Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Immobilienbesitz bei Scheidung und Trennung - Teil I


Die Liebe ist groß, das Versprechen nachhaltig und wer will sich schon mit den Folgen einer Scheidung oder Trennung auseinandersetzen, wenn man eine Immobilie kauft. Immobilienbesitz ist eine Verpflichtung und es ist ratsam auch diese negativen Szenarien zu bedenken. Doch was sollte man im Heute bedenken, um den Immobilienbesitz bei Scheidung gerecht zu verteilen und welche Herausforderungen kommen auf unverheiratete Paare zu?

Die Deutschen heiraten zunehmend gerne. Seit 1995 war die Anzahl an Scheidungen Scheidung Immobilie | Foto: (c) Trueffelpix/ fotolia.comnie so gering wie heute und die durchschnittliche Ehedauer mit 14,9 Jahren noch nie so lang, so das Statistische Bundesamt. Und auch wenn jeder weiß, dass fast jede dritte Ehe wieder geschieden wird, glaubt man romantisch an ein ewiges Leben zu zweit. Das Traumhaus wird auf 30 Jahre finanziert, das ganze Leben ist geplant und keiner denkt so wirklich an morgen.

Doch wenn eine gemeinsame Zukunft nicht mehr möglich ist stellen sich viele Fragen: Was geschieht mit dem Traumhaus, oder der Eigentumswohnung und wer kann und soll darin zukünftig noch wohnen? Soll man verkaufen oder an Ditte vermieten und wer haftet denn für den Hauskredit? Hierzu macht es Sinn sich die rechtlichen Grundlagen im Scheidungsfall genauer zu beleuchten:

Die Zugewinngemeinschaft und ihre Tücken beim Immobilienbesitz

Generell gilt bei einer Ehe der Status der so genannten ?Zugewinngemeinschaft?. Ergo müssen ein Zuwachs an Vermögen, aber auch Schulden, die während der Ehe entstehen, unter den Eheleuten aufgeteilt werden und zwar zu gleichen Teilen. Egal wer wieviel Vermögenszuwächse während der Ehe in diese Zugewinngemeinschaft einbringt, alles wird zu gleichen Teilen im Falle einer Scheidung geteilt.

Kauft man als verheiratetes Paar eine Immobilie und der Ehemann trägt den Großteil der Kosten für den Immobilienbesitz, auch während der Ehe, fällt das gesamte Vermögen als Zugewinn, also auch die Immobilie, in den Topf der Zugewinngemeinschaft.

Aber: Alles was die Eheleute vorher besaßen, fällt nicht in die monetäre Gemeinschaft. Wenn also die Frau eine Immobilie in die Ehe einbrachte, so gehört sie auch nach der Scheidung ihr. Nur ein möglicher Wertzuwachs der Immobilie, der während der Ehe entstand, fällt in die Zugewinngemeinschaft.

Im Falle eines Erbes, wenn einer der beiden Eheleute von seinen Eltern etwas erbt, fällt dies auch in die Zugewinngemeinschaft.

Tipps für Immobilienbesitzer im Falle einer Scheidung

Um Klarheit auch im schlimmsten Falle zu schaffen, sollte ein Ehevertrag aufgesetzt werden. Dieser kann an die individuellen Wünsche angepasst werden. So ist es möglich, dass im Falle der Scheidung das Vermögen so aufgeteilt werden muss, wie jeder Ehepartner sich finanziell am Zugewinn beteiligte. Ebenfalls ist es möglich einen bestimmten Betrag festzusetzen, den der monetär Schwächere im Scheidungsfall bekommt und der andere den Ehepartner ausbezahlen kann und der Verkauf der Immobilie nicht von Nöten ist. Hier ist es aber unabdingbar wichtig, sich mit einem Rechtsanwalt für Familienrecht auseinander zu setzen und Lösungen zu erarbeiten, idealerweise vor der Eheschließung.

Wenn die Eltern eines Ehepartners Geld in den Immobilienkauf einbringen, sollten sie dieses Vermögen als "privilegierte Zuwendung" an das Kind verschenken. So kann man sicher sein, dass dieses spezielle Vermögen auch im Falle einer Scheidung dem eigenen Kind zukommt und bei der Berechnung des Zugewinns der Eheleute keine Rolle spielt.

Wenn man gemeinsam eine Immobilie erwirbt, sollte man im Vorfeld bereits die möglichen Szenarien besprechen und auch ratifizieren. Gerade in den glücklichen Momenten kann eine Herausforderung sicher weitaus besser und gerechter geklärt werden, als während einer Scheidung.

Auch bei Baufinanzierungen haften in der Regel beide Eheleute, letztlich wollen die Banken sich absichern. Ergo haften auch beide Eheleute zu gleichen Teilen für die Zahlung der Zinsen und der Tilgung, unabhängig von der finanziellen Lage des Einzelnen. Und auch im Grundbuch stehen meist beide Eheleute und demzufolge gehört jedem Ehepartner die hälftige Immobilie.

Aber selbst wenn nur einer der Ehepartner im Grundbuch steht, kann er nicht nach Gutdünken selbst darüber entscheiden. Da eine Immobilie meist ein wesentlicher Vermögensbestandteil ist, setzt das Bürgerliche Gesetzbuch hier klare Grenzen, indem es die gesetzliche Zustimmung des Ehepartners verlangt.

Im Grund kann man es auf einen Nenner bringen: Vor der Eheschließung sollte man alle rechtlichen Fragen rund um den Immobilienbesitz im Falle einer Scheidung klären und die Regelungen notariell ratifizieren.

Doch was können Lebenspartner und nicht verheiratete tun, um Klarheit beim Immobilienbesitz und bei einer Trennung zu erlangen und warum ist die Zwangsversteigerung der schlechteste Weg, wenn die Wege der Liebenden sich trennen? Mehr dazu im zweiten Teil von "Immobilienbesitz bei Scheidung und Trennung".

Foto: (c) Trueffelpix/ fotolia.com

Mietwohnung gesucht?

Hier Mietgesuch eintragen
Für Hausverwalter
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von HausverwalterScout.

Kostenlos und unverbindlichFinden Sie eine passende Hausverwaltung in Ihrer Nähe

  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!