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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

09.02.2016

Tipps und Tricks zum Schutz vor Mietnomaden

Viele Vermieter und Eigentümer haben es bereits erlebt: Die Mietzahlungen bleiben aus und nach langfristigen Rechtsstreitigkeiten bleiben sie auf den Mietschulden sitzen und die Wohnung wird verwüstet hinterlassen. Mietnomaden ziehen durchs Land und prellen unzählige Vermieter und nicht selten führt dies zu existenziell bedrohlichen Situationen für die Eigentümer. Doch wie erkennt man diese Mietbetrüger und wie kann man sich vor ihnen schützen?

Wir geben hilfreiche Tipps und verraten den ein oder anderen Trick, damit die Wahl des richtigen Mieters nicht zum russisch Roulette verkommt.

Wie sich Vermieter vor Mietnomaden schützen | Foto (c) styleuneed / Fotolia.com


Der Eigentümerverband Haus & Grund spricht von 15.000 Mietnomaden, der Deutsche Mieterbund von 1.000 Personen, oder Familien, die zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen ihr Unwesen treiben und ganz ungeniert Vermieter ausnutzen und an den Rand des finanziellen Ruins treiben. Eine wirklich belastbare Zahl gibt es nicht, jedoch dürfte die Dunkelziffer der Fälle, in denen diese Betrüger agieren relativ hoch sein, scheuen doch viele Vermieter den langen und kostspieligen Weg der Gerichte.

Mietnomaden vorher zu entlarven ist sehr schwer

Sie handeln in betrügerischer Absicht, soviel ist klar. Und ihre "Masche" ist stets die gleiche: Sie suchen sich vornehmlich Vermieter, die nur ein oder wenige Wohnungen im Portfolio haben. Dabei stellen sie sich stets als Ärzte oder Juristen, selbständige Handwerker oder gut situierte Angestellte vor und glänzen mit einem freundlich einnehmenden Wesen.

Dabei sind alle Unterlagen zum Einkommen, oder gar Schufa- und Bankauskünfte gefälscht. Sie erschleichen sich das Vertrauen der Vermieter durch ihr fast "familiäres" Auftreten und die erste Miete wird auch pünktlich bezahlt. Doch dann folgt das Grauen und diverse Gespräche, Androhungen eines Rechtsstreites oder der fristlosen Kündigung nützen dem Vermieter nicht, die Mietzahlungen bleiben aus und nach dem Auszug dieser Nomaden verbleibt meistens ein dreckiges Trümmerfeld und damit eine Notwendigkeit zur Sanierung der Wohnung

Tipps und Trick zum Schutz vor Mietbetrügern

Es gibt eine Reihe von einfachen Vorsichtsmaßnahmen, denen man als Vermieter aber unbedingt und in jedem Fall folgen sollte:

  • Vertrauen sie nicht auf ihre Menschenkenntnis, sondern nur den Fakten
  • Erfragen sie die Kontaktdaten des Vormieters und holen sie im Vorfeld Erkundigungen zum Mietinteressenten ein
  • Erfragen sie schriftlich über den Mietinteressentenbogen die Einwilligung zum Bonitätscheck bei der Schufa oder anderen Auskunftdateien
  • Lassen sie sich unbedingt eine Vermieterbescheinigung aushändigen oder beibringen, die Klarheit über mögliche Mietrückstände gibt
  • Vorlage eines gültigen Personalausweises im Original und Aushändigung einer Kopie des selbigen

Eine weitere, sehr gute Vorsichtsmaßnahme ist das Verlangen einer Kaution, die zur Sicherung der Mietzahlung dient. Zwar hat jeder Mieter das Recht die geforderte Kaution zusammen mit den ersten drei Monatsmieten zu zahlen, jedoch sollte man hellhörig werden, wenn der vermeintlich solvente Mieter diese Möglichkeit von sich aus anspricht, gar als Voraussetzung in die Verhandlung einbringt.

Aber auch das Internet kann hilfreich sein: Über die Eingabe des Namens und des bisherigen Wohnortes, oder auch des Berufes können sich hilfreiche Indizien finden. Auch bietet das Internet weitere Auskünfte über die Vermieterschutzgemeinschaft, die solche Daten sammelt und Hinweise geben kann, die Licht ins Dunkel bringen können. Und ein Blick in die Deutsche Mieter Datenbank, DEMDA, und die Vermieterschutzkartei, VSK, schadet sicherlich auch nicht.

Die Mietausfall- und Rechtsschutzversicherung

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte mit seinem Versicherungsberater sprechen. Mittlerweile bieten einige Versicherer eine ?Mietnomadenversicherung? an, die den entstandenen Schaden in Teilen oder sogar komplett abdecken. Dabei kann der Mietausfall an sich, die Kosten für nachrangige Sanierungen und Aufräum- und Reinigungskosten versichert werden.

Es ist jedoch klar, dass man als Vermieter stets auf den Kosten der Räumungsklage und den anfallenden Anwalts- und Gerichtskosten sitzen bleibt. Dieses Risiko kann gegebenenfalls nur von einer Rechtsschutzversicherung abgesichert werden.

Und welche rechtlichen Mittel gibt es gegen Mietnomaden?

Vorab zur Klarheit: Es kann durchschnittlich bis zu 18 Monaten dauern, bis der Mietnomade die angemietete Wohnung verlassen muss. Deshalb sollte man stets im Vorfeld genau und detailliert prüfen, wen man wirklich als Mietinteressent vor sich hat. Doch erst einmal zu den einzelnen, rechtlichen Schritten:

Nach zwei aufeinander folgenden Monaten, in denen die Miete nicht gezahlt wird, kann die fristlose Kündigung erfolgen, vgl. § 543 Absatz 2, Nr. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Um nicht über diversen Formalien zu stolpern, empfiehlt sich ein Rechtsbeistand.

Selbst nach der fristlosen Kündigung bedarf es weiterer zwei Wochen, bis eine Räumungsklage angestrebt werden kann. Jedoch müssen dafür, nach Einreichung der Klage, weitere zwei Monate vergehen. Bis es zu einem Urteil kommt ? und hier sind die Zeiten von Gericht zu Gericht sehr unterschiedlich ? dauert es meistens weitere 10 Monate und die Räumung erfolgt dann ebenfalls erst nach Setzung einer Frist.

TIPP: Über einen so genannten "Urkundenprozess" kann dies schneller gehen. Dafür muss der Mietvertrag bei Gericht vorgelegt werden und nach nur wenigen Monaten ist der Vermieter im Besitz eines Zahlungstitels. Mit diesem kann das Konto des Mieters gesperrt werden. In den meisten Fällen reicht dieser Druck aus, um den säumigen Mieter, gar den Mietnomaden zur Bewegung zu zwingen.

Im Resümee sollte man sich als Vermieter auf die Überprüfung von Fakten konzentrieren, um Mietnomaden zu identifizieren. Und auch wenn der emotionale Eindruck positiv ist, so sollte man stets auf die gleichen Mittel und Methoden der Überprüfung vertrauen, sich gegebenenfalls gegen dieses Risiko versichern. Und auch wenn wahrlich nur die wenigsten Mieter, die in Zahlungsverzug geraten, wirklich Mietbetrüger sind, so sollte man ein zeitnahes Hinzuziehen eines Rechtsbeistandes nicht scheuen. Zwar ist bei vielen Mietnomaden am Ende nicht viel zu holen, aber ein wirksamer Zahlungstitel bleibt Jahrzehnte bestehen und damit auch das Recht und die Möglichkeit, wenigstens einen Teil des Geldes und der Kosten wieder zu sehen.

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