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Bremen erwägt neue Regelung zur Grünflächenbepflanzung


Die Hansestadt Bremen prescht vor und will Immobilienbesitzern vorschreiben wie die Freiflächen ihrer Grundstücke gestaltet werden sollen. Dabei hat man den Steingärten, besondere in den Vorgärten, den Kampf angesagt. Der rot-grüne Senat will eine Begrünung der Vorgärten vorschreiben. Und Esel, Hund, Katze und Hahn schütteln den Kopf.

Eigentum verpflichtet, klar. Aber Eigentum bleibt Eigentum und bis auf bauliche und statische Vorgaben der Bebauungspläne und besondere Vorgaben zum Baumbewuchs am Nachbargrundstück dürfen deutsche Immobilieneigentümer ihr Grundstück bisher frei gestalten.

Bremen Grümflächen | Foto:(c) SofiLayla/pixabay.com

Nun erwägt aber Bremen, als erstes Bundesland, eine neue Regelung zur Grünflächenbepflanzung. Ein Novum. Und es regt sich Wiederstand gegen die Pläne des hanseatischen rot-grünen Senats.

Grünflächenbepflanzung und Grundstücksgestaltung, nicht immer schön

Geschmäcker sind verschieden. Und das macht die Welt bunt. Doch teils gestalten Grundstückseigentümer ihre Gärten und Vorgärten in schlichtem Grau. Der Boden ist mit Kies ausgelegt, große Steine schmiegen sich an in Draht eingefasst kleinere Steine und ja - zwei Büschel Ziergras liefern den einzigen Farbtupfer.

Es scheint hipp zu sein. Oder mangels Zeit werden aus alten und mit Büschen und Blumen dekorierte Vorgärten zu Steinwüsten. Bei YouTube kann man viele dieser Teils schrecklichen Designunfälle belustigend beschauen. Unter dem Motto ?Hauptsache hässlich" kämpfen dort mit rosa Flamingos gespickte Hauseingänge gegen Steinwüsten, betonierte und blau beleuchtete Hauseingänge gegen Müllkippen, die jedes Grün ersticken.

Tipp: Unter ?Gärten des Grauens? bei Facebook kann man die Ausgüsse der obskuren privaten Landschaftsgärtner betrachten.

Aber mal Klartext: Der Staat will Eigentümern von Immobilien vorschreiben wie sie ihre Vorgärten gestalten sollen? Oha.

Die politische Gemengelage in Bremen bezüglich Vorgärten

Zuerst ein Hinweis: Fast jede Großstadt bezuschusst durch spezielle Förderprogramme die Begrünung von Hinterhöfen, Vorgärten und Dächern. Der ökologische Vorsatz ist gut. Denn Insektensterben und die von Schadstoffen geplagten Städte gieren nach Grün, ob Wiese, Bäume oder Büsche.

Doch den politisch Verantwortlichen in Bremen sind die Stein- und Betonwüsten ein Dorn im grünen Auge. Mitte Mai soll der Gesetzesentwurf in den Senat zur Verabschiedung gebracht werden. Er sieht vor, dass die Außenflächen begrünt und bepflanzt werden müssen, es sei denn, die Flächen sehen eine andere zulässige Bebauung vor.

Übersetzt bedeutet dies: Geräteschuppen und Terrasse ja, Steingarten und Steinbeete und Schottergärten, nein. Ob das nun bedeutet, dass selbst fünf Steine nebeneinander bereits als Steingarten betitelt werden, bleibt abzuwarten.

Doch bevor sich Unmut breitgemacht ?

Diese Initiative, die von Bremens Grünen initiiert wurde, bezieht sich nur auf Neubauten. Bestehende Grundstücke und jene, bei denen der Bauantrag bereits gestellt wurde, sind nicht betroffen.

Und zum anderen geht es im Grunde um die Lebensqualität im innerstädtischen Raum. Die Politik konstatiert die wachsende Luftverschmutzung aber auch das Sterben heimischer Insektenarten. Es ist in Bremen sogar geplant den Immobilieneigentümern spezielle Informationen über Insekten-freundliche Blumen und Gewächse an die Hand zu geben. Vor diesem Hintergrund scheint dieser Vorstoß in die Freiheit des Eigentums zumindest gesamtgesellschaftlich und ökologisch durchdacht zu sein.

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau hat sich dazu bereits positioniert. Man sehe mit Bedauern den Trend zum Schottergarten, dessen Material jeder schnell beim nächsten Baumarkt erwerben kann. Von Verboten allerdings distanziert man sich. Eine Initiative mit dem Motto ?Rettet den Vorgarten" setzt auf Informationen und Empfehlungen zur Grünflächenbepflanzung.

Angesichts der immer prekärer werdenden Wetterlage wie lange Hitzeperioden und anhaltende Regengüsse scheint dieser Vorstoß Bremer Politik genug Argumente zu liefern. Zwar sei von einer Einmischung in die Besitzstände der Menschen nicht die Rede, so hallt es aus dem Lager der Grünen. Aber dennoch ist jede Vorschrift und Gesetzesvorgabe eine Einengung und zwar für jeden Bürger und im Besonderen für Immobilienbesitzer.

Bestehende Vorschriften zur Bepflanzung von Grundstücken

Bis dato kennen die Bundesländer nur Vorschriften zur Bepflanzung von Grundstücksgrenzen. Diese fallen regional unterschiedlich aus und können durch Vorgaben der Kommunen ergänzt werden.

In der Regel gilt, dass Grundstückseigentümer, je nach Art des Baumes, seiner Größe und seinem Umfang, bestimmte Abstände zum Nachbargrundstück einhalten müssen. Diese zwingend einzuhaltenden Abstände von Bäumen, Hecken und Pflanzen sichern dem Nachbarn ausreichend Licht und Sonne.

Ein Abstand von 0,5 Metern ist in allen Bundesländern Pflicht. Ist der Baum höher als zwei Meter, sehen die meisten landesgesetzlichen Vorschriften zwei Meter Abstand vor.

Tipp: Bei Unsicherheiten und unbedingt vor der Bepflanzung sollten Informationen über die Gemeinde eingeholt werden. Ein Nachbarschaftsstreit um das Grün im Garten ist leider das Paradebeispiel für den Krieg im Vorgarten.

Aber zurück zu den geplanten Pflanzvorschriften in Bremen. Grüne Oasen in den Städten sind eine Wohltat für alle, Menschen und Tiere. Aber die rosa Flamingos haben doch keinem etwas getan, oder? Wenigsten in Bremerhaven dürfen sie stehen bleiben, zwischen all den grauen Steinen. Das Gesetz, sofern es verabschiedet wird, gilt dann nur für Bremen. Na immerhin.

Bremen Grümflächen | Foto:(c) SofiLayla/pixabay.com

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