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Verschärft die Flüchtlingskrise die Immobilienkrise?


Als Immobilienkrise definiert sich der Wohnungsnotstand für Mieter, die aufgrund zu weniger Mietwohnungen entweder keine finden oder horrende Preise zahlen müssen. Die Flüchtlinge, die zahlreich in Deutschland ankamen und noch kommen erhöhen die Nachfrage an Wohnraum. Was muss die Politik tun und wie verschärft die Flüchtlingskrise die Immobilienkrise?

Wohnungsmarkt Flüchtlinge | Foto:(c) 2886138//pixabay.com


Vorab möchten wir klarstellen, dass wir keinesfalls eine politische Meinung abbilden wollen zum Pro und Contra zum Asyl von Flüchtlingen in Deutschland. Dennoch wollen wir uns mit der Thematik beschäftigen wie die Geflüchteten, die in unserem Land Asyl beantragen und nachfolgend Wohnraum suchen, die Immobilienkrise verschärfen.

Zuzug von Flüchtlingen beeinflusst Wohnungsmarkt

Es hat eine Weile gedauert, aber sukzessive verlassen viele tausend Geflüchtete aus Ländern wie vor allem Syrien und dem Irak die Auffanglager und suchen, nachvollziehbar, entsprechenden Wohnraum. Und nicht nur in den Metropolen wie Hamburg, München oder Berlin spürt man den zunehmenden Druck, der durch die nun erhöhte Nachfrage entsteht. Auch und gerade in Kleinstädten sind Mietwohnungen Mangelware und die Politik ist, mehr denn je, auch auf Landes- wie Bundesebene, gefragt schnell zu handeln.

Der RDM, Ring Deutscher Makler, warnt bereits vor einer Verschärfung der Immobilienkrise und fordert die Politik auf notwendige Bauvorhaben zügig umzusetzen. Man "spüre" den Zuzug der Geflüchteten bereits am Wohnungsmarkt, so der Verband und man rechne nicht damit, dass sich der Bedarf an Wohnraum ohne zügige Strategien decken lässt.

Informationen der Bundeszentrale für politische Bildung

Damit man genau weiß, wie viele Menschen seit Beginn 2015 auf den deutschen Wohnungsmarkt drängen hier ein paar Zahlen der Bundeszentrale für politische Bildung:

Im Zeitraum von 01.2015 bis 08.2016 stiegen die Asylanträge (Erstanträge) von etwas über 20.000 auf über 90.000 pro Monat. Zwischen 01.2016 bis 12.2016 nahm das Bundesamt über 222.000 Asylanträge entgegen. Seit Oktober 2016 ist die Anzahl der Asylanträge in Deutschland wieder rückläufig und im Januar 2018 wurden circa 13.000 Anträge auf Asyl gestellt.

Dabei sind die Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge keine realen Zahlen, da es zum Teil Monate dauern kann bis ein Erstantrag auf Asyl gestellt werden kann und die Verweilzeiten in den Auffanglagern relativ lang sind.

Wir wollen diese Daten einmal auf die Hauptstadt übertragen und die Herausforderungen für den Wohnungsmarkt in Berlin exemplarisch herausarbeiten.

20.000 fehlende Wohnungen in Berlin

Bis zum Jahr 2030 rechnen Experte mit 300.000 neuen Berlinern und schon jetzt ächzt die Stadt an Spree und Havel unter der Immobilienkrise. Daher macht es Sinn sich die Anzahl der Asylanträge dort anzuschauen.

In 2015 verzeichnete Berlin 33.281 Erstanträge, in 2016 27.247 und in 2017 nur noch 9.369, mithin also 69.897 Erstanträge auf Asyl in drei Jahren. Wie viele der Geflüchteten in Berlin dann tatsächlich verbleiben und eine Wohnung suchen ist schwer einzuschätzen, auch weil die Zahlen der Registrierungen von den tatsächlichen Asylanträgen strak abweichen und die "Rückkehrer" ebenfalls in Zahlen schwer darstellbar sind in den nächsten Jahren.

Denkt man aber, dass in Berlin mindestens 20.000 Mietwohnungen pro Jahr gebaut werden müssen um die Nachfrage halbwegs zu befriedigen und real nur die Hälfte neu gebaut wurde (2017) scheint die Immobilienkrise durch die Geflüchteten eine neue Dimension anzunehmen.

Forderungen der Experten an die Politik

Es dauert alles zu lange und Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre rächen sich im Heute. So könnte man das bisherige Fehlverhalten des Berliner Senates in Punkto Immobilienkrise auf den Punkt bringen. Fakt ist, dass zu wenig Bauland ausgewiesen wurde, bis heute. Ferner dauerten viele Baugenehmigungsverfahren zu lange, wie wir bereits hier berichteten.

Doch dass der Berliner Senat in Zeiten geringer Immobilienpreise seine Wohnungen verkaufte, nun aber in der Hochpreisphase wieder am Immobilienmarkt einkauft, bezeichnen Experten als ein schlechtes Geschäft und überdies zu teuer für den Steuerzahler. Hinzu kommt, dass nicht nur die landeseigenen Immobiliengesellschaften auf Baugrund gerne sitzen bleiben, aber dies ist überall der Fall, denn wer rationalisiert seinen eigenen Arbeitsplatz selber weg.

Es macht absolut Sinn Neubauten durch die öffentlichen Genossenschaften zu stärken. Ferner müssen Genehmigungsverfahren nicht nur leichter, sondern vor allem schneller durchgeführt werden. Ebenso müssen die Politiker daran arbeiten, und das ist vor dem Hintergrund hunderttausender Geflüchteter zwingend notwendig, den sozialen Wohnungsbau wieder zu protegieren um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Hier erwähnte jüngst der RDM die Bebauung des Tempelhofer Feldes, früher Flughafen Tempelhof. Durch eine Randbebauung des 400 Hektar großen Areals könnten tausende von Neubauwohnungen entstehen, innerstädtisch und bezahlbar. Aber auch hier tut sich der Berliner Senat schwer die Notwendigkeit an seine Bürger positiv zu kommunizieren.

Und mit noch einem Problem scheinen sich Metropolen herumzuschlagen: Investoren zielen oft auf Gewerbeeinheiten und Einkaufszentren, dort, wo es eine hohe Kaufkraft gibt. Doch es gibt keine regulierenden Instrumente die den Mietwohnungsmarkt vor den Gewerbeimmobilien protegiert. Dadurch fließen Milliarden von Euros in neue Einkaufspaläste, die in dieser Masse kein Mensch benötigt.

Vielleicht zeigt sich an der Flüchtlingskrise nicht nur DAS gebaut werden muss, sondern auch das WANN - nämlich schnell und politisch unkompliziert.

Foto:(c) 2886138//pixabay.com

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