Login
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

07.10.2016

Mehr Vor- als Nachteile: die Wohngemeinschaft Teil II

Zunehmend entscheiden sich Vermieter gerade bei größeren Mietwohnungen für eine Wohngemeinschaft. Doch rechtlich ist die damit zusammenhängende Vertragsform noch nicht klar definiert und es kommt umso mehr auf klare Vereinbarungen und Vertragsmodelle an, damit Vermieter Vorteile daraus ziehen können. Doch welches Modell ist nachhaltig und beugt Streitigkeiten vor und welche Fragen sollten unbedingt im Vorfeld beantwortet werden?

Wohnungen als Wohngemeinschaft vermieten

Die Wohngemeinschaft ist ohne Zweifel eine Lebensform mit Perspektive, nicht nur in den großen Städten wie Berlin, Hamburg oder München. Und doch agieren Vermieter zögerlich, ob der Unsicherheit zum Vertragsmodell. Dabei liegen die Vorteile mancher Vereinbarungen auf der Hand, wie bereits in Teil I beschrieben. Und doch gibt es neben dem Modell, nur eine Person als Hauptmieter zu benennen, zwei weitere, die ebenfalls Alternative sein können.

Nur ein Mietvertrag für alle WG-Bewohner

Hier ist die Sachlage klar: Wenn die Bewohner gemeinsam nur einen Mietertrag schließen, haften sie auch als Gesamtschuldner für Mietzins und alle Mieterpflichten und alle besitzen dieselben Rechte. Allein im Erstgenannten liegt der klare Vorteil für den Vermieter, denn kann einer seinen Pflichten nicht mehr nachkommen, kann er die anderen in Anspruch nehmen. Im Zweifel hat er die Wahl, welchen der WG-Bewohner er zum Beispiel für Schäden haftbar macht.

Doch Vorsicht: Treten die WG-Mitglieder als Gesamtheit auf, kann der Vermieter auch nur allen Vertragspartnern gemeinsam kündigen. Will auch nur einer im Mietobjekt verbleiben, wird es für den Eigentümer schwer das Objekt frei zu bekommen.

Darin liegt aber auch der Vorteil, da der Vermieter einer Kündigung durch nur einen WG-Bewohner zustimmen muss. An dieser Stelle kann eine so genannte ?Mieterrotation? vereinbart werden, um stete Neuregelungen nicht mehr vornehmen zu müssen. Demzufolge wechseln die Mieter dann und wann, nur die Anzahl der Personen bleibt dieselbe, wie bei Vertragsbeginn. Dieses wiederum kann bedeuten, dass die finanzstärksten Mieter irgendwann nicht mehr vorhanden sind. Bei dieser Rotation sollte auf jeden Fall vereinbart werden, dass eine Mitteilungspflicht seitens der Mietgemeinschaft besteht, wer zu welchem Zeitpunkt auszieht.

Jeder WG-Bewohner mit eigenem Mietvertrag

Diese, administrativ sehr aufwendige und deshalb seltene Form der Mietvertragsregelung bei einer Wohngemeinschaft ist deshalb attraktiv, da die Mietverhältnisse unabhängig voneinander und flexibel geändert und gekündigt werden können. Darüber hinaus ist der Vermieter stets im Bilde, wer seinen Namen an das Klingeltableau heftet, auch was die finanzielle Sicherheit betrifft.

Jedoch ist dieses Vertragsmodell schwer für eine Wohngemeinschaft zu leben, denn Bäder und Küchen müssen als so genannten ?Gemeinschaftseigentum? im Mietvertrag benannt werden und Streitigkeiten innerhalb der Mitbewohner sind vorprogrammiert, wenn es um Zimmertausch oder Nutzungszeiten geht.

Tipp: Sollten Vermieter und WG-Bewohner sich für dieses Modell entscheiden, sollte man für die Schönheitsreparaturen vertraglich einen Fonds begründen, damit alle Vertragsparteien gerade bei diesem oft vorkommenden Streitpunkt finanziell einig sind.

Viele Fragen zur Wohngemeinschaft

Auch wenn das Modell ?Ein Hauptmieter und mehrere Untermieter? wohl die beste Alternative ist, so sollten nachfolgende Fragen unbedingt VOR dem Mietvertragsschluss beiderseits beantwortet werden, um sie als ?Vereinbarung? zu deklarieren:

Welche Vertragsdauer liegt dem WG-Mietvertrag zu Grunde
  • Sind besondere Bestimmungen zur Heizkostenabrechnung zu beachten
  • Sind die Schönheitsreparaturen von allen oder nur vom Hauptmieter zu tragen?
  • Was ist beim Mieterwechsel zu beachten?
  • Ist die Zustimmung zum Mieterwechsel durch den Vermieter erforderlich
  • Wer und in welcher Form soll eine Kaution hinterlegen?
  • ACHTUNG: Verträge mit einer Wohngemeinschaft sollten im Vorfeld durch einen Rechtsbeistand oder die Hausverwaltung des Vertrauens geprüft, beziehungsweise erstellt werden. Auch wenn die WG an sich viele Vorteile bietet, ist das Vertragsmodell komplexer und für viele Vermieter sicherlich nicht die Regel.

    Am Rande: Aus juristischer Sicht ist die Wohngemeinschaft im Innenverhältnis eine BGB-Gesellschaft, genauer gesagt, eine Gemeinschaft des bürgerlichen Rechts, kurz GbR. Der Gesellschaftsvertrag, der bei den meisten WG´s als ?interne Hausordnung? verfasst wird, regelt ohne schlüssige Willenserklärung der Beteiligten die Rechte und Pflichten der Bewohner, so die Verteilung der Mietkosten, den Putzplan, die Nutzung elektronischer Geräte, Ruhe- und Besuchszeiten und vieles mehr.

    Vermieter sollten jedenfalls die eigene Hausordnung der Gesamtimmobilie stets als Grundlage für die WG-internen Absprachen kommunizieren und Sie unbedingt als Teil des Mietvertrages betrachten.

    Als Resümee lässt sich festhalten, dass die Wohngemeinschaft von heute auch in der Zukunft ein gutes und solides Vertrags- und Wohnmodell sein kann, auch für den Vermieter. Ein Mietvertrag mit nur einem Mieter (Hauptmieter), verbunden mit einigen Rechten des Einblicks in die finanziellen Sicherheiten möglicher Untermieter ist die beste Alternative der WG. Und wenn man schon im Vorfeld alle strittigen Fragen vertraglich positiv regeln kann, ist dieses Wohn- und Lebensmodell sicher eine Bereicherung für die Mietergemeinschaft.

    Für Hausverwalter
    Die einfache Mitgliedschaft

    ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von HausverwalterScout.

    Kostenlos und unverbindlich - die passende Hausverwaltung finden Sie hier:
    • 1.

      Postleitzahl eingeben

    • 2.Kostenlose Anfrage stellen
    • 3.Angebote erhalten und vergleichen!