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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

07.02.2018

Chinesen drängen auf deutschen Immobilienmarkt und Aldi als Vermieter

Zwei neuere Entwicklungen betreffen Vermieter wie Mieter in Deutschland: immer mehr Menschen aus Fernost investieren hier und haben vier triftige Gründe dafür und die Supermarktkette Aldi probiert sich als Vermieter. Sind die Mieten ebenso preiswert wie die Produkte beim Discounter und warum agiert der Lebensmittelriese Aldi als Vermieter im Wohnraumsektor? Welche Veränderungen zieht es nach sich?

Immobilienmarkt | Foto:(c) 3dman_eu /pixabay.com


Zwei relativ neue Entwicklungen wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Zum einen drängen immer mehr Chinesen auf den deutschen Immobilienmarkt und damit nimmt der Druck im Kessel der Begehrlichkeiten aufs Betongold zu. Zum anderen erklärte der Lebensmittelkonzern Aldi er würde sich zukünftig auch als Vermieter im Wohnraumsektor etablieren wollen. Doch zuerst einen Blick nach Fernost, wo Milliarden des Renminbis (Volksgeldes) auf ihre Investition in Deutschland warten.

Chinesen drängen auf deutschen Immobilienmarkt

Viel Geld wurde in den letzten Jahren aus aller Herren Länder kommend in den deutschen Immobilienmarkt investiert. Nicht nur flüchtende Griechen suchten ihr Heil in Deutschland, auch die Briten folgten nach dem Brexitvotum und vielen Amerikanern ist der Spirit durch Trump zu unsicher gewesen und wohl auch die Immobilienblase damals hat Investoren in die Bundesrepublik gezogen. Nun aber überschwemmt Geld aus Fernost den ohnehin schon angespannten Wohnungsmarkt und das hat vier triftige Gründe:

  • Die Mittelschicht im Land der untergehenden Sonne wächst stärker als irgendwo sonst auf der Welt. Dies liegt unweigerlich an dem starken Wirtschaftswachstum Chinas und der marktwirtschaftlichen Öffnung trotz real existierendem Kommunismus. In 2022, so Analysten, wird die Mittelschicht in China auf 550 Millionen Menschen angewachsen sein.
  • Immobilien in den chinesischen Metropolen sind überaus teuer. In Metropolen wie Shanghai und Peking werden im Durchschnitt 10.000 Euro pro Quadratmeter Immobilieneigentum verlangt und dies können am Ende auch 18.000 Euro sein. Da sind die Quadratmeterpreise in deutschen Städten eher ein Schnäppchen für Investoren.
  • Deutsches Recht, deutsche Struktur, die niedrigen Zinsen und vor allem der immer pünktlich zahlende Mieter zwischen Flensburg und Sonthofen schaffen Planungssicherheit und gute Renditen für Anleger aus China.
  • In der Volksrepublik fehlt es immer noch an Anlagealternativen, wie zum Beispiel Aktienpapiere oder Immobilienfonds. Zudem ist es Chinesen nur erlaubt eine Immobilie zur Selbstnutzung zu erwerben. Der Kauf von internationalen Immobilien ist ergo die logische Konsequenz. Darüber hinaus darf jede Familie nur 50.000 Euro in ausländische Währungen tauschen. Dieses Misstrauen in die chinesische Politik zwingt Familien zum Zusammenschluss um sich dann, meist über Honkong, einen Vermittler für deutsche Immobilien zu suchen.
  • Auch wenn die Investoren aus den großen Metropolen Chinas nur eine von vielen sind, so sind die Auswirkungen bereits erkennbar. Viele Makler haben sich auf die chinesische Kundschaft bereits spezialisiert. Im Fokus stehen dabei Wohnungen zwischen 250.000 und 400.000 Euro. Da die Anforderungen an die Immobilie an sich und kulturell betrachtet sehr groß sind wird mehr in Luxusimmobilien investiert, denn für den breiten Markt. Das sieht man am großen Interesse an Neubauten und dies ist ja in Städten wie München, Hamburg oder Berlin kaum das Segment für den hiesigen Normalverdiener.

    Also wenn Chinas Mittelschicht in Luxusimmobilien investiert, wer investiert in den mittleren Wohnungsmarkt? Ach ja, da war ja noch was mit Aldi, dem erfolgreichsten Lebensmitteldiscounter Deutschlands ?

    Lebensmittelriese wird Wohnungsvermieter

    Das man neben billigem Kaffee und preiswerten Keksen bei Aldi auch einen Laptop oder eine Schlafmatratze kaufen kann ist jedem klar. Das sich der Lebensmitteldiscounter nun als Vermieter im Immobilienmarkt etablieren will ist hingegen doch ein Novum. Doch warum? Gefühlt hat das was von billigem Wohnen im Milchkarton. Aber das stimmt nicht.

    Aldi Nord kommt nun mit der Aldi-Wohnung, nach dem Aldi-Handy und der Aldi-Reise. Dabei steht Berlin klar im Fokus der Investitionstätigkeiten und 2000 Wohnungen sollen in den nächsten Jahren in Kombination mit neu zu errichtenden Filialen entstehen. Und das hat zwei gute Gründe:

    Lebensmitteldiscounter bauen meistens eingeschossig und in die Breite. Doch aufgrund des Wohnungsmangels protegiert der Berliner Senat eher Baugenehmigungen für mehrgeschossigen Wohnungsbau und die Grundstücke in der Hauptstadt werden rarer und vor allem teurer für die Planungen von Aldi-Nord.

    Zweitens wächst die Hauptstadt europaweit am rasantesten und in 2030 dürften 300.000 Neuberliner ebenfalls billigen Kaffee, preiswerte Kekse und einen Laptop brauchen. Da ist die Kombination von neunen Filialen und Mietwohnungen, also eine Co-Finanzierung, eine intelligente Lösung. Bereits in den Bezirken Neukölln und Lichtenberg sind die Bestrebungen bereits umgesetzt und 200 neue Mietwohnungen sind in der Bauphase.

    Im Kern zwei sehr gegensätzliche Perspektiven: Geld aus Chinas wachsender Mittelschicht wird den Druck auf den Immobilienmarkt in Deutschland erhöhen und Aldi wird durch neue Mietwohnungen, für die planerisch ohnehin der Platz da ist, den Druck wieder reduzieren. Schon verrückt, die Welt des Betongoldes, oder?!

    Foto:(c) 3dman_eu /pixabay.com

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