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Aktueller Betriebskostenspiegel bestätigt steigende Nebenkosten


Auch wenn die Kosten für Energie im letzten Jahr etwas sanken, der aktuelle Betriebskostenspiegel bestätigt steigende Nebenkosten in 2018 und damit höhere Mieten in Deutschland. Mit 40 Prozent höheren Wärmekosten müssen Vermieter und Mieter bei der anstehenden Nebenkostenabrechnung 2017 rechnen. Doch warum ist das so? Wir klären auf.

Nebenkosten steigen | Foto:(c) mohamed_hassan/pixabay.com


In Deutschland ist die so genannte "zweite Miete" historisch und im europaweiten Vergleich traditionell hoch. Da ist es, gerade bei alten Mietverträgen, keine Seltenheit, wenn die Kosten für Grundsteuer, Heizung, Warmwasser und Co gut ein Drittel der Bruttomiete ausmachen. Betrachtet man die aktuell vorliegenden Daten zahlen Mieter in Deutschland im Durchschnitt pro Monat fast 2,20 Euro pro Quadratmeter für die Betriebskosten einer Immobilie. Diese Daten stammen aus dem vorliegenden Betriebskostenspiegel des Jahres 2015, der vom Deutschen Mieterbund jüngst der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Info: Da viele Vermieter ihre Betriebs- und Nebenkostenabrechnungen verspätet erstellen, sind die Daten aus 2015 die aktuell verifizierbarsten Daten.

Betrachtet man Immobilien, in denen Zusatzkosten für die Mieter entstehen, wie zum Beispiel ein hoher Anteil an Gartenpflege oder ein Personenaufzug, steigern sich die Nebenkosten sogar auf 2,76 Euro pro Quadratmeter und Monat. Solch ein hoher Anteil an der Gesamtmiete erhöht unweigerlich den Druck auf den Mietermarkt. Doch warum wird die Nebenkostenabrechnung für 2017 für viele ein Schock, in Zeiten, in denen viele Energieversorger, gerade bei Gas, ihre Preise verringern?

Warmwasser wird zum Luxusgut

Die Datensätze aus dem Jahre 2015 verzerren etwas das aktuelle Bild der Nebenkosten, denn die Kosten für Warmwasser und Heizwärme konstatierten damals ein Zwischentief. Laut Betriebskostenspiegel ergibt sich ein Betrag von 1,07 Euro pro Quadratmeter und Monat. Betrachtet man aber die Preissteigerungen von Heizöl und Gas seit 2015 bis heute, könnte sich diese in den zeitnah zu kalkulierenden Nebenkostenabrechnungen fatal niederschlagen und auf 1,50 Euro steigen. Nicht zuletzt die Preissteigerungen beim Heizöl in den letzten zwei Jahren von 45 auf 63 Euro pro hundert Liter sind ein Preistreiber und eine Steigerung von 40 Prozent für Wärmekosten ergo die logische Konsequenz.

Unterschiede der Nebenkosten in Ost und West

Man kann, gemäß den Aussagen des Mieterbundes, von einem relativ großen Unterschied bei den Nebenkosten zwischen Ost und West ausgehen. In Ostdeutschland mussten Mieter 2,10 Euro pro Monat und Quadratmeter berappen, in den westlichen Bundesländern immerhin 2,18 Euro. Hintergrund sind die doch weitaus höheren Gebühren der Kommunen im Westen der Republik. Ob Straßenreinigung oder Beseitigung von Müll, oder das Streitthema Grundsteuer, im Westen sind gut 15 Prozent mehr dafür fällig.

Die Bundesländer und ihre Gier

"Die deutsche Regierung ist zu gierig", so konstatierte einmal ein längst verstorbener schwedischer Politiker. Und ja, in Teilen trifft das auf die aktuellen Forderungen zu. Die Bundesländer, die ja seit Jahren immer wieder die Grundsteuer erhöhten wollen mehr, viel mehr. In 2016 lag der Bundesregierung bereits ein Reformvorschlag vor, der bis dato aber noch keine Folgen zeigte. Fakt ist, dass den Kommunen mehr Geld aus der Grundsteuer zuteilwerden soll. Experten zufolge könnte ein Sprung auf das 30-fache möglich sein und nicht nur der Eigentümerverband Haus & Grund beschwert sich zu Recht. Letztlich und das ist klar, wird der Mieter am Ende die Zeche zahlen, über die Nebenkostenabrechnung.

Mal Hand aufs Herz: Nirgendwo in Europa gibt es so viele Mieter, wie in Deutschland und nirgends so viele Vermieter. Und nirgendwo ist der Unmut über die hohen Wohnkosten zu groß, wie hierzulande. Ebenfalls mit Recht, wenn bereits 27 Prozent des Haushaltseinkommens für ein Dach über dem Kopf bezahlt werden muss, so eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Darin ist Deutschland spitze, in Europa. Traurig.

Wenn also die kommenden Nebenkosten steigen, die Grunderwerbssteuer mittelfristig erhöht wird und auch die Stromanbieter (siehe Vattenfall) an der Preisspirale drehen, was dann und vor allem unter dem Damoklesschwert des Wohnungsmangels? Diese Frage zu beantworten ist klar Aufgabe der Politik. Aber da war ja noch was - Regierungsbildung. Oha.

Foto:(c) mohamed_hassan/pixabay.com

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