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Corona: Kommunen sparen und der Bauboom stoppt



Die Baubranche war in den letzten Jahren vom Glück gesegnet. Sowohl Privatleute als auch Unternehmen und die Kommunen investierten gutes Geld in neue Immobilien und die Auftragsbücher waren prall gefüllt. Das hat sich im Rahmen der Corona-Krise spürbar geändert.


Gerade die Investitionsscheu der Kommunen stellt für viele Betriebe eine echte Belastung dar. Dabei sähen Baufirmen gerade jetzt gute Chancen für Projekte der öffentlichen Hand, da diese momentan kaum mit der Wirtschaft konkurrieren müssten. Dadurch, dass sie das Geld beisammenhalten, werden jedoch viele Betriebe gefährdet.

Die Corona-Krise hat dem Bauboom der letzten Jahre jäh zum Stillstand gebracht. Waren die Auftragsbücher zu Jahresbeginn noch gut gefüllt, so brechen nahezu allen Firmen jetzt mehr und mehr die Aufträge weg. Insbesondere Unternehmen und die Kommunen müssen aufs Geld achten und halten sich bei Investitionen spürbar zurück. Das hat zur Folge, dass vor allem junge Unternehmen der Branche mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Doch nicht nur der Wohnungsbau leidet durch die aktuelle Situation. Den Kommunen fehlt durch die Coronakrise das Geld für wichtige Infrastrukturprojekte wie Straßenbau und öffentlichen Einrichtungen.

Das geplante Konjunkturpaket soll hier Linderung bringen. Branchenexperten gehen aber davon aus, dass es in den nächsten Jahren zu einer Bereinigung des Marktes kommen dürfte. Dennoch dürfte sich mittelfristig die Tendenz verhärten, dass durch Corona schwierige Zeiten für den Wohnungsbau Einzug halten.

Der Baubranche ging es lange Zeit sehr gut

In den letzten Jahren ging es der Baubranche ausgezeichnet. Zwischen 2009 und 2019 verdoppelte sich das Auftragsvolumen pro Angestellten. Außerdem hat die Branche 135 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet, was den siebten Anstieg in Folge bedeutet. 870.000 Menschen sind in der Baubranche tätig, wodurch sie ein ausgesprochen wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Alles schien darauf hinauszulaufen, dass diese Entwicklung 2020 anhalten wird. 52 Milliarden Euro schwer war der Auftragsbestand zu Beginn des Jahres. Volle Auftragsbücher allerorten und immer mehr Player drängten mit Fremdkapital in den Markt.

Dann kam Corona. Und schnell spürte man den Verfall der Innenstädte. Die Pandemie führte zu massiven Einschnitten in der Wirtschaft und trifft die Baubranche nun mit Verzögerung. Diese konnte lange Zeit von einem Polster zehren, das nun aufgebraucht ist. Andere Branchen beginnen sich langsam vom Lockdown und den damit verbundenen Folgen zu erholen. Das Bauwesen hingegen bekommt diese Folgen jetzt erst zu spüren. Denn immer mehr Kunden müssen ihr Geld zusammenhalten und investieren nicht mehr in geplante Bauprojekte.

Aktuell brechen die Aufträge weg

Besonders stark von der Pandemie betroffen ist das Bauhauptgewerbe, zu dem etwa der Hoch- und Tiefbau gehören. Ebenso fehlen im Straßenbau viele wichtige Projekte. Momentan beläuft sich das Minus auf mehr als 10% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im April lag die Differenz noch bei 5,3% und im Mai bei 8,4%. Der Boom der vergangenen Jahre scheint zu einem vorläufigen Ende gekommen zu sein. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Sektor in 2020 real schrumpfen wird.


Bauunternehmer Siegfried Dettmann, der einen Familienbetrieb in der Baubranche in vierter Generation führt, geht davon aus, dass Corona eine bereinigende Wirkung auf den Sektor haben werde. In den letzten Jahren seien viele neue Firmen mit Fremdkapital an den Start gegangen, um vom Bauboom zu profitieren. Diese sähen sich angesichts der Pandemie mit massiven Problemen konfrontiert und könnten bald wieder verschwunden sein. Alteingesessene Betriebe seien auf eine solche Krise hingegen besser vorbereitet und könnten länger mit negativen Auswirkungen umgehen.

Privatbauten ja, Geschäftsbauten nein

Die Einbrüche in der Baubranche betreffen allerdings nicht alle Bereiche. So ist auffällig, dass immer noch viele Menschen Wohnhäuser bauen, während sich viele Unternehmen mit Investitionen zurückhalten. Diese wollen erst einmal abwarten, wie sich die Corona-Situation entwickelt, und halten ihr Geld solange zusammen.
Andere ziehen bereits jetzt Konsequenzen aus dem verstärkten Trend hin zum Homeoffice: Sie investieren nicht mehr in neue Immobilien und verkleinern ihre Büroflächen, um die Mietkosten zu senken. Da Unternehmen etwa ein gutes Drittel der Kundschaft von Bauunternehmen ausmachen, bedeutet das einen herben Verlust für die Branche. Die Betriebe müssen nun sehen, wie sie entstandene Auftragslücken durch andere Projekte füllen.

Kommunen investieren aktuell kaum

Wie die Unternehmen investieren die Kommunen immer weniger in Bauprojekte. Das liegt daran, dass sie aufgrund der Krise deutlich weniger Gewerbesteuereinnahmen haben und daher genauer aufs Geld achten müssen. Bei vielen Baufirmen machen öffentliche Aufträge jedoch mehr als 50% der Tätigkeiten aus. Der Wegfall ist für viele somit existenzbedrohend. Die meisten hoffen nun auf das angekündigte Konjunkturpaket des Bundes. Dieses sieht vor, wegfallende Gewerbesteuereinnahmen zu kompensieren. Die Hälfte übernimmt der Bund, den Rest müssen die Länder aufbringen.

Hinweis: In der Baubranche brechen die Preise ein. Das liegt insbesondere daran, dass zwischen den einzelnen Firmen ein massiver Konkurrenzdruck entstanden ist. Immerhin stehen am Markt weniger Ausschreibungen zur Verfügung. Aktuell beläuft sich das Minus auf etwa 10-15% im Vergleich zum Vorkrisenniveau.

Die Kommunen investieren weniger, obwohl die Zeiten dafür nie besser waren. Die Baufirmen haben aktuell viele Kapazitäten frei, sodass sich öffentliche Aufträge nicht gegen die teils lukrativeren Anfragen aus der Wirtschaft durchsetzen müssten. Ein Investitionsschub ist indes unwahrscheinlich. Im Gegenteil müssen die Kommunen darauf schauen, dass das Investitionsvolumen nicht sinkt. Immerhin darf der Blick nicht nur auf 2020 gerichtet sein, sondern die Kommunen müssen auch in den kommenden Jahren investitionsfähig bleiben.

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