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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

21.07.2017

Gegen Lärm im Mietshaus in fünf Schritten

Lärm im Mietshaus stört den Hausfrieden und genau den gilt es stets zu bewahren, auch seitens des Vermieters. Und doch ist Lärmbelästigung das Hauptthema, auch bei der Polizei und den Amtsgerichten. Wie sich Mieter korrekt verhalten, wenn der Hund nachts bellt oder der Bohrhammer die Nachmittagsruhe stört und wie Vermieter einer Mietminderung vorbeugen, verraten wir in fünf Schritten.

Wohnung laut |  Foto: (c) rodjulian/ fotolia.com

Pausenlos schallt der Schlagerhit "Atemlos" durch das Mehrfamilienhaus und selbst das Hämmern an der Heizung als alt bewährtes Mittel scheint den ruhestörenden Mieter nicht dazu zu bewegen, die CD zu wechseln, oder besser noch, sich an die Ruhezeiten zu halten. Doch Lärm im Mietshaus hat viele Gesichter: der bellende Hund, die Bohrmaschine, schreiende Kleinkinder und zu laute Musik sind wohl die Klassiker. Doch was schafft Abhilfe und wie können Mitmieter und Vermieter klug agieren, um den Hausfrieden zu bewahren?

In fünf Schritten den Lärm im Mietshaus abstellen

Grundlage bietet hier das Bürgerliche Gesetzbuch unter § 536, wonach Lärm den üblichen Gebrauch der Mietsache mindern kann und eine Mietminderung berechtigt. Hinzu kommt die Hausordnung des Vermieters, die die Ruhezeiten festlegt und als Teil des Mietvertrages für die Mieter bindend ist.

Doch wie genau geht man als Mieter vor und wie kann man als Vermieter Schlimmeres verhindern?

Schritt beim Lärm im Mietshaus

Kommunikation ist alles und so sollten die Mitmieter den störenden Mieter aktiv ansprechen. Sofern dies keinen Erfolg mit sich bringt, sollten die Mitmieter das Gespräch mit dem Vermieter suchen, bevor sich das juristische Rad dreht.

Zwar ist Kinderlärm weitestgehend akzeptiert und geduldet, zu Recht, wie viele Gerichtsurteile bestätigen, aber auch hier ist ein persönliches Gespräch und die Bitte, behutsam auf die Kinder einzuwirken, meistens erfolgreich. Viele Mieter wissen selbst gar nicht, wie laut sie wirklich sind.

Tipp: Als Vermieter oder Hausverwaltung sollte man das persönliche Gespräch mit dem betreffenden Mieter sorgsam und freundlich führen oder ihn anrufen, um Abhilfe unter den Mietern zu schaffen. Vieles lässt sich im Vorfeld klären, bevor jemand die juristische Keule schwingt.

Schritt der protokollierten Art

Mieterverbände raten dazu ein Lärmprotokoll anzulegen. Dabei sollte die Uhrzeit des Beginns und des Endes ebenso aufgenommen werden, wie die Art der Lärmbelästigung. Dabei sollte dieses Protokoll auch objektiv überprüfbar sein, also ggf. ein weiterer Mieter dieselben Vergleichsdaten notieren. Dieses Protokoll kann Nachweis gegenüber dem Vermieter sein, oder auch vor Gericht belastend wirken. Ferner kann es den Vermieter bei der Durchsetzung einer Kündigung unterstützen.

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Schritt mit dem Vermieter

Falls der "Störenfried" weder auf die freundliche noch wiederkehrende Bitte nicht eingeht, sollten Mieter den Vermieter, beziehungsweise die Hausverwaltung, einschalten. Um aber als Vermieter nachhaltig agieren zu können, braucht es Nachweise, mithin ein Lärmprotokoll und am besten noch von mindestens zwei Mietparteien. Sind diese Nachweise vorhanden kann der Vermieter ordnungsgemäß den Störenfried abmahnen. In dieser Abmahnung fordert er den Mieter auf die Lärmbelästigung abzustellen und kann mit einer Kündigung drohen, sofern die Lärmbelästigung weiterbesteht. In seltenen Fällen hat der Lärm-geplagte Mieter auch das Recht auf Mängelbeseitigung, was eine Kündigung rechtens erscheinen lässt.
Schritt als Nachteil für den Vermieter

Hier und genau hier greift § 536 des BGB und eine Mietminderung kann seitens des geplagten Mieters rechtlich durchführbar sein. Aber: der Vermieter muss im Vorfeld von der Lärmbelästigung in Kenntnis gesetzt worden sein.

Achtung: Genau deshalb sollten Vermieter und Hausverwaltungen die Beschwerden wegen dem Lärm im Mietshaus sehr ernst nehmen. Denn wenn auf einmal vier Mitmieter eine Mietminderung verlangen, die rechtens sein kann, ist die Aufruhe groß und guter Rat teuer.

Schritt mit der Polizei

Es mag das letzte Mittel sein, die letzte Karte, die vom Lärm belästigte Mieter ziehen können und sollten. Denn wenn des Nachts sehr uneinsichtige Mitmieter bis in die Morgenstunden eine laute Party feuern und auch auf eine freundliche Einrede nicht reagieren, ist die Polizei das schnellste und nachhaltigste Mittel gegen Ruhestörungen.

Denn ist der Fall erst einmal bekannt, ist er aktenkundig. Und genau hier ergibt sich für den Vermieter auch ein probates Mittel, um gegen den Störenfried vorzugehen. Denn nichts ist so objektiv wie das Protokoll der Polizei oder des Ordnungsamtes. Dass die gestörten Mieter auch die Möglichkeit haben in zivilrechtlicher Form eine Unterlassungsklage gegen den Störenfried anzustreben, sei nur am Rande erwähnt.Im Resümee ist Lärm im Mietshaus für die geplagten Mitmieter ebenso unerfreulich, wie für den Vermieter. In den üblichen Ruhezeiten sollte gemäß Hausordnung Ruhe herrschen. Ist dies nicht der Fall können und sollten die Mitmieter das Gespräch suchen, ein Lärmprotokoll anfertigen und gegebenenfalls die Polizei um Miethilfe bitten. In jedem Fall aber sollte sich der Vermieter oder die Hausverwaltung zeitnah und als Mediator einschalten, um Schlimmeres, wie eine Mietminderung, verhindern zu können. Na dann einfach mal die CD wechseln, damit "Atemlos" nicht alle Mieter atemlos macht und den Vermieter noch dazu.

Foto: (c) rodjulian/ fotolia.com

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