Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Lärmbelästigung durch die Nachbarschaft stört den Hausfrieden




Eine der häufigsten Konfliktsituationen ist Lärmbelästigung durch die Nachbarschaft. Dabei geht es nicht nur um die Stärke des Lärms, sondern auch um die Dauer und den Zeitpunkt. Oft müssen Kleinst- und Privatvermieter bei solchen Streitereien handeln und einschreiten, wenn der Hausfrieden gestört wird. Denn Mietminderung und Kündigung könnten folgen.

Die Lärmbelästigung hat gerade in den Metropolen zugenommen. Aber auch in ländlichen Regionen ?nerven? sich Nachbarn ob lauter Musik zu Nachzeiten oder ständigem Rasenmähen am Sonntag. Für Kleinst- und Privatvermieter können diese Nervereien zu Streitereien ausarten, mit ungeliebten Konsequenzen.

Die lärmgeschädigten Mieter verlangen unter Umständen Mietminderung und am Ende müssen Vermieter: innen Abmahnungen inklusive Kündigungsandrohung versenden. Doch, bevor es so weit kommt ist das Wissen Rund um Lärmbelästigung und Einhaltung von Ruhezeiten sowie die Inhalte der Hausordnung essenziell. Der Gesetzgeber hat klare Vorgaben parat.

Vorschriften zu Lärmbelästigung durch die Nachbarschaft

Lärm kann nerven, klar. Aber Lärm ab einem bestimmten Maß macht nachweislich krank. Der Gesetzgeber hat zum Thema Lärmbelästigung klare Regeln aufgestellt, hinsichtlich der Stärke und der Uhrzeit.
Gemäß § 117 Ordnungswidrigkeitsgesetz wird unzulässiger Lärm mit hohen Geldbußen geahndet, sofern jemand Dritte durch Lärm erheblich belästigt oder gesundheitlich schädigt. Dabei geht es nicht nur, aber auch um Nachbarn, beziehungsweise Mieter innerhalb einer Hausgemeinschaft. Neben den Vorschriften des Ordnungswidrigkeitsgesetzes regeln weitere Gesetze und bundeshoheitliche Vorschriften den Umgang mit Lärm.

Maßstäbe zur Stärke von Lärmbelästigung

Als Maßstab der Lärmbelästigung gilt stets der Raum des Geschädigten, nie der des Lärmverursachers. Dabei sollten tagsüber nicht mehr als 40 Dezibel und nachts nicht mehr als 30 Dezibel überschritten werden.
Doch Lärm ist per Gesetz nicht gleich Lärm. Spielende Kinder zu den üblichen Tageszeiten, ob in Wohnungen, auf Spielplätzen oder Kindergärten muss man ebenso ertragen wir das Schreien eines Säuglings.

Doch Hundegebell gilt oft als Ruhestörung, wobei die Gerichte teils unterschiedliche Betrachtungen zulassen. Ein Hund der mehr als 30 Minuten pro Tag und mehr als 10 Minuten am Stück bellt gilt in der Regel als lärmender Störfaktor. Bellt der Hund im Freien und das zwischen den üblichen Ruhezeiten (13-15 Uhr und 22-7 Uhr) kann das Gericht anordnen, dass der Halter ihn ins Haus sperren muss.

Ruhezeiten sind gemäß Hausordnung einzuhalten

Je nach Bundeland können Ruhezeiten innerhalb einer Hausgemeinschaft unterschiedlich festgelegt werden. In Bayern gibt das Bundesland die Ruhezeiten vor. In Berlin aber gibt es keine kommunalen Festlegungen. Hier kann und sollten Vermieter: innen die Ruhezeiten über die Hausordnung privatrechtlich festlegen und durchsetzen.


Dennoch sollte in jeder Hausordnung, überall in Deutschland, die Nacht- Mittags- und Sonntagsruhe beschrieben und benannt werden.
Als Nachtruhe bezeichnet man den Zeitraum zwischen 22:00 abends bis 07:00 Uhr morgens. Die Mittagsruhe sollte in der Hausordnung im Zeitraum zwischen 13:00 und 15:00 Uhr festgelegt werden. Die sonntägliche Ruhezeit bezieht sich auf den ganzen Tag und sollte ebenfalls für alle Mieter: innen als Grundlage zum Hausfrieden vorgegeben werden.

Bei allen Ruhezeiten ist Lärm zu vermeiden. Das betrifft laute Musik und musizieren, Rasenmähen und handwerkliche Tätigkeiten ebenso wie Staubsaugen oder langanhaltendes Hundegebell.

Sofortiges Handeln durch Vermieter: innen bei Ruhestörung erforderlich

Der so genannte und oft zitierte ?Hausfrieden? ist auch bei der Betrachtung vor Gericht enorm wichtig. Wenn Mieter: innen durch langanhaltende Lärmbelästigung andere Mieter: innen nachweislich stören, ist ein Handeln unumgänglich.

Die dem Mietvertrag als Anlage beigefügte und von jedem Mieter im besten Fall unterschriebene Hausordnung hat zwar privatrechtlichen Charakter. Dennoch kann ein widriges Verhalten Einzelner schwere Konsequenzen nach sich ziehen.

Lärmbelästigung kann eine Mietminderung der unter dem Lärm leidender Mitmieter: innen zur Folge haben. Einige Amtsgerichte und Landesgerichte akzeptierten Mietminderungen von bis zu 50 Prozent, nur wegen lauter Musik.
Tipp: Vermieter: innen sollten und müssen sofort handeln, sofern sie Kenntnis zur Lärmbelästigung erhalten. Sich auf die Position des betrachtenden Dritten zurückzuziehen ist juristisch unklug und rechtlich bedenklich. Dabei ist ein Nachweis über Stärke, Dauer und Zeitpunkt des Lärms, der notfalls vor Gericht standhält, essenziell. Eine erste und begründete Abmahnung des Lärmverursachers unter Fristsetzung des Abstellens seines Fehlverhaltens und auf Grundlage der Hausordnung sollte zeitnah erfolgen.

Lärmbelästigung kann zur Kündigung führen

Folgendes Beispiel: Ein Mieter nervt seine Nachbarn dauerhaft und ständig mit lauter Musik. Nach einigen Wochen flattert ein Ankündigungsschreiben zur Mietminderung der geschädigten Mitmieter: innen ins Haus. Ganze 50 Prozent der Miete könnten so im Nachfolgemonat ausbleiben.
Der Verursacher des Lärms wird abgemahnt, schriftlich und unter Fristsetzung die Lärmbelästigung abzustellen. Doch der Mieter weigert sich und nachweislich geht die Belästigung weiter.

In solchen Fällen ist eine Mietvertragskündigung durch den Vermieter die letzte mögliche Alternative. Der Hausfrieden, also die gegenseitige Rücksichtnahme aller Mieter: innen kann (auch) durch Lärm das Besitzschutzrecht des einzelnen Mieters gemäߧ 862 BGB stören und eine Unterlassungsklage nach sich ziehen.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass man die Lärmbelästigung juristisch belastend beweisen kann. Vermieter: innen sollten die Geschädigten bitten die Lärmzeiten zu notieren und ggf. die Polizei um Hilfe zu bitten. Nur so ist ein belastbarer Nachweis möglich und eine Kündigung im Resümee als letzter Schritt durchführbar.

Doch bevor man als Vermieter: in mit den Säbeln rasselt sollte man das persönliche Gespräch mit allen Beteiligten, auch den Lärmverursachern, suchen und Lösungen finden. Ist dies nicht möglich ist ein Fachanwalt oder eine versierte Hausverwaltung als Ratgeber und Begleiter folgender Auseinandersetzungen empfehlenswert.

Mieter fragen

Haben Sie eine Frage zu Themen wie Mietvertrag, Aufgaben einer Hausverwaltung, Pflichten von Vermietern o.ä.? Senden Sie uns eine Nachricht.

Mietwohnung gesucht?

Wohnung suchenHier Mietgesuch eintragen
Für Hausverwalter
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von HausverwalterScout.

Kostenlos und unverbindlichFinden Sie eine passende Hausverwaltung in Ihrer Nähe

  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.

    Kostenlose Anfrage stellen

  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!