechtschutzversicherung, wenngleich diese bei Mehrfamilienobjekten bereits eine sinnvolle Kostenversicherung darstellt.

Für so genannte Reparaturversicherungen, oder auch Glasversicherungen gilt: Immer die Prämie in das Verhältnis zu den möglichen Kosten setzen. Hier sollte man als Eigentümer mit seiner Hausverwaltung reden und monetär klug planen ob sich solche Policen wirklich lohnen.

Wichtig und richtig sind aber immer die Versicherungen für Eigentümer, die vor den persönlichen, finanziellen Risiken schützen, wenn die Immobilie noch nicht abbezahlt ist. Dies können, je nach individueller Betrachtung die Risikolebensversicherungen ebenso sein, wie eine Restschuldversicherung, die dann vor dem finanziellen Ruin schützt, wenn der Eigentümer durch Berufsunfähigkeit oder den Tod nicht in der Lage ist den Baukredit zu bedienen.

Also Augen auf bei der Versicherungsberatung! Sprechen Sie mit Ihrer Hausverwaltung über mögliche Risiken und ziehen sie diese bei den Beratungsgesprächen hinzu. Und - holen sie stets Vergleichsangebote von mehreren Versicherungsgesellschaften ein, bevor sie einen Vertrag unterschreiben.

Foto: (c) Janina Dierks / fotolia.com

Achtung: Der Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar und ersetzt diese auch nicht.

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