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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

28.09.2017

Sinkende Nebenkosten im heute und der Klimawandel

Vermieter und Mieter können sich freuen: seit Herbst 2005 war der Gaspreis nicht so niedrig wie heute und auch die Marktpreise für Heizöl bleiben moderat. In der angespannten Lage des Wohnungsmarktes scheinen sinkende Nebenkosten und eine entsprechend geringere zweite Miete wie ein Segen. Doch gibt es einen Haken für Vermieter, der nur auf den zweiten Blick erkennbar ist.

Sinkende Nebenkosten | Foto: (c) electriceye/fotolia.com


Immobilienbesitzer die mit Gas oder Heizöl für Wärme sorgen dürften sich freuen. Laut dem "Wärmemonitor" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus Berlin, kurz DIW, sind die Wohnnebenkosten, die so genannte "Zweite Miete", abermals gesunken, lagen sie bereits in 2016 um sechs Prozent unter den Kosten von 2015. Im Verhältnis sind das gut 10 Prozent der Kaltmiete.

Die Ursachen von sinkenden Nebenkosten

Vieles hat sich in den letzten Jahren verteuert und der Verbrauch der Haushalte an Energie hat sich sogar um zwei Prozent erhöht. Und doch sinken die kumulierten Nebenkosten. Dir Ursache sind stetig sinkende Weltmarktpreise für Gas, aber auch Heizöl, bzw. Öl. Laut dem Internetportal Verivox lag der Gaspreis aktuell so niedrig, wie seit 2005 nicht mehr. Und gemeint ist damit der End- bzw. Verbraucherpreis.

Neben den üblichen Protagonisten an Gaslieferanten wie Russland mit über 40 Prozent, den Niederlanden mit 29 Prozent und Norwegen mit 21 Prozent drängt auch die USA auf den europäischen beziehungsweise deutschen Markt. Und je größer das Angebot, umso geringer der Preis. Hinzu kommt, dass die Ostseepipeline "Nordstream" zeitnah die russischen Erdgaslieferungen verdoppeln wird und Analysten damit rechnen, dass der Gaspreis mittelfristig stabil bleibt, bzw. noch etwas sinken kann.

Tipp: Sowohl Eigentümer als auch Mieter sollten stets und jährlich die Gas- und Heizölpreise vergleichen. Mittlerweile können pro Haushalt und im Durchschnitt 300 Euro pro Jahr gespart werden, wenn man den regionalen Anbieter ins Verhältnis zu überregionalen vergleicht.

Im Kern bedeuten niedrige Heizkosten auch niedrige Endmieten und tragen somit zu einer guten Vermietbarkeit bei.

Der politische Haken sinkender Nebenkosten

Gleich vorab: Die niedrigen Weltmarktpreise für Öl und Gas werden nicht Jahrzehnte niedrig ausfallen, da sind sich die Marktanalysten einig. Doch wenn die Preise steigen, dann sind Verhältnisse wie 2008 schnell möglich, in denen die Nebenkosten kalkulatorisch gut 16 Prozent der Kaltmiete ausmachten.

Viel verheerender dürften sich die Klimaziele, die sich die Bundesrepublik selbst auferlegt, auf die Vermieter und letztlich die Mieter schlagen. Dieses Ziel sieht den Einsatz von Heizenergie um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 zu senken, im Vergleich zum Jahre 1990. Dies dürfte nicht mal im Ansatz erreichbar sein, denn es entspräche einer Reduzierung von drei Prozent pro Jahr beim Gebäudeenergiebedarf.

Die Politik erwartet von der Immobilienwirtschaft umfassende Sanierungen, um dieses politische Markierung zu erreichen. Jedoch werden die finanziellen Spielräume um energetische Vollsanierungen vornehmen zu können, immer geringer. Bei maximal 11 Prozent Umlagefähigkeit der Sanierungskosten ist der Rahmen sehr eng bemessen und ergo ist es logisch, dass viele Vermieter diesen Schritt nicht gehen wollen. Gehen sie ihn dennoch, verringert sich die Immobilienrendite.

Einige sehen externe Dienstleister als zukünftiges Allheilmittel, die die Gebäudeeffizienz stetig prüfen und verbessern. Dies ist aber nur bei großen Objekten ein möglicher Ansatz. Andere hoffen auf neue staatliche Förderprogramme, die Vermietern selbst bei steigenden Marktzinsen eine energetische Sanierung schmackhaft machen. Förderung mag bei einer Dreierkonstellation von CDU/Grünen/FDP in der kommenden Bundesregierung als wahrscheinlichste Möglichkeit auf Drängen der FDP auch funktionieren. Aber eine Beteiligung der Grünen wird eine Verschärfung der Mietpreisbremse ebenso in die Waagschale für Vermieter werfen. Kaum absehbar, worauf sich Immobilieneigentümer und Vermieter nach der Bundestagswahl einstellen können. Bis dahin können sich beide Seite über sinkende Nebenkosten freuen, Mieter und Vermieter. Und das ist ja selten genug.

Foto: (c) electriceye/fotolia.com

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