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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

31.05.2018

Nach Urteil des BGH: zusätzliche Steuererklärung für Grundstückeigentü

Der Einheitswert bei der Bemessung der Grundsteuer wurde unlängst vom Bundesgerichtshof gekippt. Nun muss die Bemessung neu geregelt werden und es gibt einige Vorschläge, wie. Doch in einem sind sich die Experten einig: Auf Millionen Bürger könnte eine zusätzliche Steuererklärung für Grundstückseigentümer zukommen, doch in welcher Form?

Grundsteuer Steuererklärung | Foto:(c) nattanan23/pixabay.com


Der Anfang ist gemacht: Der BGH erklärte in seinem Urteil die Verfassungswidrigkeit des Einheitswertes zur Berechnung der Grundsteuer. Diese Einheitswerte, die im westlichen Teil der Republik letztmalig 1964 und im Osten 1935 festgelegt wurden, sind alles andere als zeitgemäß, eine Gesetzesänderung ergo logisch. Doch welches Model kommt auf die Grundbesitzer zu und in welcher Form müssen fast 29 Millionen Hausbesitzer und fast 4,6 Millionen Besitzer einer Eigentumswohnung diese Änderung in ihrer Steuererklärung berücksichtigen (Daten von Statista.com)?

Zusätzliche Steuererklärung für Grundstückeigentümer könnte kommen

So ganz herrscht noch keine Einigung unter den Politikern und bis dato drang noch nichts Relevantes an die Öffentlichkeit hervor, als sich die Finanzminister der Länder und des Bundes am letzten Mittwoch zusammensetzten. Doch scheint eine zusätzliche Steuererklärung für Grundstückseigentümer ein Szenario zu sein, mit dem man sich frühestens im nächsten Jahr auseinandersetzen muss.

Dabei geht es, je nach Model, um einen relativ schlichten Fragebogen, der laut Niedersachsens Finanzminister einfach, oder sogar sehr einfach sein könnte. Zumindest sind sich die Entscheider im Bund und in den Ländern einig, dass das gesamte Steueraufkommen für die Bürger weder sinken, aber auch nicht steigen soll. Das klingt im ersten Schritt beruhigend. Und doch, so die Stimmen aus der Landespolitik, werden einige mehr, gegebenenfalls viel mehr und andere weitaus weniger zahlen, als zuvor.

Fakt ist aber auch, dass es zur Berechnung der zukünftigen Grundsteuer Angaben des Grundstückeigentümers bedarf. Dies könnte ein vereinfachter Bogen sein, den man bei der Steuererklärung jeweils jährlich an das Finanzamt sendet, oder, je nach Model der Berechnung einmalig oder in gewissen Abständen ausfüllen muss.

Neben den allgemeinen Daten wie Adresse und Name des im Grundbuch stehenden Eigentümers könnten Grundstücksgröße, bebaute Fläche und die Art der Bebauung wie auch das Alter der Immobilie als Daten herangezogen werden. Wie genau das am Ende funktioniert, werden wir bei Steuerberaterscout dann ausführlicher erklären.

Unterschiedliche Modelle zur Grundstücksbewertung vorstellbar

Die Bundesregierung muss nach dem BGH-Urteil zur Grundsteuer bis Ende 2019 Fakten schaffen und anschließend werden die Länder in den darauffolgenden fünf Jahren das neue Gesetz zum Laufen bringen, inklusive Durchführungsvorschriften. Doch welches Modell ist für alle Eigentümer und auch die Mieter in Deutschland, die über die Umlage ebenfalls Grundsteuer zahlen, die allgemein verträglichste?

Ein einfaches Model soll es werden, so raunt es durch die Landeskanzleien der Länder. Drei Modelle stehen in der Diskussion:

  • Das Bodenwertmodel präferiert den Wert des Grundstückes zur Bemessung der Steuerlast. Dies sei kritisch zu bewerten, so Experten, weil sich steigende Bodenpreise auf den Bodenrichtwert durchschlagen und es so zu höheren Steuern kommen könnte für Immobilienbesitzer in guten Lagen, wie in den Metropolen zum Beispiel. Doch der Mieterbund favorisiert dieses Modell, da sich auf einem Grundstück mehrere Wohnungen befänden und so die mieterseitige Belastung erträglich wäre.
  • Das Kostenwertmodell betrachtet nicht nur den aktuellen Wert des Grundstückes, sondern inkludiert auch das Baujahr, die Baukosten und vollzogene Sanierungen mit ein. Dies, so Experten, komme dem realistischen Wert am nächsten und die Gemeinden könnten durch Hebesätze die Steuerlast in gewisser Weise steuern
  • Beim so genannten "flächenbezogenen Äquivalenzmodell" wird weniger der aktuelle Wert des Grundstückes herangezogen, sondern nur die Fläche des Grundstückes und der Immobilie.

  • Und natürlich, das liegt in den Befindlichkeiten der einzelnen Regionen und Bundesländer begründet, streiten sich die Finanzminister der Länder. In Thüringen möchte man eine Berechnung, die dem aktuellen Wert der Immobilie am nächsten kommt. Klar würden dann Eigentümer in Bayern und Baden-Württemberg am meisten zahlen, hingegen es in Thüringen zu Steuerentlastungen käme.

    In Bayern wiederum präferiert man ein einfaches Model nach Grundstücksgröße und Fläche der Immobilie. Ergo würden Besitzer von Top-Lagen verhältniswenig gering zur Kasse gebeten werden und ein Eigentümer in Mecklenburg-Vorpommern mit einem großen Grundstück und einem riesigen Resthof trüge die gleiche Steuerlast wie sein Kollege am Bodensee, dessen Immobilie tatsächlich das fünffache an Wert besitzt.

    Wird die neue Berechnung am Ende wirklich gerecht? Das bleibt abzuwarten. Es werden Steuererhöhungen auf einige zukommen und auch Steuererleichterungen. Aber um eine zusätzliche Steuererklärung für Grundstückseigentümer dürften Immobilienbesitzer kaum herumkommen, soviel dürfte klar sein.

    Foto:(c) nattanan23/pixabay.com
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