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Magazin für Hausverwalter, Vermieter und Eigentümer

23.05.2018

Bezahlbarer Wohnraum in Großstädten immer knapper

Der Deutsche Caritasverband stellte in einer Umfrage fest, das dreiviertel aller Mieter in Deutschland Angst haben ihre Wohnung zu verlieren. Eine weitere aktuelle Studie im Auftrage der Hans-Böckler-Stiftung beschreibt die prekäre Situation für Alleinstehende, denn letztlich fehlen in den 77 Großstädten Deutschlands circa 1,9 Millionen Mietwohnungen. Bezahlbarer Wohnraum ist längst Mangelware und das Thema Mieten neben Kinderarmut und Rente das Top-Thema der Deutschen.

Mieten Großstadt | Foto:(c) hpgruesen/pixabay.com


Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Caritasverbandes und eine Studie, die im Auftrage der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführt wurde und über die der Spiegel unlängst berichtete kommen zu einem erschreckenden Urteil über die Wohnraumknappheit in Deutschland. Und eigentlich weiß darum jeder, durch die Medien verbreitet und die Politik beschrieben. Doch das die deutsche Bevölkerung mittlerweile schiere Angst plagt, wenn es um die eigenen vier Wände geht, ist zumindest nunmehr bewiesen.

Umfrage zur Wohnraumsituation in Deutschland

Der Deutsche Caritasverband veröffentlichte eine Umfrage, die bestätigt, dass bezahlbarer Wohnraum gefühlt und real das Top-Thema vieler Deutscher ist. Dreiviertel der befragten haben Angst vor zu hohen Wohnungskosten und 80 Prozent der Befragten sehen in den steigenden Mieten ein Armutsrisiko. Prälat Peter Näher, seines Zeichens Präsident des Deutschen Caritasverbandes, mahnt mit den Worten: "Das Problem hat die Mitte der Gesellschaft erreicht". Auch das Ergebnis der Studie, dass 74 Prozent befürchten ihre eigene Wohnung zu verlieren, ist mehr als erschreckend.

Auch das Thema Gentrifizierung wurde vom Verband thematisiert, denn letztlich führe eine Verdrängung von Singles, Familien und einkommensschwachen Menschen aus ganzen Stadtteilen dazu, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt eine Schwächung erfährt. Hier spricht der Verband von einem " Auseinandertriften von Milieus ".

Fakt ist jedenfalls, das bezahlbares Wohnen zu einem der Top-Themen geworden ist und erst nachrangig Kinderarmut und Rente benannt wurden. Erst an vierter Stelle nannten die Befragten das Thema Arbeitslosigkeit. Die Politik, so die Auftraggeber der Umfrage, sind aufgefordert schnell zu handeln, denn mittlerweile hat die Angst um bezahlbaren Wohnraum die Mitte der Gesellschaft erreicht.

Bezahlbarer Wohnraum in Großstädten immer knapper

Als wenn es abgesprochen gewesen wäre. Aber eine Studie im Auftrag der renommierten Hans-Böckler-Stiftung bestätigt das, was die Deutschen nach der vorgenannten Umfrage fühlen. Die Kernaussage, dass in den 77 größten Städten dieses Landes 1,9 Millionen Wohnungen fehlen, die bezahlbar sind, ist erschreckend und ein Fingerzeig an die regierende GroKo.

Gerade einkommensschwache Haushalte sind vom Wohnungsmangel stark betroffen, gerade in den Hotspots München und Berlin, aber auch in Bremerhaven und Nordrhein-Westfalen. Dabei sind Singlehaushalte die Verlierer der aktuellen Wohnungsnot. Die Studie belegt, dass gut 1,4 Millionen Singles-Wohnungen fehlen, also Wohnraum mit 1 bis 2 Zimmern. Der Spiegel, der sich auf die Studie beruft, spricht von fast der Hälfte aller Haushalte, die von Einzelpersonen bewohnt werden. Doch unter den 6,7 Millionen Singles scheint der Kampf um Wohnraum bei 2,5 Millionen kleinen Wohnungen schier unerträglich zu sein. Aus unserer Sicht ist gerade dieses Segment für Investoren Zukunftsweisend und der öffentlich geförderte wie auch soziale Wohnungsbau sollte diese Fakten berücksichtigen.

Die zweiten Verlierer sind laut Studie größere Familien mit mehr als fünf Personen und mittlerem Einkommen. Im Ergebnis, so die Daten, können sich nur 18 Prozent dieser Mietergruppe eine Wohnung von 100 Quadratmetern leisten.

Regional gibt es Unterschiede, klar. Aber wenn viele Menschen und hohe Arbeitslosigkeit zusammenkommen werden die Schlangen bei Besichtigungsterminen immer länger, wie in Bremerhaven, so die Studie. Oder die Mieten sind so hoch, dass es ohnehin ein Sechser im Lotto gleicht bezahlbaren Wohnraum zu ergattern, wie in München.

In der vom Spiegel zitierten Studie fehlen in Berlin 310.000 Wohnungen im erschwinglichen Segment, gefolgt von Hamburg mit 150.000 und Köln mit 86.000. Betrachtet man die Bundesländer belegt Nordrhein-Westfahlen den traurigen ersten Platz im Wohnraummangelpoker, gefolgt von Berlin.

Unsere Meinung ist klar: Die Politik sollte solche Studien genau betrachten und den öffentlich geförderten und sozialen Wohnungsbau schnell und zügig protegieren. Denn die Stadtsoziologen der Humboldt-Uni aus Berlin und der Frankfurter Goethe-Universität haben in der aktuellen Studie Einkommen und Mietpreise in 77 Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern sorgfältig verglichen. Unter "bezahlbarem Wohnraum" verstanden die Datenauswerter Mieten, die bis zu 30 Prozent des Haushaltseinkommens ausmachen. Und wenn am Ende 1,9 Millionen Mietwohnungen im bezahlbaren Segment zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen fehlen, ist es nicht kurz vor 12, sondern schon viel später, werte Damen und Herren im Deutschen Bundestag.

Foto:(c) hpgruesen/pixabay.com

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