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Umsetzung der Trinkwasserverordnung Teil II: Aufgaben und Ziele


Die Trinkwasserverordnung in Deutschland verfolgt das Ziel, das Trinkwasser so sauber und verträglich wie möglich zu halten. Um dies gewährleisten zu können, sind regelmäßige Kontrollen unerlässlich. Diese werden einerseits von den Wasserwerken durchgeführt, andere müssen Vermieterinnen und Vermieter vornehmen. Besonders eine Gefahr durch Legionellen muss im Namen der Gesundheit der Mieterinnen und Mieter ausgeschlossen werden.

Trinkwasserverordnung umsetzen | Foto: (c) RonPorter/pixabay.com

Sinn und Zweck der Trinkwasserverordnung

Das Wasser, das hierzulande aus den Hähnen kommt, ist in nahezu allen Fällen sauber und gesundheitlich unbedenklich. Das liegt unter anderem daran, dass deutsches Trinkwasser sehr vielen Kontrollen unterzogen wird, bevor es an der Entnahmestelle ausfließt. diese Kontrollen werden vom Umweltbundesamt vorgeschrieben, das im Trinkwasser eines der zentralen Lebensmittel aller Menschen sieht.

Dabei haben Vermieter spezielle Pflichten, sowie die Untersuchungspflicht, aber auch die Anzeigepflicht, wie im ersten Teil umfassend beschrieben.

Sowohl die EU-Trinkwasserrichtlinie 98/83/EG auf EU-Ebene als auch die deutsche Trinkwasserverordnung auf Landesebene schreiben Qualitätsanforderungen für Trink- und Leitungswasser vor. Das Ziel solcher Richtlinien und Verordnungen ist es, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Aktuell ist das Qualitätsniveau des deutschen Trinkwassers sehr hoch. Die Bestimmungen sollen dafür sorgen, dass das so bleibt.

Diese Aufgaben übernehmen die Wasserwerke

Bei der Gewinnung und Aufbereitung von Trinkwasser obliegt die Qualitätskontrolle den Wasserwerken. Um hier für eine größtmögliche Sicherheit zu sorgen, wird die Verantwortung nicht allein großen zentralen Wasserwerken auferlegt. Stattdessen gibt es auch kleine dezentrale Wasserwerke, die ebenfalls regelmäßige Kontrollen des Trinkwassers vornehmen. Grundsätzlich erfolgt die Kontrolle des Trinkwassers auf vier unterschiedlichen Ebenen:

1. Allgemeine Anforderungen

Eine Hauptanforderung an Trinkwasser besteht darin, dass es sauber und genießbar sein muss. Das bedeutet, dass die menschliche Gesundheit durch den Genuss von Trinkwasser nicht gefährdet sein darf.

2. Mikrobiologische Anforderungen

Krankheitserreger vollständig aus dem Trinkwasser fernzuhalten ist nahezu unmöglich. Die Kontrollen stellen aber sicher, dass solche Erreger bestimmte Grenzwerte nicht übersteigen.

3. Chemische Anforderungen

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit dürfen Chemikalien nur in einer bestimmten Konzentration im Trinkwasser vorkommen.

4. Radiologische Anforderungen

Radiologische Stoffe (Radionuklide) kommen ebenfalls in gewisser Konzentration im Trinkwasser vor. Deren Konzentration muss aber so gehalten sein, dass sie die Richtlinien des Strahlenschutzes einhält.

Wann müssen sich Vermieter mit der Trinkwasserverordnung auseinandersetzen?

Dank der Wasserwerke kommt das Trinkwasser sauber bei den verschiedenen Immobilien an. Dass das Wasser auf dem Weg zur Entnahmestelle nicht verunreinigt wird, ist hingegen Aufgabe der Vermieterinnen und Vermieter. Welche Anforderungen hierbei an Vermieterinnen und Vermieter gestellt werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist, ob es sich um eine Gewerbeimmobilie oder ein Wohnhaus handelt.

In der Regel sind die Anforderungen an Gewerbeimmobilien strenger, weil hier eine große Zahl an wechselnden Personen Kontakt mit dem Trinkwasser hat. Bei Wohnhäusern wird zudem zwischen großen Wasserversorgungsanlagen und Kleinanlagen unterschieden. Kleinanlagen sind solche, aus denen höchstens 10 m³ Wasser/Tag entnommen werden. Außerdem müssen die Anlagen zur ständigen Wasserverteilung von den Vermieterinnen und Vermietern regelmäßig geprüft werden.

Die Gefahr durch Legionellen

Eine zu hohe Konzentration an Legionellen im Trinkwasser kann zu einer echten Gefahr für Mieterinnen und Mieter werden. Deswegen müssen Vermieter dafür sorgen, dass die Zahl an Legionellen bestimmte Grenzwerte nicht überschreitet. Das gilt zumindest dann, wenn eine Immobilie mit einem Warmwasserspeicher mit mehr als 400 l arbeitet. Ferner müssen Warmwasserleitungen kontrolliert werden, in denen sich mindestens drei Liter Wasser befinden.

Was genau sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die die sogenannte Legionärskrankheit auslösen können. Hierbei handelt es sich um eine Lungenerkrankung, die auftritt, wenn eine zu hohe Konzentration an Legionellen in die Lunge gelangt. Von diesem Problem sind jährlich zwischen 20.000 und 32.000 Deutsche betroffen. Ein hohes Ansteckungsrisiko besteht überall dort, wo eine Menge Wasserdampf entsteht. Entsprechend stecken sich viele beim Duschen oder beim Entspannen im Whirlpool an. Außerdem verbreiten Klimaanlagen Legionellen leicht. Trinken und Händewaschen sind hingegen kein Problem.

Wie entstehen Legionellen?

Legionellen entwickeln sich am besten dann, wenn Wasser lange Zeit still steht. Fließendes Wasser ist daher für die Gesundheit von Mieterinnen und Mietern am besten. Deswegen ist es wichtig, großer Anlagen und Leitungen, in denen Wasser steht, zu prüfen. Eine besonders angenehme Umgebung für Legionellen ist eine Temperatur zwischen 20-24° C. Deswegen ist es wichtig, in den Warmwasserleitungen eine Temperatur von 55° beziehungsweise von 60° am Austritt des Warmwasserbereiters aufrechtzuerhalten.

Wie müssen Vermieter mit dieser Gefahr umgehen?

Eine Kontrolle von Großanlagen auf Legionellen muss mindestens alle drei Jahre erfolgen. Die erste Kontrolle von Neuanlagen muss zudem bereits nach 12 Monaten durchgeführt werden. Eine solche Prüfung können jedoch die Vermieterinnen und Vermieter nicht selbst erledigen. Stattdessen schreibt das Gesundheitsamt vor, das nur zugelassene Prüfstellen eine solche Kontrolle vornehmen dürfen.

Das Gesundheitsamt entscheidet hierbei, welche Prüfungen vorgenommen werden. So ist zum Beispiel nötig, an mindestens drei Punkten Wasser bei der Prüfung zu entnehmen. Diese Stellen sind meist der Ein- und Ausgang des Warmwasser Speichers und eine Entnahmestelle, die möglichst weit von diesem Speicher entfernt ist. Hierbei handelt es sich meist um eine Dusche oder ein Waschbecken.

Wie hoch sind die Kosten der Prüfung?

Für die Kontrolle auf Legionellen fallen Kosten an. Wie hoch diese sind, hängt von der Größe des jeweiligen Hauses ab. In der Regel muss mit 30 bis 60 € pro Wohneinheit gerechnet werden. Die Kosten für An- und Abfahrt kommen dann noch einmal hinzu. Somit muss bei kleineren Mehrfamilienhäusern mit 200 bis 300 € pro Kontrolle gerechnet werden. Größere Immobilien schlagen gelegentlich mit 800 € zu Buche.

Hinweis: Diese Kosten können prinzipiell als Betriebskosten über die Betriebskostenabrechnung an die Mieterinnen und Mieter weitergegeben werden. Voraussetzung hierfür ist, dass dies ausdrücklich im Mietvertrag so geregelt.

Foto: (c) RonPorter/pixabay.com

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