Login
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

22.01.2018

Tipps zur Vermeidung von Mieterstreitigkeiten - Teil I

Für Vermieter ist ein Streit mit den Mietern meist unsäglich und endet nicht selten vor Gericht. Auch wenn man sich als Eigentümer im Recht sieht, so urteilen Richter meist pro-Mieter. Doch bevor man sich wegen der Wohnfläche, den Nebenkosten, um Haustiere oder Schönheitsreparaturen in die Haare bekommt, sollte man einige Tipps zur Vermeidung von Mieterstreitigkeiten beherzigen und prophylaktisch handeln.

mietstreit vermeiden | Foto: (c) vanna44/pixabay.com

Ja, das Vermieterdasein kann unsäglich sein. Als Eigentümer gibt man sein Bestes her, wohlgemeint, gegen einen bestimmten Mietzins, die eigene Immobilie. Und vertraglich ist eigentlich auch alles im Lot und so meint man, dass es nicht zum Streit kommt und wenn, dann sieht man sich im Recht. Doch so komisch es klingen mag, viele Streitigkeiten sind vermieterseitig zu verantworten und die Rechtslage klar. Doch wie kann man die Probleme im Vornherein vermeiden?

Hier finden Sie kostenlos einen Hausverwalter:

Der alljährliche Streit um die Nebenkosten

Einer wird schon streiten wollen, in diesem Jahr und die Nebenkostenabrechnung anzweifeln. Und so ist es auch meistens, denn gerade an den anfallenden Nebenkosten entzündet sich immer wieder erneut der Streit. Die Ursache liegt oft in dem Unwissen der Vermieter, die ohne Begleitung einer Hausverwaltung auskommen wollen. Denn nicht alle gefühlt umlegbaren Kosten sind auf die Mieterschaft auch rechtlich umlegbar. An welchen Kosten sich die Mieter beteiligen müssen ist hier zusammengefasst.

Aber auch wenn man die Umlagefähigkeit beachtet kommt Streit auf. So zum Beispiel, wenn Mieter stets eine pauschale Warmmiete zahlen und plötzlich eine detaillierte Auflistung der Heizkosten verlangen, obwohl nie Heizkostenzähler verbaut wurden. Das Problem ist dann, dass der Mieter gesetzlich das Recht auf eine detaillierte und gesetzeskonforme Abrechnung hat und im Zweifel gute Karten, wenn es vor Gericht zum Streit kommt. Im Resümee kann dies zu erheblichen Nachzahlungen führen, die der Vermieter aufbringen muss. Wir meinen: Eine Umstellung auf eine jährliche Nebenkostenabrechnung ist aufwendig, aber in Kooperation mit einer Hausverwaltung lohnenswert und nachhaltig von Vorteil.

Ebenfalls führt die Frist zur Stellung der Nebenkostenabrechnung oft zu Streit. Der Vermieter muss innerhalb eines Jahres eine Nebenostenabrechnung erstellen (Ausnahme nur bei verspätetem Versand von Unterlagen durch die Behörden), währenddessen sich der Mieter an keine Fristen halten muss um Rückzahlungen zu fordern.

Der Streit um die Wohnfläche

Das Schreiben des langjährigen Mieters trifft wie ein Schlag. Die Wohnfläche sei, so der Mieter, weitaus kleiner, als im Mietvertrag stehend und es werden jetzt Rückzahlungen verlangt. Ganz klar: tausende von Mietverträgen beinhalten eine falsche Mietflächenberechnung. Dabei liegt die Ursache in zwei Bereichen: Entweder werden Altdaten benutzt, die nicht mehr oder noch nie korrekt waren, oder es wird bei Dachschrägen vieles falsch gemacht.

Info: Flächen, die eine Raumhöhe unter einem Meter aufweisen können nicht mitgerechnet werden. Flächen mit einer Raumhöhe von einem bis zwei Metern können nur zu 50 Prozent einkalkuliert werden, Balkone und Terrassen ebenfalls nur zu 50 Prozent.

Sofern die Abweichungen nicht 10 Prozent der Gesamtfläche überschreiten ist eine Furcht vor Rückzahlungen unbegründet. Aber Vorsicht: Wer vertraglich eine 40 Quadratmeter große Wohnung vermietet die aber nur 30 Quadratmeter groß ist, sollte zeitnah handeln und einen Architekten beauftragen die korrekten Abmaße zu ermitteln. Mit etwas mathematischem Verständnis und einem Lasermessgerät, dass bereits für 50 Euro im Baumarkt zu erstehen ist, sollte beim Mieterwechsel eine korrekte Aufmessung eine Pflicht darstellen. Letztlich kann es ja auch sein, dass man auf Mieteinnahmen verzichtet, weil die reale Größe doch zu klein eingeschätzt wurde.

Tipp: Vermeiden Sie in den Anzeigen für Wohnungsbewerber den Quadratmeterpreis, denn sonst sind die nicht 100-prozentig anrechenbaren Grundflächen inkludiert. Ebenso sollte die Grundfläche nicht in die Anzeige aufgenommen werden und schon gar nicht in den Mietvertrag. Hier sollte man die Berechnung aufschlüsseln: X Quadratmeter mit 50 Prozent des Quadratmeterpreises und X Quadratmeter mit 100 Prozent des Quadratmeterpreises.

Streit unter den Mietern gleich Streit mit dem Vermieter

Oft wird der Vermieter in den Streit zwischen den Mietern hineingezogen. Meist geht es um zu laute Haustiere des Nachbarn, um Lärmbelästigung oder um abgestellte Fahrräder und Kinderwagen in den Fluren. Jeder Mieter hat dabei das Recht eine Beseitigung der Störung zu verlangen und über mögliche Missstände hinzuweisen, damit dieser entsprechend agieren kann, um den Hausfrieden der Mietergemeinschaft positiv zu erhalten. Denn letztlich geht es in vielen Fällen um Mietminderungen, die vielleicht abwendbar sind.

Tipp: Bevor man als Vermieter den Streit unter den Mietern schlichten will, sollte man sich rechtlichen Beistand einholen, ob die Meldung des "betroffenen Mieters" gerechtfertigt ist und ob mögliche Mietminderungen anstehen könnten. Je nach Lage ist ein zeitnahes Reagieren Pflicht, um den Störenfried unter Fristsetzung dazu zu bringen die Ursache zu beseitigen.

Im Übrigen hilft auch eine Form der Mediation. In vielen Fällen kann ein gemeinsames Gespräch mit den betroffenen Mietern helfen die Ursachen abzustellen oder zumindest gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. Hier sollten auf jeden Fall alle Inhalte der Mediation protokolliert werden, um rechtlich unantastbare Nachweise zu besitzen. Auch ein unbeteiligter Zeuge macht sich in diesem Falle gut.

Doch die Reihe der möglichen Streitpunkte ist etwas länger, als hier dargestellt. Im zweiten Teil geht es um Haustiere, eine rechtlich korrekte Mieterhöhung, die Missverständnisse bei Schönheitsreparaturen und die Kündigung des Mietverhältnisses ohne Nachwirkungen. Bleiben Sie gespannt ...

Foto: (c) vanna44/pixabay.com

Für Hausverwalter
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von HausverwalterScout.

Kostenlos und unverbindlich - die passende Hausverwaltung finden Sie hier:
  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!