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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

16.10.2017

Privatvermieter und der Mythos vom Reichtum

Fast vier Millionen Privatvermieter gibt es in Deutschland, die den Großteil aller Mietwohnungen stellen. Hauptberuflich sind sie meistens selbständig oder angestellt tätig und die Einnahmen aus der Vermietung ein Nebenerwerb. Doch wer meint, dass die privaten Vermieter vor Reichtum nicht in den Schlaf kommen, der irrt. Eine aktuelle Studie hat sich mit dieser Vermietergruppe auseinandergesetzt.

Einnnahmen als Vermieter | Foto: (c) gearstd/fotolia.com


Die kleine zwei-Zimmer-Wohnung in Berlin-Kreuzberg war stark renovierungsbedürftig und relativ preiswert, als Carlo M. sie Anfang der Jahrtausendwende erstand. In Eigenregie brachte der gelernte Handwerker sie auf Vordermann, installierte eine neue Gasetagenheizung, neue Elektroleitungen und vermietet seitdem seine Eigentumswohnung zu einem modernen Mietzins. "Es war harte Arbeit, neben meinem eigentlichen Job jedes Wochenende dafür zu ackern, dass ich mich heute Vermieter nennen darf. Die Lage ist infrastrukturell super und die Wohnung hat mittleren Standard, aber ich belasse die Miete im moderaten Bereich. Meine derzeitigen Mieter, ein zugezogenes Paar aus Düsseldorf, kenne ich als Einzelvermieter persönlich und da sind stete Mieterhöhungen eh nicht angemessen. Reich wird man jedenfalls mit dem Vermieten nicht".So geht es den meisten Privatvermietern in Deutschland. Vom Rentner, über den Angestellten bis zum Selbständigen haben sich viele ein passives Einkommen in Form einer vermieteten Immobilie angeschafft. Viel Publicity erfährt diese Vermietergruppe nicht und doch stellen sie einen Großteil der Mietwohnungen in diesem Land. Nun hat das Institut der deutschen Wirtschaft diese Vermietergruppe mit einem Gutachten genauer beleuchtet.

Über 50 Prozent der Privatvermieter verdienen weniger als 5000 Euro

Der Verband Haus & Grund führte in Düsseldorf und Köln Befragungen unter Privatvermietern durch, die nun vom IW ausgewertet wurden. Demnach wird in beiden rheinischen Metropolen jede dritte Wohnung von Privatvermietern angeboten, die neben ihrem Status als Vermieter einem anderen Hauptberuf nachgehen.

Gut 30 Prozent sind laut Auswertung Rentner oder Angestellte, knapp 14 Prozent sind im Hauptberuf selbständig oder freiberuflich tätig. Interessant ist dabei, dass 53 Prozent der Befragten eine Nettoeinnahme von weniger als 5000 Euro pro Jahr aus der Vermietung erklärten und nur knapp 20 Prozent mehr als 10.000 Euro verbuchen können. Von einem Reichtum als Privatvermieter zu reden, wäre da illusorisch.

Diese Angaben zur Einnahmesituation bei Privatvermietern mag in Zeiten von Niedrigzinsen und einer hohen Nachfrage an Wohnraum nicht nachvollziehbar zu sein und doch "dümpeln" die Eigentümer mit ihren Einnahmen am Rande aller Immobilienvermieter vor sich hin. Bei gut 3,9 Millionen Kleinstvermietern mit circa 15 Millionen Wohneinheiten bundesweit stellt sich die Frage, warum?

Staatliche Forderungen dämpfen die Einnahmen

Große Wohnungsbaugesellschaften können strategisch und betriebswirtschaftlich immer besser planen und agieren, als Kleinstvermieter. Und doch sehen sich alle Immobilienvermieter den selben Forderungen gegenüber. Ob energetisch geforderte Sanierungen oder auch die Mietpreisbremse, für Privatvermieter schweben diese Anforderungen wie ein Damoklesschwert über den möglichen Einnahmen aus der Vermietung. Es wäre gut möglich, so Experten, dass diese Vermietergruppe irgendwann aus dem Vermietermarkt verdrängt wird. Letztlich kommen, so die IW-Studie, kalkulatorisch gut 55.000 Euro auf jeden Privatvermieter durch die energetische Sanierung zu, die schwer durch die Mieten zu deckeln sind.

Das ergo viele Kleinstvermieter ihre Mietzinskalkulationen von den Forderungen der Mietpreisbremse entkoppeln müssen, geschieht mehr aus der Not heraus. Deshalb fordern viele Experten eigene Regelungen für den Privatvermieter, der sich, neben seinem Hauptberuf, eine Wohnung anschafft um ein Nebeneinkommen zu generieren. Die Politik muss jedenfalls Lösungen finden, damit nicht nur die Großen der Branche übrigbleiben und den Immobilienmarkt bestimmen. Letzteres wird wohl auch kaum im Interesse der Mieter liegen.

Foto: (c) gearstd/fotolia.com
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