Login
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

11.03.2016

Gartenarbeit und der Streit um die Betriebskosten Teil II

Vermieter, die in ihren Mietverträgen die Gartenarbeit nicht als Betriebskosten erwähnen, bleiben auf den Kosten für Sträucher & Co sitzen und generell können nur periodisch anfallende Kosten als Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden. Doch welche Gartenpflegekosten sind im Detail von der Gemeinschaft zu tragen und wer zahlt, wenn ein Sturm Bäume entwurzelt? Wir geben Antworten mit Aha-Effekt!

Die meisten Mieter schätzen einen gepflegten Vorgarten vor dem Haus und auch der Hinterhof sollte doch immer stets gepflegt sein. Doch Pflege kostet Geld und nur mit dem grünen Daumen allein lässt sich keine Gartenfläche allein unterhalten.

In Teil I beschrieben wir die gesetzlichen Grundlagen zur Umlagefähigkeit der Gartenpflegekosten und betrachteten die Besonderheiten des so genannten Gartenpflege als Betriebskosten? | Foto: (c) Gyula Gyukli / Fotolia.com"Mietergartens". Nunmehr wollen wir uns die Gartenpflegekosten im Detail betrachten:

Gartenpflegekosten als Betriebskostenanteil

Generell sind alle Gartenpflegekosten als Betriebskosten darstellbar, die periodisch wiederkehrend anfallen. Im Einzelnen sind dies die Kosten für


  • die Pflege und der Erhalt (Nach- und Neusaat) der Rasenflächen,
  • die Pflege und Erhalt, aber auch Nachpflanzung von Sträuchern, Stauden und Blumen,
  • alle Kosten für eine Unkrautbeseitigung,
  • die jahreszeitlich angepasste Baum- und Strauchbeschneidung, sowie Kosten für deren Erhalt,
  • sowie Düngemittel und das notwendige Sprengwasser.

  • Dabei hat der Vermieter stets die Wirtschaftlichkeit der Gartenpflegekosten im Auge zu behalten. Mit anderen Worten: Wird ein Garten- und Landschaftsarchitekt engagiert, der überteuerte Pflanzen und seltene Baumarten pflanzt, die wie ein Bonsai stetige Pflege bedürfen, so geht der Vermieter definitiv leer bei der Rückforderung beim Mieter aus.

    Wichtig: Bei Baumfällarbeiten, die aufgrund des maroden Zustandes oder der Größe erfolgen müssen, besteht bei den Gerichten Uneinigkeit. Das Landesgericht Berlin stellte am 23. Februar 1988 unter Aktenzeichen 64 S 365/87 klar, dass das Fällen maroder Bäume keine so genannte "Erhaltenden Maßnahme" darstelle und ergo vom Vermieter finanziell allein getragen werden müsse. Dennoch entschieden einige Gerichte anders. Hier sollte man sich also im Vorfeld mit seiner Hausverwaltung beraten, bevor man eine Fremdfirma beauftragt.

    Umlagefähigkeit bei Fremdvergabe der Gartenarbeit

    Oft werden Gärtnereibetriebe mit der Gartenpflege beauftragt, was langfristig sicherlich finanziell sinnvoll sein kann, sind es doch Fachleute, die auf eine nachhaltige Pflege setzen. Doch will der Vermieter die Kosten dafür als Betriebskosten umlegen, so muss er dies in der Betriebskostenabrechnung begründen, sofern die Kosten wesentlich höher ausfallen, als durch eigene Arbeitskräfte. Ist also das Vorgehen, eine Fachfirma zu beauftragen, seitens des Vermieters nachvollziehbar erklärt und dargelegt, so ist dies auch umlagefähig, vgl. Amtsgericht Kiel im Urteil vom 16.04.2001, Aktenzeichen 113 C 490/00.

    Der Garten des Vermieters

    Oft nutzen Vermieter einen Teil, oder auch einen Großteil der Grünfläche einer, beziehungsweise der eigenen Immobilie und das ohne dem Mieter Zugang zu ermöglichen. Hier ist die gesetzliche Lage klar: werden Mieter von der Nutzung einer Gartenfläche ausgeschlossen, können sie nicht an den Kosten beteiligt werden. Dies gilt sowohl für den Gartenteil des Vermieters, als auch für die so genannten "Mietergärten".

    Nur die Gartenpflegekosten, die bei allgemein nutzbaren Flächen entstehen, kann also der Vermieter umlagefähig darstellen. Dies wurde auch vom BGH bereits bestätigt, als dass man in Karlsruhe das Urteil des Amtsgerichtes Hamburg vom 10.07.1995 unter Aktenzeichen 49 C 1977/94 bestätigte.

    Im Resümee ist also fest zu halten, dass Vermieter neben der Wirtschaftlichkeit und üblichen Preisen für die Gartenarbeit auch auf die Nutzung der Grünflächen achten müssen. Wenn man also die Gartenarbeit an sich in seinen Mietverträgen als Betriebskosten benennt und in der Betriebskostenabrechnung Klarheit und Nachvollziehbarkeit schafft, sind die periodisch anfallenden Kosten der Gartenarbeit umlagefähig und von den Mietern zu tragen.

    Foto: (c) Gyula Gyukli / Fotolia.com

    Für Hausverwalter
    Die einfache Mitgliedschaft

    ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von HausverwalterScout.

    Kostenlos und unverbindlich - die passende Hausverwaltung finden Sie hier:
    • 1.

      Postleitzahl eingeben

    • 2.Kostenlose Anfrage stellen
    • 3.Angebote erhalten und vergleichen!