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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

09.12.2016

Eigentumsquote: Baukindergeld jungen Familien helfen

Wer momentan nicht baut oder kauft, dem ist nicht zu helfen, so Experten und auch staatliche Institutionen. Und auch wenn Baukredite noch billig sind, immer neue Grundstücke erschlossen werden und Baufirmen große Wohnparks aus dem Boden stampfen, fehlt es jungen Familien am Eigenkapital. Laut einer Studie zur Eigentumsquote bauen immer weniger junge Menschen ein Haus und die Bundesregierung denkt laut über Zuschüsse wie ein Baukindergeld nach.

Auch wenn die junge Generation Y wertekonservativ zu sein scheint und 75 Prozent bauen wollen, so fehlt es den meisten am Eigenkapital um Eigentum zu schaffen. In einer Studie wurde nunmehr nachgewiesen, dass die Eigentumsquoten bei jungen Menschen sinken.

Studie belegt Reduzierung der Eigentumsquote junger Deutscher

Laut Studie des Pestel-Instituts aus Hannover lag die Eigentumsquote 1998 bei 23 Prozent, in 2003 bei 21,3 Prozent, in 2008 bei 18,8 und in 2013 bei nur noch 15,8Eigentumsquote bei Familien | Foto:drubig-photo/fotolia.comProzent in der Altersgruppe der 25- bis 35-jährigen Personen. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass sukzessive immer weniger junge Menschen und Familien Eigentum schaffen oder erwerben, selbst wenn sie dies wollen, was andere Umfragen bestätigen.

Gründe warum junge Menschen kein Eigentum schaffen

Für wohlhabende Personengruppen ist der Kauf einer Immobilie momentan fast "zwingend", letztlich sind andere Anlagealternativen nicht wirklich interessant. Aber dem Großteil der jungen Familien fehlt es schlichtweg an Geld, da rund ein Fünftel des Einkommens bei kapitalschwachen Personen beim Kauf einer Immobilie als "Eigenkapital" hinterlegt werden muss. Und zusätzlich fallen bei jedem Kauf Nebenkosten für Notare, Grundbuch, Grunderwerbsteuer und gegeben falls einen Makler an. Allein die Grunderwerbssteuer schlägt, je nach Bundesland, mit 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises zu buche.

Bedenkt man einen durchschnittlichen Kaufpreis für Haus und Grundstück von 250.000 Euro so bedürfte es kalkulatorisch eines Eigenkapitals von 75.000 Euro. Und auch wenn viele junge Menschen Bausparverträge abschließen in der Hoffnung irgendwann bauen zu können und etwas für das Alter zu tun, so scheint ein reales Ansparen in diesen Höhen illusorisch, für die meisten.

Folgen des Absinkens der Eigentumsquote unter Jüngeren

Wer baut, baut auch für das Alter und die Rentenzeit. Die Immobilie gilt im Altersvorsorgemix zu einem festen Standbein und die Folgen des Absinkens führen unter Umständen weiter zu einer Altersarmut, wenn das freie Kapital der Haushalte nicht entsprechend sinnvoll angelegt wird.

Junge Familien und deren Zukunft stehen nunmehr auch im Fokus des bevorstehenden Wahlkampfes und das Thema Hausbau steht bei vielen Parteien auf der Agenda. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) erklärte unlängst, dass "ein neues Baukindergeld vorstellbar wäre als zusätzliche Jahreszahlung an junge Familien", um sie beim Hausbau zu unterstützen. Und auch die jetzige und unter Umständen kommende Bundeskanzlerin Merkel gab hierzu vor den Kameras bei der Talkshow "Anne Will" ihre Zustimmung.

Aber auch der Koalitionspartner, die SPD, will in besonders nachgefragten Regionen Deutschlands junge Familien beim Immobilienkauf unterstützen, so Bundesbauministerin Barbara Hendricks. Dabei soll sich die Unterstützung nach der Anzahl der Kinder richten und zwischen 8.000 Euro und 20.000 Euro betragen. Und auch über eine Ausweitung auf Regionen, in denen die Bevölkerung stetig abnimmt, wird in der Koalition seit einiger Zeit diskutiert, so die Wirtschaftswoche.

Mögliche Folgen einer Unterstützung durch ein Baukindergeld

Neu sind all diese Ideen und Vorschläge nicht, denn dass die Eigentumsquote bei jungen Familien sinkt, ist bereits länger bekannt. Und ohne Zweifel hat die Eigenheimzulage, die bis 2006 als staatliche Mega-Subvention Hilfestellung sein wollte, nur dazu geführt, das die Baukosten stiegen, die Bauunternehmen noch reicher machte und sich der Immobilienmarkt aufheizte.

Und wie will die Politik das finanzieren? Die Eigenheimzulage wurde aus Steuergeldern finanziert und half letztlich nur den Personenkreisen, die auch bauten. Die, die kein Eigentum schafften, gingen leer aus und bewohnen immer noch ihre Mietwohnungen.

Das Problem werde, so der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, kurz BRV, nicht nachhaltig gelöst, da man das Problem neuer Fördertöpfe eben in steigenden Baukosten und weiterhin restriktiven Kreditaufnahmen junger Familien sieht. Immobilienexperten sehen die größte Hürde junger Familien in den hohen Kaufnebenkosten, die in Deutschland zweimal höher sind als in den Niederlanden und sogar viermal so hoch wie in Großbritannien. Würde die Politik eine Reduzierung der Grunderwerbssteuer erwägen, wäre dies ein systematischer Schritt in die richtige Richtung, um die Eigentumsquote bei jungen Familien wieder zu erhöhen. Aber da haben die Landesväter ja immer noch ein Wort mit zu reden.

Foto: (c):drubig-photo/fotolia.com
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