Login
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

25.11.2016

Es ist offiziell: die Immobilienblase ist ein Risiko

Die Deutsche Bundesbank gibt sich in ihrem Lagebericht zur finanziellen Stabilitätslage der Nation "moderat besorgt". Immobilienexperten betrachten zwar die Lage als nicht aktuell gefährlich, jedoch sind die Zahlen im Finanzstabilitätsbericht alarmierend. Zwar kann von einem kreditfinanzierten Immobilienboom nicht die Rede sein, aber die veröffentlichten Charts in dem Report der Bundesbank mahnen zur Vorsicht vor der Immobilienblase.

Im Finanzstabilitätsbericht 2016 erläutert die Deutsche Bundesbank die Situation des Finanzmarktes und gibt Einblicke in Risiken und Möglichkeiten von Banken, Versicherungen und sonstigen Finanzrelevanten Faktoren.

Der Finanzstabilitätsbericht und die Gefahr der Immobilienblase

Platzt die Immobilienblase?

Die Risiken im Bankensektor sind in 2016 weiter gestiegen und die Anbieter kapitalgedeckter Altersvorsorgekonzepte stehen weiter vor Herausforderungen. Letzteres führt bereits seit Jahren dazu, dass sich Anleger gegen Renten- und Lebensversicherungen entscheiden und die Immobilie als Anlageform sukzessive vorziehen.

In dem veröffentlichten Report spiegelt sich der größte Immobilienboom der letzten Jahrzehnte wieder. Und die Währungshüter bestätigen in ihren Indexkurven das, was längst landauf-landab bekannt ist: die Preise für Wohnraum in Deutschland stiegen zuweilen absurd an und zwar in kurzer Zeit. Die Preise für die Wohnimmobilien stiegen, so der Report, um zuletzt fünf Prozent und damit um ein Vielfaches stärker, als das allgemeine Preisniveau in Deutschland. Und keineswegs ist dieses Phänomen nur in den Ballungszentren und großen Städten zu beobachten, dort wo Wohnraum immer knapper wird. Auch in vielen eher ländlichen Regionen hat sich eine hohe Nachfrage nach Wohnungen und Häusern entwickelt.

Dabei ist zu bemerken, dass die Unterschiede im Preisniveau zwischen den Städten und deren Peripherien, also angrenzenden Gemeinden, schrumpfen. Die Städte "schlucken" anscheinend angrenzende Landstriche und die Preise gleichen sich zunehmend an, sofern die Infrastruktur es zulässt.

In den vergangenen fünf Jahren, so der Bericht der Bundesbank, haben sich die Preise für Wohneigentum (Häuser und Wohnungen) um 45 Prozent in den Städten nach oben bewegt und immerhin stiegen die Preise in den umliegenden Regionen von München, Köln, Frankfurt, Berlin, Hamburg & Co um 35 Prozentpunkte.

Kreditausfälle und die Angst der Banken

Spürbar ist das Volumen der Immobilienkredite bundesweit in den letzten Jahren gestiegen, mithin um 3,7 Prozent für den privaten Wohnungsbau. Das mag relativ gering wirken, jedoch fällt der Anstieg weit höher aus, als der tatsächliche Einkommenszuwachs der bundesdeutschen Privathaushalte.

Die Gefahr liegt darin, dass Bauvorhaben jedweder Art meistens über Kredite finanziert werden. Sind die Kredite nicht mehr zurückzahlbar, weil das Einkommen langfristig nicht mitwachsen kann, ?platzen? die Kreditverträge und die Banken sitzen auf den Immobilien, so wie in 2008, als die Finanzkrise auch ihren Ursprung in der Überhitzung am Häusermarkt besaß.

Wie drastisch die Situation ist zeigen auch die Preise für Bauland. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Quadratmeterpreise in fünf Jahren um gut 35 Prozent.

Die Bundesbank sieht die Gefahr für Banken in den langen Zinsbindungen. Dies ist für private Haushalte zwar ein Vorteil, da das geborgte Geld lange preiswert bleibt, aber für Banken ?spiegelt? sich dies und die Zinsänderungsrisiken liegen bei den Banken, wenn die Zinsen am Weltmarkt wieder steigen. Die Banken könnten in eine Falle laufen und die Bundesbanker kritisieren seit langem die Sorglosigkeit der Finanzberater, die auch dann Kredite an Privathaushalte vergeben, wenn es eigentlich knirscht. Solche knappen Finanzierungszusagen könnten das Risiko einer verschleppten Immobilienblase in sich tragen, wenn die Zinsbindungen auslaufen und das geborgte Geld wieder teuer ist.

Falsche Gewissheit ist gefährlich

Das dauerhafte Niedrigzinsniveau schmälert die Ertragskraft der Banken seit Jahren. Banken müssen an den zu vergebenden Krediten Geld verdienen und nicht an ominösen Geschäften des spekulativen Finanzmarktes, so die Bundesbanker. Der hauptsächliche Grund ist hausgemacht, da die EZB den Leitzins auf null senkte und das Zinstief von den Notenbanken weltweit selbst verursacht wird.

"Marktteilnehmer", so die Bundesbank, "befinden sich in einem Zustand falscher Gewissheit und gingen in Erwartung dauerhaft niedriger Zinsen zu große Risiken ein". Zwar sei man, so die Kommentare zum Finanzstabilitätsbericht, weit von amerikanischen Verhältnissen entfernt, aber das Risiko einer Kredit- und Immobilienblase wächst in Deutschland und Banken, wie auch die Politik sei gewarnt im heute und in der Zukunft.

Für Hausverwalter
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von HausverwalterScout.

Kostenlos und unverbindlich - die passende Hausverwaltung finden Sie hier:
  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!