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Das Mietrecht und seine erstaunlichen Urteile - Teil II



Nicht alle Urteile im Mietrecht sind sofort nachvollziehbar. Oft stecken komplizierte Fälle dahinter und einiges kann einen schon zum Schmunzeln bringen. Ob Mieter untereinander oder Vermieter versus Mieter, in diesen Fällen wird keinem etwas geschenkt. Und die Gerichte mahnen in einigen Rechtsstreitigkeiten den Kläger zur menschlichen Einsicht, wenn es darum geht, ob man seine Notdurft im Sitzen oder im Stehen verrichten soll.

Kuriose Mietrecht-Klagen

Kuriose Mietrecht-KlagenDas Mietrecht ist im Brgerlichen Gesetzbuch relativ einfach und berschaubar geregelt und erst viele Urteile der Landesgerichte und des BGH machen es relativ kompliziert. Und es geht auch nicht immer nur um Nebenkostenabrechnung und Mietpreisbremse, sondern weitaus verrcktere Streitigkeiten, wie in Teil I beschrieben. Oft werden Gerichte eben auch zu sehr kuriosen Fllen hinzu gezogen, wie der erste Fall beweist.

Wenn pinkelnde Nachbarn stren

Sollen Mnner nun beim urinieren sitzen, oder drfen sie stehen bleiben? Diese Frage kam vor das Amtsgericht in Wuppertal. Eine Nachbarin des ?stehenden Pinklers? fhlte sich durch die daraus resultierenden Gerusche derart belstigt, dass sie klagte. Der auf sein Recht zum Stehen beim Toilettengang betroffenen Mieter wollte seine ?Technik? nicht ndern und am Ende gab das Gericht dem Herren recht, in dem es den Fall abwies und der klagewillige Mieterin empfahl, den Pinkellrm mit etwas mehr Gelassenheit hinzunehmen.

Ein Hund verursacht einen Wasserschaden

Diese Geschichte wirkt sehr kurios, aber als ein Mieter in Hannover seinen Hund vor dem Verlassen der Wohnung in das Gste-WC einschloss, verursachte dieser einen erheblichen Wasserschaden. Nur wie? Erst zerfetzte er das Toilettenpapier, wohl aus rger und verstopfte damit dann den Abfluss. Anschlieend war dieser feinmotorische Hund sogar in der Lage den Wasserhahn zu bedienen und am Ende landete viel Wasser in der darunter liegenden Wohnung. Als aber der Fall vor Gericht kam, da die Haftpflichtversicherung des Hundebesitzers nicht zahlen wollte, gab das Gericht in Hannover unter Aktenzeichen V 19 S 1968-99 dem Versicherer Recht. Es wre eine Verkettung unglcklicher Ereignisse gewesen und am Ende blieb die Nachbarin auf den Kosten des Wasserschadens sitzen. Wasser kann erheblichen Schaden anrichten.

Der Zaun im Treppenhaus muss weg

Zaun im Treppenhaus? Ja, genau diesen brachte ein Vermieter an, der einem stets lftenden Mieter daran hindern wollte die Fenster im Hausflur zu ffnen. Dieser verrckte Fall kam vor das Amtsgericht Elmshorn. Am Ende musste der Vermieter die vor den Fenstern befindlichen Zune wieder abreien, da dem Mieter die Benutzung von Gemeinschaftsflchen zustehe, so eben auch der ganze Hausflur. Dies, so das Gericht, beinhalte auch das Bettigen der Flurfenster.

Wenn Vermietern die Gesundheit der Mieter am Herzen liegen

Manch eine Begrndung von Vermietern lsst das Richterherz schmunzeln. In dem betreffenden Fall tauschte ein Vermieter die Warmwassertherme aus, so weit, so gut. Da diese jedoch nur 38 Grad warmes Wasser produzierte rgerte sich eine Mieterin mit der Begrndung, dass dies zu wenig sei und es immerhin 42 Minuten dauere, um die Badewanne mit heiem Wasser zu befllen und am Ende wre das ganze Wasser dann zu kalt zum Baden.Der Vermieter wehrte sich sehr gesundheitsbewusst gegen den rger der Mieterin und verwies darauf, dass 38 Grad warmes Wasser besser fr den Kreislauf und die Haut wren. Diese Argumentation ging der Richterin zu weit und sie ordnete den Einbau einer neuen Therme an, die mindestens 41 Grad Celsius produziere.

Mieterin muss fr Kche zahlen, die es gar nicht gibt

Eine Mieterin einigte sich bei Einzug mit dem Vermieter darauf eine Einbaukche fr 15,95 Euro im Monat mit zu mieten. Als sie diese Einbaukche nach Jahren auswechseln wollte einigte sie sich mit dem Vermieter im Jahre 2010 darauf, die alte Kche im Keller einzulagern, aber ohne die Miete zu verndern. Doch eben diese Kche wurde gestohlen. Der entstandene Schaden wurde dem Vermieter erstattet. So weit, so klar.Nun verlangte aber der Vermieter die weiterfhrende Zahlung fr die, nunmehr gestohlene, Kche. Das sah die Mieterin nicht ein und zog vor Gericht. Am Ende musste sich der BGH dazu uern und gab dem Vermieter Recht. Letztlich, so die Begrndung, htte die Mieterin in der Vereinbarung von 2010 darauf drngen mssen, dass der Mietzins sich um 15,95 Euro reduziere. Da dies aber nicht geschah wird die Berliner Mieterin wohl so lange fr eine nicht vorhandene Kche zahlen, bis sie auszieht.

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