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Leerstand: Die Wohnungsnot in Deutschland


Die gemeinsame Studie der Immobilienberatungsfirmen CBRE und Empirica verdeutlichen die Wohnungsnot in Deutschland. In München wurde ein Leerstand von nur 0,2 Prozent ermittelt, wohingegen in wirtschaftlich schrumpfenden Regionen bis zu 11 Prozent der Mietwohnungen leer stehen. In einer Übersicht sind die wichtigsten Großstädte und ihr Leerstand dargestellt. Doch wo liegen die Gründe für den großen Unterschied der Leerstandsquoten, die die Studie ermittelt?

Wer in der Landeshauptstadt Bayerns eine Wohnung sucht braucht neben einem vollen Geldbeutel bekanntermaßen viel Geduld. Eine Studie von zwei Leerstand bei  Wohnungen unterschiedlich | Foto: (c) Friedberg/ fotolia.com Immobilienberatungsfirmen hat ergeben dass in München nur 500 Wohnungen leer stehen, mithin 0,2 Prozent aller Mietwohnungen. Bei der Studie fällt auf, dass prosperierende Regionen, vor allem Städte, zunehmend mit niedrigen Leerstandsquoten zu kämpfen haben. Hingegen stehen in wirtschaftlich schwächelnden Regionen immer mehr Wohnungen leer.

Einige Großstädte und ihr Leerstand im Überblick:

* Berlin, 12.800 leere Wohnungen, mithin 1,2 Prozent
* München, 500 leere Wohnungen, mithin 0,2 Prozent
* Hamburg, 4.300 leere Wohnungen, mithin 0,6 Prozent
* Frankfurt a. M., 1.500 leere Wohnungen, mithin 0,5 Prozent
* Frankfurt a.d.O., 2.000 leere Wohnungen, mithin 7,1 Prozent
* Bremen, 3.500 leere Wohnungen, mithin 2,0 Prozent
* Köln, 4.800 leere Wohnungen, mithin 1,1 Prozent
* Düsseldorf, 4.200 leere Wohnungen, mithin 1,5 Prozent
* Dortmund, 5.800 leere Wohnungen, mithin 2,5 Prozent
* Essen, 7.700 leere Wohnungen, mithin 3,2 Prozent
* Rostock, 3.100 leere Wohnungen, mithin 3,0 Prozent
* Leipzig, 15.100 leere Wohnungen, mithin 5,3 Prozent
* Dresden, 5.000 leere Wohnungen, mithin 2,0 Prozent
* Braunschweig, 2.000 leere Wohnungen, mithin 2,0 Prozent
* Stuttgart, 1.900 leere Wohnungen, mithin 0,8 Prozent
* Nürnberg, 1.900 leere Wohnungen, mithin 0,9 Prozent

Eine Bestätigung für den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Wachstum und dem Leerstand lässt sich bereits in der Übersicht erkennen. In Städten wie Frankfurt an der Oder, Leipzig und Essen stehen ausreichend Mietwohnungen zur Verfügung, dort, wo sich neben hohen Arbeitslosenquoten auch die Wirtschaftsindizes nicht gerade positiv gestalten. Und doch lässt sich ebenfalls ablesen, dass Großstädte generell mit der Wohnungsnot zu kämpfen haben. Betrachtet man strukturschwache Regionen, wie folgend, ist es sicher legitim einen Zusammenhang zwischen Leerstand und "Landflucht" herzustellen:

* Region Prignitz, 1.900 leere Wohnungen, mithin 9,4 Prozent
* Region Jerichower Land, 1.800 leere Wohnungen, mithin 8,2 Prozent
* Landkreis Görlitz, 7.200 leere Wohnungen, mithin 8,6 Prozent
* Region Greiz, 2.100 leere Wohnungen, mithin 11,0 Prozent
* Region Nordsachsen, 5.600 leere Wohnungen, mithin 10,5 Prozent
* Region Zwickau, 12.400 leere Wohnungen, mithin 10,4 Prozent
* Region Nienburg, 1.200 leere Wohnungen, mithin 8,7 Prozent
* Region Hochsauerlandkreis, 3.800 leere Wohnungen, mithin 8,8 Prozent

Betrachtet man sowohl Städte, als auch Landkreise und ganze Regionen ist die Wohnungsnot in den alten Bundesländern höher, als in den neuen. Und auch ein Nord-Süd-Gefälle ist, mit Ausnahmen von Städten wie Hamburg oder Berlin, exemplarisch für die Abhängigkeit von Wirtschaftskraft und Leerstand: Im Nordteil der Bundesrepublik stehen weitaus mehr Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt zur Verfügung, als im Süden.

Die Wohnungsnot fordert nicht nur die regionale Politik

In 2015 standen Wohnungssuchenden Bundesweit noch über 620.000 Wohnungen zur Verfügung, wenngleich 10.000 weniger als in 2014. Ein Vergleich zu 2010 macht es deutlicher, denn damals waren es noch 125.000 Wohnungen mehr, die bundesweit auf einen neuen Mieter warteten.

Die Verfasser der Studie stellen einen Zusammenhang zwischen tendenziell schrumpfenden Regionen und den Leerstandquoten her und mahnen zu einem Engagement der Politik neues Bauland auszuweisen und den Neubau zu forcieren. Letztlich hätte der Abbau von Leerstandsreserven den Wohnungsmarkt einige Jahre entlastet, doch diese Reserven sind jetzt aufgebraucht.

Den Autoren der Studie zufolge wird sich die Situation am Wohnungsmarkt in den kommenden Jahren gerade in den Ballungsräumen und Großstädten durch anerkannte Flüchtlinge verschärfen, die derzeit noch in Notunterkünften untergebracht sind. Hingegen werde der Leerstand in Schrumpfungsregionen zunehmen, gerade in ländlichen Gebieten. Zurzeit stehen dort 300.000 Wohnungen leer. Doch diese Zahl, so die Verfasser der Studie, könne sich bis 2020 mehr als verdoppeln.

Gewiss, es gibt viele Studien zum Leerstand, meist regionaler Art und Weise. Betrachtet man Deutschland nunmehr in Gänze so wird klar, dass die Wohnungsnot kaum ein rein regionales Problem sein kann und ergo auch die Politik in Berlin gefordert sein muss nachhaltige Konzepte zu entwickeln, die die Wohnungsnot in den Städten lindert und gleichzeitig ländliche Regionen wirtschaftlich attraktiver gestaltet.

Foto: (c) Friedberg/ fotolia.com

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