Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Vergleich: Immobilie mieten oder kaufen?


Neben ganz individuellen Wohnbedürfnissen stellt sich jeder einmal die Frage aller Fragen: Soll man eine Immobilie mieten oder kaufen? Bei solch einem Vergleich geht es um finanzielle Gedanken, sowohl was die dauerhaften Belastungen angeht, als auch die Ersparnisse im Alter. Eine Studie hat sich an den Vergleich der Wohnkosten von gemietetem Wohnraum und Immobilieneigentum gewagt, mit erstaunlichen Ergebnissen.

Kaufen oder mieten | Foto: Tumisu/pixabay.com


Jeder Seite hat so seine Argumentationen. Die typischen Mieter verweisen auf die Flexibilität von Wohnraum, die sich jeder individuellen Lebenssituation anpassen kann, aber auch auf die Sorglosigkeit, die das Mieterdasein so mit sich bringt. Die typischen Immobilieneigentümer denken an das Alter und kalkulieren eher klar, welche Vorteile das eigene Haus oder die Eigentumswohnung so mit sich bringt. Doch kann man beide Wohnarten vergleichen? Ja, zumindest vom finanziellen Aufwand her, wie eine Studie jetzt belegt.

Studie wagt sich an den Vergleich - Immobilie mieten oder kaufen

Die aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts IW Köln belegt, dass die Kosten des selbst genutzten Eigentums um ein Drittel geringer sind, als die eines Mieters in Deutschland. Und noch ein Umstand scheint vielen nicht wirklich bewusst zu sein. Die Studie belegt, dass Mieten weitaus teurer ist, als kaufen, auch in den Metropolen.

In die Datensätze flossen bei den Immobilienkäufen alle relevanten Kosten ein, wie der Kaufpreis und die entsprechenden Kaufnebenkosten, die Zinsen während des Kredites, alle Instandhaltungs- und Modernisierungskosten und sämtliche Steuerbelastungen. Diese wurden mit den Mietbelastungen, auch perspektivisch, verglichen.

Hier finden Sie kostenlos einen Hausverwalter:

Am Ende, so die Studie, sei der Unterschied zwischen mieten oder kaufen in Frankfurt am Main mit 38,6 Prozent zugunsten des Kaufens am höchsten, gefolgt von Hamburg mit 35,5 Prozent. München fällt mit einem Unterschied von 26,4 Prozent am niedrigsten aus im Städteranking, da das Mieten an sich in der bayerischen Hauptstadt vergleichsweise hoch ist.

Kurzum: kaufen ist definitiv kostengünstiger, als ein vergleichbares Objekt zu mieten, sogar heute noch und selbst bei den steigenden Immobilienpreisen, die zugegebenermaßen in 2018 nicht mehr die Steigerungen aufweisen werden, wie die Jahre zuvor. Nur woran liegt es, dass so viele Deutsche Mieter bleiben ? wollen oder müssen?

Warum die Deutschen das Mieten bevorzugen

Bevorzugen ist in diesem Zusammenhang ein eher falscher Begriff. Deutschlands Mieter finden einfach keinen Einstieg in den Immobilienmarkt, trotz historischen Niedrigzinsen. Zwar sind die Zinsen für Baugeld schneller gesunken, als die Immobilienpreise in den letzten 10 Jahren stiegen, aber es liegt, ganz klar, an der Eigenkapitalquote, die mit 20 Prozent, besser mit 30 Prozent kalkuliert werden sollte.

Wer eine Immobilie von 100 Quadratmetern in Frankfurt, Stuttgart oder München erwerben will muss schon mit Kaufpreisen von circa 500.000 Euro rechnen. Das Problem: gut 20 Prozent, also 100.000 Euro sind als Eigenkapital ein Muss, zuzüglich Kaufnebenkosten. Jedoch, und auch das belegen Studien, verfügen nur 11 Prozent der Deutschen über einen Kapitalstock von mehr als 50.000 Euro. Selbiges gilt für ein kleines Einfamilienhaus in der Peripherie der Hauptstadt. Gut 70.000 Euro für das Grundstück und 150.000 Euro für das kleine Einfamilienhaus und schon müssen mindestens 48.000 Euro berappt werden, inklusive Nebenkosten. Viel Geld, für den Otto-Normal-Verbraucher.

Wenn man bedenkt, dass 100.000 Euro geborgtes Geld zurzeit nur 1.500 Euro pro Jahr kosten, ist dies ein trauriger Tatbestand. Wohl aber ist das nicht vorhandene Eigenkapital einer der Hauptgründe, warum nur 53 Prozent der Deutschen in der eigenen Immobilie wohnen und damit im EU-Ranking mit durchschnittlich 71 Prozent, weit hinten liegen.

Hinzu kommt, dass viele Interessierte ihre Immobilie zu spät erwerben. Wer es schafft sein Eigentum relativ weit vor dem Rentenantritt abzuzahlen, hat nachweislich im Alter ein höheres Vermögen. 25 Jahre Kreditlaufzeit wären aufgrund der Zinsbelastung und höheren Tilgungssätzen heutzutage möglich, nur real schaffen es viele erst mit 35 Jahren und dann schwindet der Unterscheid zwischen kaufen und mieten. Aber auch erwähnenswert sei, dass die Nettoreallöhne in den letzten Jahren nicht im Ansatz so stiegen, wie die Kaufpreise der Immobilien und dies schafft Unsicherheiten.

Die Folgen des ständigen Mietens in Deutschland

Als IngDiba im letzten Herbst eine Umfrage durchführte erklärten 56 Prozent, dass sie wohl nie Immobilieneigentum besitzen würden. Diese Aussage spricht Bände. Aber es steckt weitaus mehr dahinter. Die Mieten stiegen gerade in den Metropolregionen so stark in den letzten Jahren an, dass ein normaler Haushalt kein Kapital ansammeln konnte. Gut 30 Prozent für die Mietkosten hinzublättern ist für viele mittlerweile ein Traum. Und an guten Alternativen am Kapitalmarkt haperte es und hapert es nach wie vor. Lebensversicherungen taugen kaum zur Vermehrung des hart verdienten Geldes bei und Sparanlagen und Tagesgeld sind ebenso keine gewinnbringende Alternative.

Die Schere zwischen arm und reich zeigt sich nicht nur auf den Giro- und Sparkonten, sondern auch beim Immobilieneigentum. Zwar scheint der Gesetzgeber mit dem Baukindergeld und steuerlichen Entlastungen für familiäres Bauen die Deutschen zum Kauf zu locken, aber das wird, so unsere Meinung, kaum zu einem Run williger Bauherren auf die übrig gebliebenen Grundstücke führen. Mieten an sich muss auf Dauer wieder preiswerter werden, damit die kommende Generation Geld ansparen kann, um vielleicht irgendwann selbst in den Immobilienmarkt einsteigen zu können. Was meinen Sie?

Foto: Tumisu/pixabay.com

Für Hausverwalter
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von HausverwalterScout.

Kostenlos und unverbindlichFinden Sie eine passende Hausverwaltung in Ihrer Nähe

  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!