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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

20.12.2017

Keine Trendwende: Immobilienpreise steigen auch 2018

Wer glaubt, dass sich der Immobilienmarkt im kommenden Jahr erholen wird und wenigstens etwas Stagnation einkehrt, wird enttäuscht. Der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse wertete eine Million Kaufverträge aus und sieht keine Trendwende. Die Immobilienpreise steigen auch 2018. Doch warum?

Immobilienpreise 2018 | Foto:(c) fotomek/fotolia.com


Wie oft werden Erhebungen und Umfragen durchgeführt um die Tendenzen des Immobilienmarktes in nachhaltige Daten zu verpacken, die auch eine Tendenz angeben können. Doch wohl kaum eine Auswertung kann Tendenzen so real abbilden, wie der jährliche Immobilienmarktbericht, der nun auch für das Jahr 2017 vorliegt. Herausgeber ist der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse, der jedes Jahr Kaufverträge auswertet und relativ reale Tendenzen daraus eruieren kann. Hier einige Ergebnisse.

Immobilienpreise steigen auch in 2018

Die gut eine Million herangezogenen Kaufverträge aus 2017 sprechen eine deutliche Sprache. Fast 240 Milliarden Euro wurden deutschlandweit für Immobilien berappt, von der Wohnimmobilie über Gewerbeimmobilien bis zu reinen Bauflächen. Dies ist mithin eine Zunahme von gut 25 Prozent mehr, als im Vorjahr 2016.

Die Gründe sind relativ klar:

Die Zinsen für Baukredite waren in 2017 auf einem historischen Tief, wenngleich sie in den letzten Monaten etwas anstiegen. Je billiger man auf Pump eine Immobilie erwerben kann, um so mehr wird gekauft, so einfach ist das

Hinzu kommt der große Bedarf an Wohnimmobilien. Gerade die Großstädte platzen aus allen Nähten und gerade größere Immobiliengesellschaften investierten, da sich die Nachfrage nach Mietwohnraum auch in den kommenden Jahren nicht reduzieren wird. Ein lohnendes Geschäft. Bedenkt man, dass gut zwei Drittel des Geldes am Immobilienmarkt in 2017 investiert wurde wird deutlich, wie sehr sich dieses Segment ?sprunghaft? entwickelte.

Wie in 2017 so fehlte es auch in den Jahren zuvor an guten Alternativen um sein Geld gewinnbringend anzulegen. Der Kapitalmarkt wurde in Teilen zu risikoreich und Lebens- und Rentenversicherungen, wie auch gemeine Sparanlagen bieten kaum mehr eine Akkumulation des Kapitals.

Die Mieten stiegen zum Teil ins Uferlose. Wer in München, Hamburg oder Berlin eine zentrale Mietwohnung suchte, wurde in 2017 klar enttäuscht. Mietsteigerungen von über 100 Prozent waren keine Seltenheit und selbst die Mittelstädte, allen voran die Universitätsstädte, überholten sich in Sachen Mietsteigerung. Im Ergebnis entschieden sich viele Mieter zum Immobilieneigentümer zu werden und zogen in die Peripherie der Metropolen. Selbst eine Preissteigerung von 145 Euro pro Quadratmeter eines Ein- oder Zweifamilienhauses im bundeweiten Durchschnitt ändert nichts dar.

Die Prognose für 2018

Der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse geht auch im kommenden Jahr von sprunghaften Preissteigrungen aus. Zwar gab es im laufenden Jahr Preisübertreibungen ? und diese wird es auch in 2018 geben ? aber das Risiko einer Immobilienblase sehen die Experten nicht. Letztlich ist allein der Preisanstieg nicht das einzige Element einer drohenden und möglicherweise platzenden Immobilienblase. Der Finanzmarkt in Deutschland und der Europäischen Union ist stabil, Probleme bei Finanzierungen sind nicht zu erkennen und die spekulativen Immobilienkäufe halten sich noch in Grenzen.

Doch all die Indikatoren, die durch die Überprüfung der Kaufverträge erhoben werden konnten, werden auch 2018 wirken. Zwar wird sich das Zinsniveau etwas anpassen, aber in moderater Weise, was nicht zu einer Reduzierung von Immobilienkäufen führen wird.

Ebenfalls wird die Bautätigkeit der öffentlichen Genossenschaften gerade in den wachsenden Städten auch im kommenden Jahr zunehmen. Und das Mietwohnungen Mangelware sind und bleiben, daran besteht kein Zweifel, was zu weiteren Preissteigerungen führen wird.

Interessant in diesem Zusammenhang ist das Ergebnis der Erhebung, dass die Anzahl der Transaktionen für Mehrfamilienhäuser in 2017 stagnierte, obwohl der Bedarf riesig ist. Dies wird als klares Zeichen für den Mangel an Bauland gewertet. Umso spannender wird wohl die Frage sein, wie die Bundespolitik diese Daten zu lesen weiß, um erstens bessere Anreize für private Bauherren zu schaffen und gleichzeitig den Wohnungsmarkt durch Neubauten zu stabilisieren.

Im Resümee ist das Ergebnis klar und deutlich: Auch im kommenden Jahr werden die Bagger rollen, viele Neubauviertel entstehen und Kaufverträge in Milliardenhöhe geschlossen. Die Preise werden steigen und das Wohnen a sich wird so fast zum Luxusgut. Jedenfalls ist ein Blick in den aktuellen Arbeitsmarktbericht für private als auch institutionelle Investoren hoch interessant. Und auch für geschlossene Immobilienfonds und Bauprojekte bietet er wichtige Hinweise durch regionale Daten.

Foto:(c) fotomek/fotolia.com

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