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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

02.01.2018

Rekordvolumen bei Gewerbeimmobilien in Deutschland

Das man mit Wohnimmobilien in den letzten Jahren und wohl auch zukünftig gutes Geld verdienen kann ist wohl jedem klar. Aber wussten Sie, dass gerade Gewerbeimmobilien und deren Entwicklungen auch für Privathaushalte überaus wichtig sind? Das Rekordvolumen bei Gewerbeimmobilien in Deutschland in 2017 wird sich auch in 2018 fortsetzen und das ist gut so.

Gewerbeimmobilie Boom | Foto: (c9 Wolfilser/fotolia.com


Der Immobiliendienstleister JLL Deutschland hat mal hochgerechnet: Inkludiert man die bis aktuell laufenden Kaufvorgänge von Gewerbeimmobilien deutschlandweit mit ein ist 2017 ein Rekordjahr für den Investmentmarkt der Gewerbeimmobilien. Mit über 55 Milliarden Euro war 2015 bereits die Höchstmarke und auch in 2016 wurden Umsätze in diesem Segment in Höhe von 53 Milliarden erreicht. Nur dieses Jahr wird dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt ein neuer Rekord beschrieben.

Und auch für 2018 rechnen Experten mit einem Umsatz von 50 bis 55 Milliarden Euro.

Warum ist das Rekordvolumen bei Gewerbeimmobilien so wichtig

Privatpersonen fragen sich bestimmt, warum der Handel von Lagerhallen, Bürokomplexen oder Bürotürmen volkswirtschaftlich eine enorme Relevanz besitzt? Denn eigentlich sind Beteiligungen an Gewerbeimmobilien eher etwas für wenige, sehr gut verdienende Privatiers. Die Erklärung ist aber ganz einfach.

Wenn in Berlin, als Beispiel, die gefühlt hundertste Einkaufsmall eröffnet wird, haben auch Privathaushalte etwas davon. Letztlich investieren Pensionsfonds, aber auch Lebensversicherer und offene Immobilienfonds in Gewerbeimmobilien und stellen damit den größten Kapialanlegeranteil. Mit anderen Worten: der Spargroschen des typischen Deutschen steckt in gewerblich genutzten Immobilien.

Im Übrigen verdeutlicht das Wachstum die wirtschaftliche Konjunktur. Dort, wo Lagerflächen, Einkaufsmalls und Büros erbaut werden ist ein hoher Beschäftigungsgrad vorhanden. In der Hauptstadt Berlin konnte dies signifikant in Zusammenhang gebracht werden. In der Stadt an Spree und Havel steigert sich die Wirtschaftskraft seit Jahren und die Arbeitslosenzahlen gehen runter.

Europa und seine Gewerbeimmobilien

London fällt einem sofort ein, wenn es um boomende Gewerbeeinheiten geht. Erstmals aber liegen deutsche Städte weit vor, nicht nur wegen dem Brexit. Frankfurt am Main, aber auch Berlin stehen für den Konjunkturaufschwung und deshalb sind diese Städte auch für Investments attraktiv. Das so auch das Geld ausländischer Pensionsfonds in den neu erbauten Bürotürmen in den Metropolen der Bundesrepublik. Dank der wohl auch in 2018 niedrigen Zinsen, den steigenden Gewerbemieten und der brummenden Konjunktur könnten sich die Anleger freuen ? könnten ?

Die zweite Seite des Rekordvolumens bei Gewerbeimmobilien

Wie bei einer Medaille hat auch diese Entwicklung einen zwei Seiten. Die Leerstandsquoten in den Metropolen ist derart gering, dass neue Mietinteressenten kaum mehr Gewerbeflächen finden. Und da gewerbliche Mietverträge meistens über fünf oder 10 Jahre geschlossen werden, geht den Vermietern viel Geld verloren, jetzt, wo die hohe Nachfrage höhere Mieteinnahmen erbringen könnte. Erst in 2019 rechnen Experten, dass sich die Leerstandquote von derzeit 4,8 Prozent wieder erholen wird. Bedenkt man, dass in dieser Quote auch die nicht mehr vermietbaren Objekte einkalkuliert sind, dürfte die reale Quote weitaus niedriger sein, zu niedrig und damit zu wenig Spielraum.

Und noch ein Moment, eine "gefühlter" Moment kommt hinzu. Wer sein Geld anlegt, der will sich sicher sein, dass kein Risiko vorhanden ist. Und die alte Bankerregel besagt "Auf zehn fette Jahre folgen 10 magere". Und ja, viele Investoren, ja ganze Banken sind zunehmend verunsichert und die Frage steht im Raum, wann eine Trendwende kommt. Zu sagen, die Angst ginge um, wäre hier aber zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Die Unfähigkeit der politischen Regierungsbildung in Deutschland ist kein wirklicher ?Moment?, eher das Rangeln zwischen Trump und Nordkorea, dass die Kapitalmärkte sensibel reagieren lässt. Aber die meisten Analysten und Experten gehen davon aus, dass der europäische Leitzins erst Mitte 2019 angehoben wird und dann auf 0,25 Prozentpunkte, wie die meisten Ökonomen annehmen. Demzufolge scheint es zurzeit keine wirklichen Gefahren zu geben, auch nicht für Investitionen in Gewerbeimmobilien.

Die Kapitalmarktzinsen werden in 2018 steigen und damit die Kosten für Fremdfinanzierungen. Aber die Zinserhöhung wird sich wohl kaum auf Gewerbeimmobilien auswirken und das Rekordvolumen aus 2017 wird wohl auch im neuen Jahr das Ziel der Investoren und Kapitalanleger sein.

Foto: (c) Wolfilser/fotolia.com

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