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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

04.07.2017

Vom Mietrecht und dem Recht seine Wäsche zu waschen

Eine Waschmaschine gehört in der Regel zum grundlegenden Inventar einer Mietwohnung. Und doch entzündet sich oft Streit an der Frage, wann und in welcher Form der Mieter seine Wäsche waschen darf. In vielen Mietverträgen sind nichtige Klauseln enthalten, aber das Mietrecht ist kaum dehnbar. Und wie sieht es eigentlich mit dem Wäschetrockner in der Mietwohnung aus?

Es ist ein altes Streitthema zwischen Vermieter und Mieter: die Wäsche. Der Eigentümer befürchtet zu Recht Schimmel-oder Wasserschäden ob des falschen Waschen in der Wohnung | Foto: (c) TR/fotolia.comUmgangs beim Wäsche waschen. Doch was genau darf ein Vermieter verbieten und was keinesfalls?

Das Recht seine Wäsche zu waschen

Es gehört zum so genannten und im BGB rezitierten vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung die Wäsche waschen und auch trocknen zu dürfen und Schäden, die aus diesem üblichen Gebrauch entstehen, hat der Mieter nicht zu verantworten. Demzufolge sind Klauseln im Mietvertrag nichtig, die dieses Mieterrecht einschränken oder gar verbieten. Formulierungen wie ?Dem Mieter ist es untersagt eine Waschmaschine oder einen Wäschetrockner aufzustellen und diesen zu gebrauchen- sind vertraglich nichtig.

Demzufolge handelt ein Mieter nicht vertragswidrig, wenn er, trotz Vorhandensein einer solchen Klausel, seine Wäsche in der angemieteten Wohnung wäscht und trocknet. Dies gilt selbst dann, wenn der Vermieter eine Waschmaschine stellt, zum Beispiel in einem eigens dafür hergerichteten Waschraum.

Achtung: Das Amtsgericht Solingen stellte sich auf die Seite des Vermieters. Hier musste der Mieter seine eigene Waschmaschine in der Waschküche installieren, da der Mietvertrag eine entsprechende Regel vorsah.

Ist das Aufstellen eines Wäschetrockners erlaubt?

Kurz und knapp: Ja, das Anschließen eines Wäschetrockners darf dem Mieter grundsätzlich nicht verboten werden. Jedoch kann der Vermieter die Nutzung eines Ablufttrockners einschränken, da dies ggf. nicht ordnungsgemäß vollzogen wird. Das heraushängen des Abluftschlauches aus dem Fenster kann nämlich die Nachbarn stören, die ihrerseits eine gerechtfertigte Mietminderung aussprechen könnten. Die Verwendung eines Kondensattrockners ist jederzeit statthaft.

Und wie sieht es mit dem Wäscheaufhängen aus?

Auch hier darf dem Mieter das Aufhängen und Lufttrocknen der Wäsche nicht untersagt werden, sofern es sich um die Alltagswäsche handelt. Auch das Vorhandensein spezieller Trockenräume, die der Vermieter explizit zur Verfügung stellt, beschneiden dieses Recht nicht.

Jedoch darf durch die Trocknung kein nachweislicher Schimmel am Baukörper entstehen. Hier wäre der Mieter schadenersatzpflichtig und in der kausalen Konsequenz nach erfolgloser Abmahnung auch kündbar.

Ebenso ist auch das Trocknen der Alltagswäsche auf dem Balkon oder der Terrasse erlaubt und dies darf vermieterseitig auch nicht durch die Hausordnung verboten werden. Jedoch ist eine Belästigung der Mitmieter durch ein Heruntertropfen beim Wäschetrocknen auf dem Balkon zumindest abmahnfähig.

Wann dürfen Mieter die Waschmaschine anstellen?

Hier sieht das Mietrecht zeitlich keine Einschränkungen vor. Jedoch muss der Mieter die gesetzlichen Rahmenbedingungen, sprich Ruhezeiten beachten, sowie die in der Hausordnung beinhalteten Ruhezeiten. Wenn ein Mieter also nachts die Waschmaschine anstellt und kein Mitmieter sich dadurch belästigt fühlt, gilt "wo kein Kläger, da kein Richter".

Tipp: Sollten sich Mitmieter über ein stetes nächtliches Waschmaschinengeräusch beschweren, sprechen sie den betreffenden Mieter schriftlich an, dies zu ändern, bevor sie die Abmahnkeule schwingen.

Die Ausnahme wäre das zur Verfügung stellen eines Waschraumes seitens des Vermieters. Hier kann die Benutzung des entsprechenden Raumes vertraglich geregelt werden und eine Nutzung während der Nachstunden verboten werden.

Im Resümee gehört also das Aufstellen und die Nutzung einer Waschmaschine und eines Kondensattrockners zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung und darf nicht durch Klauseln im Mietvertrag eingeschränkt werden. Das Recht seine Wäsche zu waschen und aufzuhängen hat also jeder Mieter. Nur bei der Gefahr von Schimmelbildung oder falscher Nutzung, sowie bei der Belästigung anderer Mieter kann und sollte der Vermieter einschreiten und besitzt das Recht zur Abmahnung des Mieters, sofern beweisbar und kausal belastbar.

Foto: (c) TR/fotolia.com
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